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 What does it mean to be an Angel? (beendet)

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AutorNachricht
Rae Black
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Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   20.11.16 1:49

Wieder lachte ich einfach nur leise und sah an die Wand, als würde dort die Antwort liegen. Wenn Amatiel es so aussprach wie es eigentlich auch war klang es nach einer ziemlich dummen und leichtsinnigen Idee. Im Grunde war es das wohl auch schlicht und ergreifend. Ich war in diese Kirche gegangen und hatte gesehen das ein Engel dort anwesend war. Ich war in dieser Kirche geblieben und ging sogar in den Beichtstuhl, hatte mich diesem Engel bis auf weniger als einen Meter genähert. Und das obwohl mich bisher jeder vorherige Engel angegriffen hatte und töten wollte. "Ja, scheinbar habe ich das trotz der Gefahr getan.." sprach ich leise. Ich sah ihn zwar nicht an, doch seinen Blick konnte ich mit bestens vorstellen, ihn beinahe auf mir spüren. Kurz schloss ich die Augen und lächelte sanft bei seiner Frage. Ich wusste selbst nicht wirklich weshalb all dies. "Naja.. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht." Jetzt hob ich den Blick wieder und sah ihn an. "Vor der Kirche..Ich spürte etwas, aber konnte nicht sofort sagen das es ein Engel war. Das Gefühl von dir war anders.. Nicht so bedrohend. Als ich gesehen hatte das du ein Engel bist blieb ich wohl einfach um zu schauen was passieren würde. Du wirktest anders auf mich, als jeder Engel zuvor. Im Beichtstuhl hatte ich jederzeit mit einem Angriff gerechnet. Als wir dann den Schrank verlassen hatten und ich dich genauer ansehen konnte, deine wahre Gestalt sehen konnte.. Ich habe ich nicht mehr als Bedrohung angesehen. Ich weiß nicht genau weshalb. Ich habe dich gesehen, Amatiel.. Und kurz deine Flügel." Ich sprach ungern seine Flügel an, doch auch diese trugen dazu bei das die Bedrohung mir gegenüber weniger wog. "Du hast mich deinem Bruder des Himmels vorgezogen. Sonst wäre ich nun vermutlich tot. Oder ihr Zwei wäret es." Wenn er es gewollt hätte wäre ich vermutlich eher tot gewesen. Durch meine eigene Überheblichkeit gegenüber meiner Überlegenheit. "Bei dir war von Anfang an mehr als nur dieses Gefühl eines Engels. Ich habe.. Mehr gespürt und mehr gesehen. Ich wollte dir einfach begegnen, mit dir sprechen.."

Irgendwie war es unbewusst gewesen das ich diese Gedanken ausgesprochen hatte. Es sollte mehr ein stiller Gedanke im hintersten Eck meines Kopfes sein. Doch das ging nach hinten los. Sein Blick wirkte sofort besorgt und fragend. Seine Frage war mir irgendwie unangenehm, irgendwie aber auch nicht. Ich blickte kurz weg und holte Luft. Es war noch immer seltsam über diese Schwäche zu sprechen. Ich gab nie preis was mich verletzen konnte. Jemandem zu erzählen warum ich alles aufgegeben hatte, warum ich mich selbst aufgegeben hatte.. Das war wesentlich mehr als mich nackt jemandem zu zeigen. Es war als würde ich meine Seele ausziehen und ihm alles zeigen, was in mir war. Alles. Das was ich fühlte war keine Angst, das er mich mit diesem Wissen verletzen könnte. Es war eher die Angst das ich mich selbst wieder so auf mich selbst einließ. Es war die Scham zuzugeben das auch ich schwach war. Ich schloss wieder die Augen, griff eher unterbewusst nach seiner Hand und verschränkte die Finger in seinen. "Ich war schwach.. Ich hatte Angst vor dem Leben. Ich hatte Angst vor jeglichem Gefühl, vor jedem Gedanken und vor mir selbst." begann ich flüsternd, öffnete die Augen und sah wieder an die Wand. Ich spürte etwas in mir, was ich zuletzt in genau dieser Nacht gespürt hatte. Nur diesmal war dieser Selbsthass nicht so groß. "Ich habe mich selbst gehasst. Für diese Angst. Für alles, was passierte. Ich habe mir die Schuld an dem Tod meiner Mutter gegeben.. An dem Tod von meiner Familie. Selbst meinen Vater, den Engel.. Er starb wegen mir." Ich richtete mich ein wenig auf und blickte ihn nun an. Zum ersten mal in meinem Leben traute ich mich jemanden anzusehen während ich über das sprach was tief in mir verborgen war. Meine Ängste. Ich spürte diesen Druck in meinem Kopf und die Hitze die langsam in den Kopf stieg. Ich spürte wie meine Augen feucht glänzten. Meine Augen mussten ihm offen zeigen wie kaputt ich innerlich war. "Ich wollte das alles nicht mehr. Keine Angst mehr vor dem Tod, dem Schmerz und den Gedanken. Vor Gefühlen.. Keinen Hass mehr. Ich fühlte mich auf der Brücke so wohl. Ich stand auf der Mauer, unter mir hunderte Meter nichts. Eine Schlucht. Unten ruhiges Wasser. Der Himmel war so klar und voller Sterne.. Das Wasser so ruhig das es wirkte als würde er Himmel unter mir einfach weiter exestieren. Ich ließ mich fallen und.. Ich fühlte mich zum ersten mal in meinem Leben frei. Frei von allem.." Ich atmete tief durch und riss mich zusammen um nicht zu weinen. Lediglich eine einzeln Träne entwich meinem Auge, doch ich lächelte leicht. "Ich habe mir ziemlich viel gebrochen.. Das Wasser war tief genug um es zu überleben, aber flach genug um verletzt zu werden.. Ich hatte wohl Glück, das ich das überlebt habe." Die Tage darauf waren wirklich nicht schön gewesen.

Ich beobachtete ihn lächelnd dabei wie er sich zu mir setzte und letztendluch auch legte. Ich hob die Decke an, rückte an ihn heran und deckte auch ihn zu. Mein Kopf legte sich wieder an seine Brust, mein Bein winkelte ich über ihn an und der Arm legte sich um seinen Bauch. Er war noch immer unbekleidet, was mich irgendwie freute. So spürte ich seine Wärme. Ich hob den Kopf und küsste ihn noch einmal lang, ehe ich mich von ihm löste und den Kopf an seine Halsbeute legte, die Augen schloss. Zum ersten mal seit Jahren fühlte ich mich sicher und geborgen, schlief mit einem Lächeln ein.



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Amatiel
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Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   20.11.16 13:40

So richtig verstand er immer noch nicht warum Rae diese Gefahr eingegangen war. Er hätte wirklich anders reagieren können. Zum Leidwesen der anwesenden Menschen und auf die Gefahr hin selbst zu sterben. Er konnte ihren Gedanken und Gefühlen dazu nur bruchstückhaft folgen. Es fehlten einfach Teile um es ganz zu verstehen, aber diese Teile würde er nicht finden, weil sie zu menschlich waren um für den Priester greifbar zu sein. Er sah an die Decke und versuchte diese Informationen zu ordnen. Vermutlich hatte die Nephilim schon vorher die Gestalt eines Engels gesehen. Ungleich zu anderen Menschen konnte sie die Hüllen immerhin durchschauen. "Und trotzdem bin ich letzlich nur ein Engel.", flüsterte er. "Ich habe nicht mehr und nicht weniger Fähigkeiten als meine Geschwister." Und sie haben genauso kaputte Flügel. Im Vergleich zu den höherrangigen Engeln waren es sogar weniger Kräfte und gegen diese war er auch wesentlich schwächer. Amatiel verstand nicht, was genau sie ihm sagen wollte, wenn sie sagte, dass er anders war. Der einzige Unterschied war, dass er sie nicht angegriffen hatte.Vielleicht war er wirklich etwas begriffstutzig, was diese Feinheiten in der Kommunikation anging. Allerdings merkte er, dass sie damit etwas Nettes sagte und das ließ ihn etwas lächeln. "Irgendjemand wäre auf jeden Fall gestorben...wir sollten deshalb kein schlechtes Gewissen haben.", murmelte er. Entweder sie oder die beiden Engel oder eben nur ein Engel. "Ich finde es gut, dasss wir... geredet haben." Statt zu kämpfen. Er fuhr ihr wieder etwas durchs Haar. Es gut, was danach passiert war. Was das betraf, konnte er auch sagen, dass er mehr gespürt hatte, als er je erwartet hätte.

Er wusste nicht was er erwartet hatte, aber vermutlich nicht so eine umfassende Darlegung ihrer Gefühle. Man sah, dass es ihr Kraft abforderte, dass alles zu erzählen und ein wenig bereute der Engel es, dass er das alles aufgerührt hatte mit seiner Frage. Er sah ihr genau diese Gefühle an, die er auch bei Menschen sah, die über den Friedhof liefen oder im Krankenhaus im Aufenthaltsraum saßen. In solchen Momenten konnten sie keine Maske mehr tragen oder zumindest keine, die man nicht schnell durchschauen konnte. Solche Momente bedeuteten Schmerz für die Person, aber für Amatiel war es als würde er dann einfach nur lesen brauchen. Es war dann weniger kompliziert. Zumindest nach außen hin. Aber das waren Fremde und die Nephilim war ihm weniger fremd als die meisten Menschen und viele seiner Geschwister. Das machte es wieder schwieriger. Er sah den Schmerz und wusste trotzdem nicht, wie er damit umgehen sollte. Vermutlich war es gut, dass er wirklich kein Rit Zien war. Ansonsten würde Rae sicherlich schon lange nicht mehr leben. Bis jetzt hatte er das mit ihrer Familie auch gar nicht gewusst. Er dachte, dass sie gegangen war und ihre Familie dann ohne sie weiter gemacht hatte. Er hätte nicht erwartet, dass ihre Familie gestorben war. "Dein Vater wusste auf was er sich da einlässt. Also gib dir nicht die Schuld.", meinte er dann ernst. "Du kannst nichts dafür, dass du so in diese Welt geboren wurdest." Für die Schläge ihres Stiefvaters konnte sie auch nichts. "Du hast keine Schuld." Die Welt hatte Schuld daran und auch der Himmel. Eine Regel, die vielleicht irgendwann einmal von wichtigerer Bedeutung war. Nach einer Weile des Schweigens fügte der Priester leise an. "Deine Familie...ich wusste nicht, dass sie tot ist." Ihrem Hass auf Engel nach zu urteilen musste er eigentlich nicht die Ursache erfragen. Er konnte sich vorstellen, dass es seinen Geschwistern egal gewesen war, wenn noch weitere Menschen starben, wenn sie sich in den Weg stellten. "Es gibt kein Leben ohne Leid.", meinte er ruhig. "Niemand ist ohne Schmerz. Vielleicht nicht einmal Gott." Aber zu was sie der Schmerz getrieben hat, war erschreckend. Sein Vater hatte sicher nie im Plan, dass ein Mensch sich so derartig am Ende fühlte.

Amatiel setzte sich auf und zog sie auf seinen Schoß und drückte sie wieder an sich. Er wirkte etwas hilflos bei ihren Gedanken und Worten. Er hörte die Trauer und den Schmerz heraus und konnte trotzdem nichts dazu sagen. "Ja, es war Glück, dass du überlebt hast.", murmelte er dann gegen ihre Stirn. "Wir wären uns sonst nicht begegnet." Und er war froh über diese Begegnung. Sie gab ihm etwas Trost in dieser verwirrenden Welt. "Es ist falsch die Welt allein bei dir zu suchen oder die ganze Welt dafür zu hassen." Er küsste sie kurz auf die Stirn. "Aus dir ist trotzdem ein besonderer unter guter...ein gutes Wesen geworden." Mensch war wohl das falsche Wort.

Er erwiderte den Kuss. "Schlaf gut." Das mit dem Schlaf hatte er ja schon einmal unerfolgreich versucht. Mit jemanden neben sich gelang es auch nicht. Er hatte ungefähr eine Stunde lang die Augen geschlossen gehalten - erfolglos. Dann war er dazu übergegangen sie zu beobachten. Die gleichmäßigen Atemzüge und den friedlichen Gesichtsausdruck. Hin und wieder schob er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, wenn sich eine darin verirrte. Die Bedürfnisse von Menschen waren seltsam. Aber sowohl Essen als auch Schlaf schienen gut für sie zu sein und sich gut anzufühlen. Er wusste schon, was er tun würde. Er würde später vor ihr aufstehen und Kaffee kochen. Immerhin konnte er dann gleich das, was sie ihm gezeigt hatte anwenden.
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Rae Black
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Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   20.11.16 20:31

Seine Worte zeigten mir das er meine Gedanken genau so wenig verstand wie ich selbst. Er hatte wieder Recht, es war eigentlich kein Unterschied zwischen ihm und den anderen Engeln die auf dieser Welt umher wandelten. Zumindest keinen der das irgendwie erklären konnte. Seine Flügel waren genau so zerstört wie die der anderen Engel. Er hatte die selben Fähigkeiten und die selben Probleme. Was also sollte ihn anders als all die anderen Engel zuvor gemacht haben? "Ich weiß, das du wie jeder andere dieser Engel meinen Tod hättest haben wollen. Und das es wirklich leichtsinnig war einfach so in die Kirche zu spazieren, zu bleiben obwohl ich wusste und gesehen hatte was du bist." Das war es, das würde es auch bleiben. "Vielleicht wollte ich genau diese Gefahr auch herausfordern. Manchmal.. Habe ich die Hoffnung das mich ein Engel angreift und ich einen Fehler mache, der tödlich für mich ist.." gab ich leise zu. Ich war nur einmal in meinem Leben so schwach gewesen das ich meinem Leben selbst ein Ende setzen wollte. Das war das erste mal und würde das einzige mal gewesen sein. Wenn mein Leben sich beenden würde, dann durch eine fremde Hand. "Aber ich bereue es nicht diese Gefahr eingegangen zu sein. Ansonsten hätte ich das hier alles niemals spüren können. Ansonsten hätte ich dich niemals so spüren können." Ich flüsterte lächelnd und sah ihn sanft dabei an. Seine Hand fuhr ruhig durch mein Haar. Es fühlte sich immer noch so gut an.. Ich bereute nichts.

Amatiel wirkte verunsichert und überfordert mit all diesen offene Worten von mir. Tatsächlich ging es mir genau so. Innerlich starrte ich mich selbst fassungslos an und verarbeitete all das was ich dem Engel eröffnet hatte. Ich fühlte mich nun wirklich nackt, hilflos und fror innerlich tierisch. Als würde man wirklich nackt im Schnee sitzen. Innerlich hatte ich ein kleines Kind, einsam, verlassen und hilflos vor Augen. Zumindest fühlte ich mich in diesem Moment so. Es war ungewohnt so offen zu sein, ich hatte noch nie jemandem so etwas erzählt.. Ihm meine Schwächen gezeigt. Die Punkte die mich verletzbar machten. Es war ein seltsames Gefühl, gleichzeitig jedoch fühlte ich mich wieder so leicht. Beinahe schwerelos. Ich hatte das gefühl das er der Richtige war. Ich blickte ihn wieder an. Ich lachte leise. "Ich bin gerade wirklich froh, das du nicht wie einer dieser Sanitäter-Engel bist.. Spätestens jetzt hätte ich wohl diesen sanften Tot geküsst." Mir war klar das genau dies hier der Schmerz war, der mir den Tod bedeutet hätte wenn ich einem solchen Engel begegnet wäre. "Das wusste er vielleicht, aber.. Trotzdem. Er hat diesen Tod nicht verdient." Ich flüsterte wieder nur. Ich kannte diesen Engel nicht, aber so wie ich glaubte war er einer der wenigen Guten gewesen. Keine unselbstständige Tötungsmaschine.
Amatiel hatte bisher also nicht gewusst das meine Famile tot war.. Wie auch? Ich hatte es mit keinem Wort erwähnt gehabt. Wieder blickte ich zur Seite, legte eine Hand an das Bett und knetete ein wenig des Füllmaterials der Matratze. "Ja, sie sind alle tot. Ich kam aus der Army zurück um sie zu überraschen.. Da war über all Blut. Meine Mutter schrie, meine kleine Schwester.. Sie war tot. Es waren Drei Engel." Ich hörte wieder ein Knacken, diesmal jedoch sah ich das meine Hand das Holz des Bettes hat zersplittern lassen. Ich nahm die Hand weg und legte sie auf mein Bein. Der Hass in mir trieb meine Kräfte bis auf die Spitze an, das wusste ich. "Es waren die ersten Engel die ich tötete, bei denen ich es genoss. Es bringt sie nicht wieder.. Aber ich hoffe das es ihnen besser geht wo sie jetzt sind." Meine Stimme war nun kaum hörbar und heiser. Ich hoffte wirklich das es ihren Seelen gut ging. "Nein, das gibt es nicht. Das weiß ich." Ein Leben als Nephilim konnte wohl nicht ohne Schmerz von statten gehen. Seine Arme legten sich wieder um mich und zogen mich auf seinen Schoß, drückten mich an seine Brust. Ich blickte wieder auf und lächelte mit glänzenden Augen, nickte nur. "Ich bin das erste mal froh all das überlebt zu haben um dir zu begegnen." hauchte ich leise und lächelte, legte die Stirn mit geschlossenen Augen wieder an seine. Seine warmen Lippen an meiner Stirn bedeuteten mir in diesem Moment viel, wenn nicht sogar alles. "Danke, Amatiel."

Ich schlief wirklich ruhig und fest, bis meine Träume einsetzten. Sie wurden dunkler und unruhiger. Ich kniff die Augen im Schlaf zusammen und bewegte mich ruckartig. Ich träumte von einem Engel den ich nicht kannte, der mir jedoch bekannt vor kam. Mein Vater.. Ich kannte ihn aus einem Traum als Kind. Ich sah wie er mich als kleines Kind auf dem Arm hatte, lächelnd. Alles wirkte so ruhig. Es wurde dunkel, er ließ mich fallen und mein jüngeres Ich löste sich in einer schwarzen Wolke auf. Er hielt sich plötzlich die Hand vor den Bauch und ich sah wie Blut aus dem Stoff sickerte. Er fiel zu Boden, blickte mich ängstlich und schmerzlich an. Schnell drehte ich mich um, ich dachte das es hinter mir war. Doch da war nichts. Als ich mich wieder umdrehte lag neben meinem Vater auch Amatiel, tot. Schnell lief ich zu ihm und merkte erst jetzt das ich blutige Hände hatte, einen Engelsdolch in der Hand hielt. Der Dolch fiel klirrend zu Boden. Vor mir tauchte jemand mit schwarzen Augen auf der nur lachte. "Du hast sie alle getötet.. Ich bin stolz auf dich."
Verschwitzt riss ich die Augen auf und starrte Amatiel neben mir an, atmete schnell und sah mich panisch um. Meine Hand legte sich sofort prüfend an seine Brust. Mein Blick ging auf meine Hände. Kein Blut, keine Waffe. Es war alles nur ein Traum.
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Amatiel
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Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   20.11.16 21:47

Wenn er bedachte, dass sein Bruder ihn angegriffen hatte nachdem er verweigert hatte zu helfen und Rae für einige Momente wirklich außer Gefecht gewesen war... "Ich glaube du warst heute wirklich sehr nah an diesem Moment. Dabei war dein einziger Fehler einen Fehler begehen zu wollen.", flüsterte er dann. "Du hättest zwei Engel töten können." Während der andere Engel ihn umbringen wollte, hatte sie diesen getötet. Sie hätte Amatiel genauso schnell töten können. Zwei Tote, keine Zeugen. Es wäre einfach gewesen. "Aber du hast es nicht." Er kraulte sie weiter und dachte nach. Für einen Moment hatte er das Bedürfnis zu widersprechen und zu sagen, dass es Pauls Körper war, den sie da spürte. Selbst, wenn er diese Hülle steuerte. Vielleicht meinte sie ja das. Es war verwirrend. Wenn es um körperliche Dinge ging war er sich nicht sicher inwiefern man ihn oder die Hülle meinte. Die Menschen definierten so viel über Äußerlichkeiten. Doch Rae war kein Mensch, kein voller. Deshalb war es bei ihr noch verwirrender. "Es hat gut getan.", meinte er dann leise. "Einmal keine Sorgen zu haben und einen Moment Frieden zu teilen." Er sah zu ihr. "Das war sehr nah am Fliegen." Und er meinte damit nicht den Sturz von einer Brücke. "Es war richtig."

Die Rothaarige wirkte irgendwie immer noch etwas abwesend. Er fragte sich welchen Gedanken sie hinterher hang. Vielleicht waren es auch tausend Gedanken gleichzeitig. Wer wusste das schon? Er wusste es nicht. Der Engel betrachtete nur, wie die Gedanken in ihr offenbar rasten. Sie wirkte immer noch traurig. Das war wirklich etwas, was ihn auch zum Innehalten bewegte. Er konnte ihr den Schmerz nicht wirklich nehmen. Er konnte nichts rückgängig machen und konnte seine Geschwister nicht stoppen. Sie erwähnte die Rit Zien. Der Priester schmunzelte leicht. "Das hättest du schon gemerkt. Oder auch nicht." Das war das einzig Gute an diesen heilenden und doch todbringenden Engeln. Sie töten schmerzfrei. Ein tröstender, wenn auch beängstigender Gedanke. War der Schmerz zu groß spielte es keine Rolle ob es Gefühle waren oder der Körper kaputt war. Aber diese Engel waren nicht hier. Sie war trotzdem nicht mit ihrem Schmerz allein. Er war hier für den Moment. Aber er konnte sie nicht überall schützen. Aber sie würde es schon schaffen. Sie war stark.
Amatiel hörte zu als sie von ihrem leiblichen Vater sprach. Er konnte dazu nichts sagen. Er hatte die Vorschriften im Kopf, die er heute mehrfach geflissentlich ignoriert hatte. Dabei mochte er geregelte Abläufe und Ordnungen. Er war eigentlich pflichtbewusst. Vielleicht mochte er deshalb den Job des Priesters. Es war alles feinsäuberlich geregelt. Das gab eine innere Sicherheit. Aber manchmal war es auch gut etwas aus der Reihe auszuscheren. Das hatte er schon öfters bemerkt. Vor allem heute. Während sie über ihre Familie sprach, musste das Bett weiter leiden. Diesmal nicht durch zerstörerische Lust zweier Geschöpfe sondern durch Erinnerungen, die sich vermutlich genauso durch die Nephilim fraßen, wie sie ihre Hand in das Holz fraß. Er ließ sie einfach reden. Vielleicht musste man nicht alles kommentieren. Zumal es um die Tode von drei seiner Geschwister ging. Auch wenn er Rae verstand, es waren auch seine Geschwister. Er zog sie wieder näher an sich und versuchte sie so etwas zu beruhigen. Sie bedankte sich und er fragte sich wofür. "Gern geschehen." Das sagten Menschen in solchen Momenten doch? Und er meinte es auch so. Sie taten sich beide gut.

Während der Engel sie im Schlaf beobachtete, fiel ihm auf, wie sie unruhiger Worte. War das ihr Körper? War das ein Traum? Er wusste nicht, wie es aussah wenn Menschen träumten. Paul hatte er im Traum besucht, aber Amatiel hatte nicht darauf geachtet, was der Körper nach außen hin tat. Er war überrascht, als sie die Augen aufriss und sah zu ihr. Wieder runzelte er die Stirn und sah sie fragend an. Er fühlte ihre Hand an seiner Brust. Dann sah sie auf ihre Hände. "Ist alles in Ordnung?", fragte er dann leise. Er wusste nicht, was mit ihr los war. Er wirkte ernsthaft besorgt über ihre Reaktion. Er fühlte auch nichts in der Nähe, was diese Angst auslösen könnte.
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Rae Black
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Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   20.11.16 23:14

Sanft lächelnd nickte ich nur und atmete tief aus. Ich war verdammt nah daran gewesen heute zu sterben. Wenn ich Amatiel angegriffen hätte und dieser fremde Engel dazu gestoßen wäre hätte ich an diesem Tag definitiv ein Ende gefunden, wenn ich es gewollt hätte. Der andere Engel hätte meinen Fehler ausgenutzt und mich am Boden liegend getötet, meine Benommenheit schamlos ausgenutzt. Amatiel hätte mir nicht geholfen wenn ich ihn angegriffen hätte. So aber konnte ich mich sammeln und den Engel töten, ehe er Amatiel etwas antun konnte. Sein Einwand traf zu. Wenn ich es gewollt hätte, hätte ich auch in einem Zuge Amatiel töten können. Zur Sicherheit, weil ich es wollte oder auch einfach weil ich die Chance dazu hatte. Doch ich tat es nicht. Wir hatten uns beide gegenseitig geholfen. Zwei natürliche Feinde die sich im Stillen geschworen hatten sich gegenseitig nichts zu tun. "Das habe ich nicht.. Ich hatte keine Sekunde lang das Bedürfnis dir weh zu tun." Ich war zwar bereit gewesen mich jederzeit zu verteidigen, doch ihn angreifen? Nein, dazu hatte ich wirklich nie das Bedürfnis gehabt. Seine Hand kraulte mir wieder im Nacken und ich schloss die Augen wieder für einen Moment. "Ja, das hat es. Es war schön sich fallen lassen zu können und all dieses Dunkel in der Welt ignorieren zu können." Lächelnd sah ich zu ihm hoch. "Es war richtig." wiederholte ich flüsternd. Das war es.

Ich lachte leise und wischte mir mit der Handfläche über die Augen, um keine erneute Träne zuzulassen. "Ich bin mir noch immer nicht sicher ob das so schön wäre.. Nichts von dem Tod zu spüren. Wenn man totkrank ist, sich den Tod nicht aussuchen könnte wäre das sicherlich das Richtige. Aber ich denke, wenn ich jemals sterben will dann in einem Kampf. Ich will spüren wie es sich anfühlt. Den Schmerz, die Angst.. Man fühlt das alles nur einmal." Im Normalfall sollte man immerhin nur einmal sterben. So seltsam es klang.. Ich wollte alles spüren, wenn es soweit war. Den Schmerz den man fühlte, die Angst die man dabei hatte. Ich wollte mein Leben an mir vorbei ziehen sehen und mein Blut schmecken, ehe ich langsam das Leben verließ. Ich wollte einfach wissen wie es sich anfühlte.
Die Wut in mir ließ meine Kraft beinahe unoktrolliert werden. Das war nichts Neues, schon oft verletzte ich mich selbst in solchen Momenten. Als ich mir das erste mal die Hand selbst gebrochen hatte, nur weil ich eine feste Faust geballt hatte war ich schon erschrocken. Der Schmerz war unerwartet und es dauerte seine Zeit bis ich realisiert hatte was geschehen war. Es war einer der Momente in denen ich realisierte wie stark ich war. Bisher hatte ich noch nie wirklich gesehen wo die Grenzen meiner Kräfte waren. Nicht einmal bei 3 Engeln gab es Probleme. Ich war gespannt wann ich einmal an die Grenzen treten würde, wann ich mal nicht die Stärkere sein würde. Seine Umarmung beruhigte mich wirklich, denn ich spürte wie dieser Druck von innen wieder wich und ich langsam ruhiger wurde.

Ich starrte den Engel neben mir schwer atmend an und berührte ihn, starrte meine Hände an. Ich hatte das Bild von dem toten Körper des Engels vor mir. Wie seine Flügel voller Blut waren, dieses kleine Funkeln nicht mehr in seinen Augen war. Ich konnte nicht einmal mehr diese leuchtende Gestalt richtig erkennen, voller schwarzem Blut. Doch es war alles nicht real gewesen. Es war alles nur ein Traum gewesen. Ich nickte schnell und legte mich zurück in seine Arme, rutschte näher an ihn heran. "Ja, alles okay.. Ich habe schlecht geträumt.." murmelte ich und schloss schnell wieder die Augen, schlief nach einigen Minuten ein.
Diesmal fand ich mich auf einer Klippe wieder. Mitten im Meer, mittem im Nichts. Der Himmel wirkte schwarz, die Sterne strahlten wunderschön miteinander. Das Wasser war ruhig und wirkte wie in der Nacht als ich mich aufgegeben hatte wie der Himel über mir. Ich sah mich um und fühlte mich wohl, frei. Kurz genoss ich dieses Treiben, bis ein stechender Schmerz an meinem Rücken die Aufmerksamkeit auf sich zog. Hinter mir stand plötzlich eine Art Spiegel und ich sah das dort wo das Tattoo meiner Flügel war eine Art Brandwunde war. Beim nächsten Augenaufschlag sah ich das aus dem Tattoo richtige Flügel wuchsen, weiß mit roten Spitzen. Ich starrte ungläubig darauf, bis ich jemanden neben mir erkannte. Den Freund meiner Mutter. Er hatte schwarze Augen, die jedoch wieder normal wurden. Er lachte kühl und zündete meine Flügel an. "Du brauchst sie nicht. Du bist kein Engel, du bist ein Nichts. Nicht einmal ein Mensch! Wegen dir ist deine Mutter tot!" schrie er. Ich spürte wie das Feuer sich in die Flügel fraß, brach schreiend am Boden zusammen. Sie brannten so weit runter bis nur noch diese verbrannten Stellen in Form meines Tattoos zurück blieben. Ich lag nackt am Boden und weinte, vor Schmerz und vor Angst. Es war ähnlich wie die Engelsklinge, jedoch war dieser hier schlimmer. Ich spürte wir er noch immer neben mir stand und mich brutal auf den Rücken drehte und mich auf den Stein unter mir drückte, mich schlug und mit Absicht auf die brennenden Stellen presste. War das alles ein Traum? Es fühlte sich so real an..
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Amatiel
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Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   21.11.16 0:08

"Ich hätte dich angegriffen, wenn du eine Gefahr für meine Gemeinde geworden wärst.", meinte er dann ehrlich. "Ich hätte nicht zugelassen, dass unschuldiges Leben wegen diesem Zwist zwischen Himmel und Erde ausgelöscht worden wären." Amatiel wirkte einen Moment ernst. "Aber du hast mir keinen Grund dazu gegeben." Niemand hätte einen Angriff einfach abgewartet und den Tod kampflos hingenommen. Dessen war er sich sicher. "Ich hätte mich nicht gut gefühlt, wenn ich dich hätte töten müssen." Dann hätte er jemanden im Namen eines Himmels getötet, der für ihn im Moment weniger wert war als die Hölle selbst. Es wäre ein sinnloses Blutvergießen geworden. So viel stand fest. Er küsste sie wieder sanft. Er nickte. Es war richtig gewesen. Vermutlich eine der wenigen Dinge, die nicht falsch sein konnten. Es war schön gewesen und hatte niemanden wehgetan - ausgenommen dem Bett. Wie konnte so etwas falsch sein?

Wieder verwunderten ihn die Worte der Nephilim. "Ob der Schmerz so erstrebenswert? Wäre es nicht schön einmal im Leben keinen Schmerz zu spüren? Ansonsten würde man nur spüren, was einem genommen wird. Verlust kann qualvoll sein. Wie viel sehr muss es schmerzen, wenn man spürt, wie man selbst unwiderbringlich verloren geht, ausgelöscht wird?" Er musterte sie nachdenklich. "Ich glaube selbst ein Engelsdolch kann den Schmerz nicht erreichen, den man in so einem Moment fühlen könnte." Sterbende Menschen waren oft voller Verzweiflung und kämpften gegen das endgültige Gehen an. Das hatte man so oft gesehen. In den letzten Momenten schien ihr eigenes Leben sie zu zerfetzen. Vermutlich kannte Rae diesen Moment, wenn das Leben aus dem Gesicht eines Menschen wich. Sie war Soldatin gesehen. Sie hatte es sicher unzählige Male gesehen. "Menschen wollen immer einen schmerzfreien Tod. Ich kann das verstehen. Auch wenn ich nicht glaube, dass jeder einen sanften und schmerzfreien Tod verdient." Der Engel merkte, wie ihr Körper sich anspannte unter all diesen Gedanken anspannte und versuchte sie weiter zu beruhigen. Er lächelte leicht. "Denk nicht weiter darüber nach. Du bist am Leben und das wirst du noch eine ganze Weile bleiben." Sie war eine Kämpferin und sie würde leben. Dessen war er sich sicher. "Denk an die Wölfin.", meinte er leise. Irgendwann merkte er wie die Spannung wieder verflog. Gefühle waren so etwas unfassbar kompliziertes.

Schlecht geträumt. Es war interessant. Eigentlich hatte er Träume immer für etwas Gutes gehalten. Er streichelte über ihren Rücken bis sie wieder eingeschlafen war. Es machte ihn neugierig. Und nach einer Weile konnte er es nicht nehmen sich in ihren Traum einzuwanzen. Er fand sich mitten im Meer wieder, hatte aber festen Boden unter den Füßen. Er trug seine schwarze Priesterkleidung und war nicht mehr nackt, wie in der Wirklichkeit. Man wusste nicht in was für einen Traum man landete. Es war Nacht, eine sehr schöne Nacht und Amatiel fragte sich, wo in diesem Traum die junge Frau war und ob sie überhaupt hier war. Er machte sich unsichtbar und wanderte weiter die Dunkelheit ab. Irgendwann sah er sie. Ihr wuchsen Flügel. Das war ein sehr befremdlicher, wenn auch wunderschöner Anblick. Beeindruckender als Tattoo. Auch, wenn er das Tattoo irgendwie passender fand. Er legte den Kopf schief um das Ganze weiter zu beobachten. Sie wirkte fasziniert davon und der Engel kam nicht umhin darüber zu schmunzeln. Er lief weiter auf das Szenario zu. Da war plötzlich noch jemand, den er nicht kannte. Er wirkte wie ein Dämon. Er schrie bösartige Dinge. Amatiel konnte sich vorstellen, wie verletzend diese Worte sein mussten. Die Flammen rissen ihn aus diesen Gedanken. Er schlüpfte aus seiner Tarnung und packte den Fremden um ihn mit einen Griff an die Stirn aufzulösen. Rae lag schreiend am Boden. Er berührte ihre brennenden Flügel um sie zu löschen oder wie man das nennen konnte. Er zog sie in seine Arme. "Es ist nur ein Traum.", flüsterte er ihr zu. "Du schläfst. Dir kann nichts passieren. Er ist weg. Er kann dir nicht mehr wehtun."
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Rae Black
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Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   21.11.16 1:08

Die ehrlichen und ersten Worte des Engels kamen sofort an. Ich fand es gut das er ehrlich war. Diese Tatsache hatte mich nicht geschockt, beleidigt oder sonstiges. Es freute mich das er so dachte. Das zeigte mir nur noch einmal das er nicht nur die Hülle dieses Priesters haben wollte, sondern sich mit dem Leben auseinander setzte und die Gemeinde so weiter führte wie sie es verdiente. Wenn er mich getötet hätte im Falle einer Gefahr für seine Gemeinde wäre es das einzig Richtige gewesen, was er hätte tun können. Doch ich wollte von Anfang an niemanden verletzen, weder unschuldige Menschen oder diesen Engel der in der Kirche gestanden hatte. So lange ich keinen Grund hatte fügte ich keinem Schmerz zu. "Ich bin froh das du so denkst." Ich schmunzelte. "Ich hätte dich auch ungern getötet." Es war vermutlich ziemlich seltsam wenn man sich sagte das man einander ungern getötet hätte, während man nackt aufeinander hing. Ich war wirklich froh das es niemand sehen konnte.

Der Einwand ließ mich kurz nachdenken. Natürlich wäre es wohl wirklich schlimm wenn an realisierte das das Leben nun beendet war, das man spürte wie es aus einem hinaus glitt. Ich hatte das Bild vor Augen wie ich mit einem Engelsdolch niedergestochen würde. Überall Blut, unerträgliche Schmerzen. Wie sich diese Schmerzen anfühlten hatte ich in der Kirche deutlich spüren dürfen. Es war schlimmer als jedes Feuer, schlimmer als jeder Schmerz den ich mir vorstellen konnte. "Aber was habe ich zu verlieren?" fragte ich leise und lächelte schwach. Meine Familie war tot. Ich besaß nichts außer mich und diese Kette um meinen Hals. Ich hatte keine Freunde, keine Verwandten und sonst niemanden der mir etwas bedeutete. Ich hatte wirklich nichts mehr was einen großen Verlust darstellen könnte. Außer dich. Die meisten Menschen, wenn nicht sogar jeder wünschte sich friedlich zu sterben. Ich verstand es irgendwo. Wenn man sein Leben gelebt hatte, wenn man unfreiwillig gehen muss und das Leben nicht los lassen wollte. Es starben täglich so viele Menschen die es nicht verdienten, die nicht gehen wollten und auch nicht müssten. Aber ich stellte mir meinen Tod als Erlösung vor, die Erlösung von dem Schmerz des Lebens. "Ich denke, der körperliche Schmerz wäre weniger schön. Angenommen, ich würde tödlich durch einen Engelsdolch getroffen. Der Schmerz wäre kaum auszuhalten, würde mich vermutlich irgendwann in die Bewusslosigkeit treiben." Es war interessant gewesen zu erfahren das dieser Dolch auf mich die selbe Wirkung wie auf jeden Engel hatte. "Aber alles andere.. Das Gefühl wenn das Leben langsam weicht, diese Erkenntnis das es vorbei ist. Die Angst die man dabei hat, die ganz normal ist weil man nicht weiß was kommt. All diese Empfindungen würde ich spüren wollen." Das wollte ich. Wenn ich sterben würde, dann richtig. "Das heißt nicht das ich qualvoll zu Grunde gehen möchte. Aber wenn ich mich entscheiden müsste zwischen dem sanften Tod durch diese Engel oder der klassische Kampf.. Dann würde ich Zweiteres wählen."
Wieder zog sich ein Lächeln über meine Lippen. Ich hatte nie das Gefühl gehabt das es in meinem Leben etwas gab das mir etwas bedeutete. Das war nun anders. "Das tu ich.." flüsterte ich. "Der größte Schmerz und die größte Angst wäre, wenn ich mich vor meinem Tod nicht von dir verabschieden könnte." flüsterte ich leise.

Der kalte Stein unter mir fühlte sich so real an das ich hätte schwören können alles sei real. Ein perfider Schlag des Himmels um mir zu schaden. Während ich zusammen gekauert, nackt auf dem Stein unter mir lag und der Freund meiner Mutter mich trat und schlug löste sich der Griff von ihm plötzlich. Ich hielt die Augen geschlossen, drückte meine Hände vor mein Gesicht und schrie weiter. Dieser brennende Schmerz war so unglaublich real und intensiv das alles in mir schmerzte. Dieses Brennen zog dich durch den gesamten Körper, als würde ich von innen heraus verbrennen. Irgendwas berührte meine glühenden Flügel, woraufhin der Schmerz nachließ. Er ging nicht ganz, das Brennen in mir blieb. Doch es war so auszuhalten das ich nicht mehr schrie und mich nicht mehr ganz krümmte, das ich meinen Körper wieder unter Kontrolle hatte. Zwei Arme zogen mich in einen Arm, worauf hin ich nur panisch aufsah und die Augen ungläubig aufriss. Amatiel. Er hielt mich fest in seinen Armen und flüsterte mir zu, sah mich dabei ruhig an. Erst nach und nach realisierte ich die Worte und drückte mich schutzsuchend an ihn, vergrub mich quasi an seiner Brust. Der Schmerz zog durch meinen Körper und ließ mich noch immer ab und zu zusammen zucken, doch in seinen Armen war es erträglicher als am kühlen Boden. Ich nickte leicht und blickte zu ihm auf. "Ein Traum..?" flüsterte ich um sicher zu gehen. "Wie.. Was machst du hier?" wollte ich mit einer zitternden Stimme wissen. Das Engel in Träume eindringen konnten hatte ich schon wieder vergessen. Ich war ihm unendlich dankbar das er in diesem Traum war und mich gerettet hatte.
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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   21.11.16 1:58

"Im Grunde ist es die Aufgabe eines Engels die Menschen zu schützen. Nicht vor einander, nicht vor sich selbst, sondern vor übernatürlichen Wesen, vor Monstern. Zu diesen Zeiten vielleicht auch vor meinen eigenen Geschwistern." Menschen hatten freien Willen. Dafür mussten sie die meiste Zeit auf sich selbst aufpassen, eigene Regeln befolgen und sich untereinander richten. Letzteres hinterfragte Amatiel manchmal. Er hatte in der Beichte oft genug gehört, wie sie heuchelten und es dann doch immer wieder taten. Er sah nichts Schlimmes darin die Menschen dauerhaft zu entfernen, die definitiv eine Gefahr für andere Menschen darstellten. Menschen konnten auch Monster sein. Diese Art Mensch würde nur über die Milde lachen, die man ihnen zuteil werden ließ. Je nach Schwere des Vergehens würde der Priester weiterhin eingreifen, wenn er es notwendig fand. Heute hatte er auch einen Menschen vor einem Monster geschützt. Einen halben Menschen, wenn man es genau nahm. Aber das spielte jetzt auch keine Rolle mehr. Das lag jetzt in diesem Moment schon gefühtle Ewigkeiten zurück.

Was sie zu verlieren hatte. "Ein Leben voller Möglichkeiten.", erwiderte der Engel. "Ein schwieriges Leben, aber ein Leben, was es verdient gelebt zu werden. Sterben muss jeder. Sterben ist keine Kunst. Es ist eine Kunst zu überleben und jeden Tag etwas Gutes für sich zu finden. Und wenn es noch so klein ist." Er lächelte sanft. "Auch ein ewiges Leben hat keinen Wert, wenn man es nicht mit irgendeinem Sinn füllt." Er hielt kurz inne. "Oder mit einer lebenslangen Aufgabe." Das Dasein als Engel verpflichtete ob man es wollte oder nicht. Man entband sich nicht einfach der Aufgaben des Himmels. Aber nun hatte der Himmel alle ausgestoßen. Es gab keine richtigen Aufgaben mehr und das war beängstigend. Es war als würde man den roten Faden abschneiden. Der Dunkelhaarige nickte langsam. Bei Menschen sah es anders aus, wenn das Leben aus dem Körper wich. Nicht so beeindruckend, wie ein sterbender Engel in einer Hülle. Überhaupt war es nicht die Seele, was diesen letzten Kampf so schwierig machte. Es war der Körper, der sich dagegen wehrte und abschaltete während irgendein sterbender Gedanke im Kopf weiter nach dem Leben schrie.
Ihre Worte rührten ihn auf eine Weise, die er nicht verstand. "Du wirst noch lange nicht sterben, also musst du nicht über einen Abschied nachdenken." Überhaupt war der Gedanke seltsam, dass sie nicht bleiben würde. Aber vermutlich konnte sie nicht bleiben. Zum einen, weil er war, was er war und zum anderen, weil die Menschen reden würden. Vielleicht würde sie auch gar nicht bleiben wollen. Sie war viel mehr in der Welt der Menschen verbandelt als er je sein würde. Außerdem war sie jung. Angeblich waren junge Menschen ja immer auf der Suche nach irgendetwas, vielleicht auch nach sich selbst. Obwohl Amatiel schon glaubte, dass sie wusste, wer und was sie war und sehr bei sich selbst war. Keine beschönigenden Illusionen.

Ihre Schreie waren laut und verzweifelt. Es schockierte ihn immer noch, dass Menschen so grausame Dinge träumten, wenn der Schlaf doch dazu diente ihrem Körper Ruhe zu gönnen. Wieder stellte er fest wie seltsam Menschen waren. Aber hier musste er eingreifen, auch wenn er wusste, dass ihr nichts geschehen konnte in einem Traum. Sie beruhigte sich nachdem die Flammen vergangen waren, aber vermutlich spürte sie noch immer den Schmerz. Selbst im Traum. Sie starrte ihn an. Er fühlte sich ein wenig ertappt. Immerhin war ein Traum sicher auch etwas sehr Persönliches und er war einfach darin eingedrungen und hatte sich umgesehen. Natürlich fragte Rae und er sah etwas betreten aus. "Ich wollte sicher gehen, dass du nicht schlecht träumst.", erwiderte er kleinlaut. Sie sollte nicht wieder so ängstlich erwachen. Er legte den Kopf schief und betrachtete sie und ihre Flügel. Abgebrannt wie seine eigenen. Aber das hier war ein Traum. Alles war Schein. Man konnte Dinge durchspielen, die nicht möglich waren. Amatiel überlegte kurz und griff dann nach ihren Flügeln. Im Traum konnte man Flügel heilen. Eine Sache, die leider nicht im wahren Leben funktionierte. Vermutlich würde es nicht einmal bei Erzengeln klappen. Er zog sie auf die Beine und heilte ihre Wunden. Dann breitete er seine eigenen Schwingen aus. Sein Blick war etwas melancholisch auf seine Federn gerichtet. Er hatte sie so nachgebildet, wie sie gewesen waren... Es war nicht sein Traum. Aber ihr Traum bot ihm die Möglichkeit Verlorenes für einen Moment wieder zu erlangen. Vielleicht mochten es Menschen deshalb zu träumen. Er griff nach ihren Händen und schwang sich dann in die Lüfte und zog sie mit sich in den Nachthimmel. "Vertrau mir.", meinte er mit einem leichten Lächeln.
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Rae Black
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Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   21.11.16 2:36

Schutz vor dem Übernatürlichen hatte die Menschheit sicher auch bitter nötig, auch wenn es eher danach aussah das man sie vor sich selbst schützen musste. Es war noch immer ein sehr trauriger Gedanke das man die Menschen vor sich selbst beschützen musste, vielleicht sogar eher als vor allem anderen. Doch die Menschen waren so. Zerstören und vernichten, so lange es den eigenen Sinn weiter brachte. Ich sah immer wieder was die Menschheit aus sich selbst machte. Reichtum und Armut lebten Tür an Tür, Krankheit und Glück reichten sich immer wieder die Hand wie alte Freunde. Vermutlich würden Menschen niemals anders sein. Einer der vielen Gründe weshalb ich nie einer sein wollte, weshalb ich mich aus dem Leben der Menschen so gut es ging raus hielt.

Ich hob die Augenbraue nur und sah ihn an. Lange Zeit dachte ich nicht so, lange Zeit war mein Leben für mich nichts wert. Ich konnte mir nie vorstellen aus meinem Leben irgendetwas zu machen wofür es sich lohnen könnte zu leben. Vielleicht lag es daran das ich bisher nie etwas geschafft hatte, vielleicht war es aber auch einfach ein Mangel an Vorstellungskraft. "Du magst Recht haben.." Mein Blick traf wieder seinen. Es war schön wenn er so von dem Leben sprach, auch von seinem eigenen. Irgendwie erfüllte mich das mit Wärme. "Aber ich kann mir nicht vorstellen mir irgendetwas aufzubauen. Ein normales Leben werde ich niemals haben können. Es wäre zu gefährlich für alle Menschen um mich herum. Und um ehrlich zu sein habe ich viel zu große Angst das man mir das wieder nehmen wird, was mir etwas bedeutet. Das überlebe ich kein Zweites mal." Die letzten Worte wurden wieder leiser, denn erneut spürte ich ein Stechen in meiner Brust. Der Gedanke daran zu verlieren was man hatte tat weh. Auch nach all dieser Zeit. Ich lächelte. "Ich hoffe sehr, das ich mich nicht zu bald von dir verabschieden muss." Mir war klar das ich am nächsten Tag wieder gehen musste. Ich war für ihn eine Gefahr die ich nicht eingehen wollte. Wenn irgendein Engel mitbekommen würde das er eine Nephilim bei sich hatte wäre die Gefahr zu groß das man her käme und sein Leben als Priester gefährden könnte. Außerdem würden vermutlich viele Vermutungen aufstellen, weshalb ein junger Priester ein Mädchen wie mich bei sich hatte. Abgesehen davon würde er sicher nicht wollen das ich bei ihm blieb, auch er kannte all diese Gefahren vermutlich gut genug.

Seine Erklärung klang plausibel, etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet. Natürlich wollte er sehen warum ich zuvor so panisch aufgwacht war, immerhin kannte er den Schlaf der Menschen doch nicht. Und Albträume sicher auch nicht gut genug. Mir war egal das er sich einfach so in meinen Traum geschlichen hatte. Ich war unendlich froh das er bei mir war, auch wenn ich gerade in seinen Armen schlief. Selbst im Traum spürte ich diese angenehme Wärme und Vertrautheit. Sie brachte mich dazu das ich mich beruhigte und die Angst abgelegt hatte. Ich ignorierte die Tatsache das an meinem Rücken verkohlte Flügel waren, wie die die Amatiel im wahren Leben hatte. Ich fragte mich ob es ihm unangenehm war sie zu sehen. Ob es ihn ärgerte das ich träumte Flügel zu haben. Amatiel erhob sich langsam und half mir ebenfalls auf die Beine, nahm mir jeglichen Schmerz mit einer einfachen Berührung. Seine Hand glitt über meine schwarzen Flügel, er wirkte beinahe verträumt. Ich spürte wie hinter mir etwas geschah und blickte eine Sekunde später auf die prachtvollen Flügel wie sie zu Anfang waren. Weiß mit roten Spitzen, breit und wunderschön anzusehen. Ich hörte ein Geräusch und blickte zu ihm, sah wie auch er seine Flügel ausbreitete. Es waren nicht die verbrannten Flügel, es waren wunderschöne Federn die Zwei riesige Flügel bildeten. Er sah die Flügel an und ich konnte nur erahnen wie er sich fühlen musste. Für mich jedoch war es ein bedeutender Moment, denn die Flügel eines Engels waren wohl das privateste was es gab. Und er zeigte sie mir, in voller Pracht. Während ich noch nicht ganz verstand was hier passierte nahm er meine Hände und stieß sich vom Boden ab. Der Boden unter meinen Füßen verschwand immer weiter, der Himmel kam uns immer näher. Die Luft wehte ganz sanft und Kühl um uns herum. Ich blickte ihn leicht panisch an, hielt mich klammernd an seinen Händen fest. Seine Flügel schlugen so majestätisch das ich meinen Blick nicht von ihnen lösen wollte, doch die Tatsache das wir flogen war ebenfalls unglaublich. Ich blickte nach hinten und versuchte meine Flügel ebenfalls irgendwie zu bewegen. Erst nach einigen Versuchen regten sie sich und schlugen wein wenig unkontrolliert, als würde ein junger Vogel versuchen zu fliegen. Ich sah ihn wieder an, lächelte ebenfalls leicht und spürte wie ab und an ein gelungener Flügelschlag Wind entfachte und mich mit ihm in die Luft trieb.
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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   21.11.16 13:35

Es tat ihm etwas leid, wenn ein so junger Mensch so wenige Erwartungen ans Leben hatte und bereit war jeden Tag zu sterben. Er bezweifelte, dass man dafür bereit sein musste. Wenn die Zeit herangenaht war, müsste man es so oder so. Aber Amatiel wollte nicht über das Sterben nachdenken. Weder über das Sterben seiner Geschwister, das Sterben der Menschheit, das der Welt, auch nicht über seinen eigenen Tod, der vielleicht auch irgendwann anstand und vor allem nicht über ihren Tod. Diesen hatte er heute zwar verhindern können, aber er würde nicht immer da sein können, wenn es gefährlich wurde. Ihre Einwände waren berechtigt. Ein einfaches Menschenleben war ihr nicht vorbestimmt. Er senkte etwas betreten den Blick. Auch da konnte er ihr nicht helfen. Nach einer Weile blickte der Engel wieder auf. "Das tut mir leid." Das hatte er heute schon so oft gesagt und er wusste, dass es Raes Lage nicht besser machen würde. Manchmal hatte er das Gefühl, dass es für Menschen das Höchste im Leben war eine eigene Familie zu gründen. In den Sonntagsmessen saßen oft Familien. Mehr oder weniger glücklich. Aber nach außen hin zeigten sie an ihrem Glück keinen Zweifel. Aber er kannte viele ihrer schmt Geheimnisse. "Aber Blut ist auch nicht immer dicker als Wasser." Er mochte diesen Spruch, auch wenn er wusste, dass er oft anders war. "Eine Familie bedeutet nicht immer Glück und Frieden." Das wussten sie beide wohl am besten. "Ich bin noch nicht lange auf der Erde und es war auch nicht einfach hier. Aber man lernt jeden Tag etwas Neues." Vor allem heute. "Man findet auch in kleineren Dingen große Zufriedenheit."

Es war tatsächlich etwas eigenartig, dass er solche zerstörten Flügel gegenüber stand. Obwohl er so etwas seit dem Fall öfters gesehen hatte, vor allem bei sich. Es war ungewohnt, dass die Nephilim diese Flügel hatte statt ihres Tattoos. Der Engel fragte sich auch wieso sie von Flügeln träumte. Sie war heute zwei Engeln begegnet, war selber ein halber. Ob es damit zusammenhing? Er wusste nicht wie das Träumen bei Menschen funktionierten und warum sie es überhaupt taten. Vielleicht machte es diesen Besuch in ihrem Traum auch so interessant. Man konnte sich schließlich nicht einfach bei irgendwelchen Leuten in die Träume stehlen. Er kannte durch seine Arbeit zwar ein paar Menschen, aber vermutlich wäre es befremdlich so bei diesen in den Schlaf zu schneien. Man träumte schließlich nicht vom Priester aus der Kirche, oder? Das wäre auch absurd. Immerhin war er für die Leute Paul.
Im Moment betrachtete er die schneeweißen Flügel mit den roten Spitzen. Solche hatte er bei keinen seiner Geschwister je gesehen. Schon allein deshalb wusste er, dass er sich in einem Traum handelte. Er sah zu Rae. Stellte sie sich ihre Flügel so vor und warum stellte sie sich diese so vor? Sein Blick hing an den roten Spitzen. Er musste unwillkürlich an Blut denken. Seine Flügel waren nicht weiß. Sie waren nie weiß gewesen. Es war vielmehr ein mittleres bis dunkleres Grau mit einem leichten Schimmern. Weiß war auch nicht seine Farbe. Weiß war so strahlend und hell. Das war er nicht. Er war einer von vielen gewöhnlichen Engeln und war bisher nie sonderlich hervorgestochen.

Er musste schmunzeln, wie sie versuchte wie ein Jungvogel Kontrolle über ihre Flügel zu bekommen. Anscheinend war im Traum doch nicht alles so einfach, wie er gedacht hatte. Amatiel zog sie weiter höher. "Es kann nichts passieren.", rief er ihr zu. "Du schaffst das." Dann ließ er sie los, blieb aber in ihrer Nähe. Er konnte Rae nicht vor der Welt da draußen schützen, aber im Moment konnte er dafür sorgen, dass die Schlechtigkeit der Welt sie nicht im Schlaf störte. Noch immer fand er die Sache mit dem Schlaf und den Träumen interessant. Solche Ausflüge in die menschliche Traumwelt war nichts Alltägliches. Es war normalerweise ziemlich zweckgebunden. Wenn der Priester ehrlich zu sich selbst war, dann war es auch nicht ganz uneigennützig. Die Realität zu verändern war wesentlich aufwendiger. Er hatte es auch seit dem Fall nicht mehr versucht und wusste nicht ob er es noch konnte. Oder ob es genau wie das Teleportieren nichtig geworden war. Aber etwas, was ohnehin nicht existierte, ließ sich ziemlich gut formen. Er beobachtete sie, wie sie damit umgehen würde. "Es fühlt sich großartig an, oder?", fragte er sie dann.
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Rae Black
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Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   21.11.16 19:22

Wieder lächelte ich sanft und sah ihn an. Irgendwie tat es mir nun leid so negativ über die Ansichten meines Lebens gesprochen zu haben. Aber ich war so offen und habe alles über mich preis gegeben, da fand ich nicht das Ende von dieser Strecke. Er wusste nun wie verletzlich ich sein konnte und wusste wo meine wunden Punkte waren. Ich war mir jedoch sicher das er das niemals ausnutzen würde, oder sich darüber lustig machen würde. Vermutlich würde er gar nicht groß darüber nachdenken. Er lernte in der Kirche jeden Tag die Ängste und Sorgen von Menschen kennen, es öffneten sich ihm immer wieder Menschen. Warum sollte ich also etwas Besonderes sein? Dafür bedeutete es mir umso mehr, mich ihm geöffnet zu haben und sich dabei gut gefühlt zu haben. "Das stimmt.." murmelte ich leise. Blut war nicht immer dicker als Wasser, das stimmte erschreckend oft. Wenn ich es aber genau betrachtete war auch gar kein Blut mehr vorhanden welches dicker hätte sein können. Doch diesen Gedanken behielt ich für mich, ich wollte dieses negative Denken nicht weiter antreiben. Seine Worte schafften es wirklich mich auf eine seltsame Art und Weise wiede aufzumuntern. Ich bewunderte ihn dafür das er das, vermutlich unbewusst immer wieder schaffte. "Das tut man, da hast du Recht." Ich sah ihm wieder lächelnd in die Augen. "In kleinen Dingen." Heute.. Die größte Zufriedenheit.

Ich kam nicht drum herum seine Flügel einen ganzen Moment anzusehen, mit großen Augen. Es war so ein wunderschöner Anblick ihn in voller Pracht sehen zu dürfen. Allein die Tatsache das seine Flügel wirklich so ausgesehen hatten war faszinierend genug gewesen. Sein melancholischer Blick auf seine Flügel tat mir ein wenig leid, doch ich konnte ihn verstehen. Es war sicherlich ein seltsames Gefühl seine Flügel wieder ganz zu sehen, obwohl er wusste das sie im Leben noch immer zerstört waren. Auf der anderen Seite war es schön zu sehen wie er sich freute. Seine Flügel schimmerten in einem Grau und faszinierten mich nur weiter. Sie wirkten so unfassbar leicht und dennoch so stark. Als könnten sie keinem etwas antun, und gleichzeitig Berge versetzen.

Amatiel schien sich über meine Versuche des fliegens köstlich zu amüsieren. Auch ich konnte ein leises lachen nicht unterdrücken. Die ganze Situation war so unfassbar seltsam, auch wenn ich wusste das es ein Traum war. Nach und nach gelangen mir die Bewegungen der Flügel immer besser, während er mich weiter in den Himmel zog. Den Felsen unter mir erkannte ich kaum noch, dafür spiegelte sich aus dieser Höhe der Himmel wunderschön wieder. Er ließ mich los und für einen Moment verweigerten meine Flügel den Dienst, ich fiel einige Meter bis sie mich mit einem schwungvollen Fächern wieder nach obe trieben. Es war ein unglaubliches Gefühl ohne Hilfe in der Luft zu schweben, zu spüren wie die eigenen Flügel sich bewegten und einen in den Himmel hebten. Jetzt wusste ich annähernd wie ein Engel sich gefühlt hatte, wie Amatiel sich gefühlt hatte. Ich flog wieder höher zu Amatiel und blieb dicht bei ihm, sah ihn voller Begeisterung an. Selbst in meinem Traum fühlte es sich so seltsam an, da es sich so unglaublich real anfühlte. Genau so hatte ich mir das fliegen vorgestellt. So frei, so unbeschwert und mühelos. Lächelnd flog ich um den Engel herum, drehte Kreise und näherte mich ihm wieder. Ich hätte mir niemals vorstellen können das fliegen noch schöner sein könnte. Aber es war es, denn Amatiel war dabei. "Ja, es... Es ist so unfassbar schön." hauchte ich ihm entgegen. Ich wollte nicht mehr erwachen. Ich hoffte, das der Traum lange anhalten würde.
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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   21.11.16 22:25

Amatiel wusste nicht ob das, was er sagte immer beruhigend war oder Sinn machte. Er sprach nur einfach aus, was ihm dazu einfiel. Er war noch nie in so einer Situation gewesen. Klar, erwarteten die Menschen aus der Gemeinde manchmal tröstende Worte, aber das war nie etwas so Persönliches, als dass er es nachfühlen konnte geschweigedenn auch nur annähernd verstehen. Aber Rae konnte er verstehen. Zumindest hatte er es gelernt sie heute zu verstehen. Sie war mit Problemen aufgewachsen, die mit den Dingen zusammenhingen, die er seit jeher kannte. Das machte es um ein Vielfaches einfacher für ihn. Ob es ihr auch so ging. Nie konnte man so reden, weil Menschen da waren. Nicht einmal unter Engeln konnte man vollkommen frei reden. Vielleicht nicht einmal vor Gott. Aber zumindest war letzterer gerade kein Problem - wobei eigentlich war er und seine Abwesenheit das Problem. Die junge Frau wirkte aber schon ruhiger, wenn auch nachdenklich. Aber er konnte nicht in ihren Kopf schauen. Es ging ihn auch nicht alles an. Sie hatten vermutlich heute beide schon mehr offengelegt, als sie es je geplant hatten. Aber es war ein schönes Gefühl gewesen. Genau wie das Gefühl jetzt einfach still beieinander zu liegen. Oder aufeinander. Ihr Herzschlag war wieder ruhig. Die Hitze war einer angenehmen Wärme gewichen.

Der Engel erinnerte sich nicht mehr an seinen ersten Flug. Das schien so endlos lang her zu sein. Aber er wusste, dass er das Gefühl geliebt hatte. Es war als wäre es immer schon so gewesen. Als wäre er im Flug geschaffen worden - was er für unwahrscheinlich hielt und seltsam finden würde. Deshalb waren ihre Flugversuche so amüsant. Der Priester hatte diese Reportage über Wildvögel gesehen und wie die Küken heranwuchsen und mit den Elterntieren ausgeflogen waren. Er sah es gelassen, wie sie an Höhe verlor. Immerhin war das ein Traum, selbst wenn sie fiel, würde ihr nichts passieren. Aber Rae fing sich und kam wieder höher. Er musste lächeln, als sie sich ausprobierte. Er selbst blieb auf der Stelle um das Ganze zu beobachten. Es freute den Engel, dass sie offenbar genauso viel Spaß daran hatte und dass er das mit ihr teilen konnte. Es war nur ein weiterer schöner Moment, den sie gemeinsam verbrachten. Allerdings wusste er auch, dass er nicht die ganze Zeit hier bleiben konnte. Es war zwar schön, aber vielleicht auch nicht gut, dass der Engel sich in ihren Träumen einnistete oder sich zu wohl fühlte. Immerhin wusste er selbst am besten, dass das hier nur ein sehr schöner Schein war. Es war nicht die Realität. "Ich wollte, dass du weißt, wie es sich anfühlt.", lächelte er dann. Ob sie weiter in ihren Träumen fliegen würde, wusste sie nicht. Er würde nicht ständig über ihren Schlaf wachen können und es wäre auch seltsam, wenn er es tun würde.

Langsam ließ er sich zu Boden segeln bis er wieder festen Grund unter den Füßen hatte. Er ließ die Illusion bei sich verschwinden und machte der Realität Platz. Kaputte Flügel. So war es nun einmal. Es war wichtig das zu akzeptieren. Das konnte auch ein schöner Traum nicht ändern, aber er hatte es wirklich genossen. Er sah zu Rae. "Du solltest noch ein wenig ruhen.", meinte er sanft. "Ich habe noch etwas zu erledigen." Er verriet nicht, was es war. Das würde sie ja später sehen. "Keine Sorge. Ich bin in der Nähe." Damit löste er sich aus dem Traum. Er saß noch eine Weile neben ihr bevor er aufstand. Dann stand Amatiel auf und ging wieder ins Schlafzimmer um sich etwas anzuziehen. Schwarze Kleidung. Die Alltagsbekleidung eines Priesters. Er richtete den kleinen Kragen. Sein Blick fiel noch einmal auf das Bett. Er dachte an das zurück, was hier gewesen war. Er breitete die Überreste der Decke darüber. Er würde später aufräumen müssen. Er sammelte die Kleidung vom Boden und schaffte sie in den Wäschekorb im Bad. Dann kochte er Kaffee. So wie die Nephilim es ihm gezeigt hatte, zumindest fast. Es war vermutlich trotzdem noch eine stärkere Mischung.
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Rae Black
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Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   21.11.16 23:08

Bei dem Gedanken daran wie verwirrt und und seltsam ich vor einigen Stunden auf ihn gewirkt hatte musste ich irgendwie schmunzeln. Er hatte mich die meiste zeit angesehen als wäre ich ein Rästel, als würde alles was ich sage keinen Sinn ergeben. Vermutlich war es zum Großteil so, ich wusste immerhin das ich ziemlich seltsam wirken konnte. Gerade für jemanden der sich ganz langsam an die Menschen und ihre Eigenarten heran tastete musste ich die Abrissbirne aller Erkenntnisse sein. Ich verwirrte mich manchmal selbst, das war eine Kunst für sich. Doch jetzt wirkte es als würde er mich verstehen, als könnte er nachvollziehen warum ich so war wie ich nunmal war. Er hatte es geschafft das ich mich ihm geöffnet hatte und ihm erzählt hatte was Jahrelang tief in mir verborgen war. Das was ich immer vor allem schützen wollte hatte ich ihm in die Gände gegeben und mich dfabei gut gefühlt. Selbst ich konnte nun die Engel ein wenig besser verstehen als zuvor. Zwischen dem Hass und der Verachtung mischte nun Mitleid mit dabei. Manch einer fühlte vielleicht wie ich. Hatte alles verloren und wusste nicht weshalb, suchte nach einem Grund und einem Weg zurück. Sie wollten nur nach Hause und waren verwirrt. Vermutlich würde es mir nun schwerer fallen einen Engel zu töten. Ich müsste mich erkundigen ob es auch noch andere Wege gab Engel von sich fern zu halten.

Ich genoss diesen Wind auf meiner Haut und zwischen den Flügeln. Sie fühlten sich so echt an das ich schwören könnte den Wind zwischen den Feder zu spüren. Ich hatte bisher nie geahnt das man einen Traum so formen konnte, das man das tun könnte waws man wollte, was man gerade wirklich wollte. Ich war dem Engel dankbar das er sich in meinen Traum geschlichen hatte und mir selbst hier den Schmerz genommen hatte. Ich träumte erschreckend oft von diesem Mann, davon wie er mich wieder verprügelte und mich verletzte, verbal und körperlich. Doch die Sache mit den Flügeln war zum ersten mal geschehen, so einen intensiven Schmerz hatte ich zuvor noch nie gefühlt. Doch Amatiel hatte mir gezeigt das man Träume verändern konnte und gegen böse Dinge ankämpfen konnte. Ich hatte mir nun fest vorgenommen bei meinem nächsten Albtraum selbst dagegen zu kämpfen. Vielleicht war ich auch im Traum stark genug um den Gedanken und Ängsten zu zeigen das ich das Ruder in der Hand hatte. Der Engel ließ sich langsam sinken, bis er am Boden stand. Ich ging mit ihm hinunter und schwebte schwingend über ihm. Ich wusste das er nicht die ganze Zeit in meinem Traum bleiben konnte. Daher lächelte ich nur und nickte. Es war schön zu wissen das er nicht mehr in meinem Traum war, aber dennoch direkt bei mir war. Es fühlte sich gut an. Ich schwang mich wieder in die Höhe, höher als zuvor und drehte meine Runden. Ließ mich im Sturzflug sinken und breitete kurz über der Wasserfläche meine Flügel aus. Ich flog so nah am Wasser was ich meine Hand durch dieses ziehen konnte. Ich probierte viele Dinge aus, fiel auch ein paar mal aber fing mich immer wieder auf.

Es kam mir vor wie eine wunderschöne Ewigkeit bis ich erneut fiel und diesmal keinen Halt fand. Kurz bevor ich auf dem Boden aufprallte wurde ich wach und starrte an die Decke des Wohnzimmers. Das Gefühl des Windes um mich herum lag weiterhin auf meiner Haut, auch der Schmerz wirkte als hätte es ihn wirklich gegeben. Ich richtete mich auf und streckte mich, kam nicht drum herum meine Hand an meinen Rücken gleiten zu lassen. Keine Flügel, keine Brandwunde. Nicht einmal das Gefühl davon war mehr da. Langsam schälte ich mich aus der warmen Decke und streckte mich im stehen noch einmal ganz. Ich hob grinsend eine Augenbraue. Rieche ich hier etwa Kaffee? Langsam schlich ich durch die Räume bis ich in der Küche stand und Amatiel beobachtete wie er durch die Küche wuselte. Ich lehnte mich grinsend an die Theke an, stellte mich jedoch sofort wieder normal hin. Die blauen Flecke an der Hüfte hatte ich beinahe vergessen. "Du hast Kaffee gekocht?" fragte ich lächelnd.
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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   22.11.16 0:36

Während er anfing ein wenig Ordnung in der Wohnung zu machen, dachte er weiter über all das nach, was geschehen war. Es fühlte sich unwirklich an, wenn er ehrlich war. Das Bett war ein Beweis dafür, dass das alles auf jeden Fall kein Traum gewesen war. Er füllte die Waschmaschine und schaltete sie an. Amatiel sah zur Dusche. Die Luft war noch immer etwas feucht. Noch ein Beweis, dass das hier alles passiert war. Er lächelte leicht. Es war wunderschön gewesen. Ein Moment an den er sicher noch öfters zurückdenken würde.Amatiel lächelte leicht ins Nichts zu niemanden bestimmten und über nichts bestimmtes. Er schloss die Badtür um sie nicht durch den Lärm der Maschine zu wecken. Nachdem er den Kaffee angesetzt hatte, blickte er noch einmal ins Wohnzimmer ob sie auch wirklich ruhig schlief. Er trat an das Sofa heran und legte den Kopf schief. Da war keine Unruhe zu sehen. Rae wirkte unglaublich entspannt. Bevor er den Raum wieder verließ sah er zum Klavierhocker. Hatte es dort angefangen oder schon eher? Der Priester wusste es nicht. Seine Finger tasteten wieder vorsichtig über seine Lippen. Es war angenehm geworden und er erinnerte sich an das Gefühl von dem kühlen Metall. Er schloss kurz die Augen und dachte nach, wie es dann weiter gegangen war. Es war unerwartet gewesen. Alles davon. Aber es war ein gutes Gefühl gewesen. Es war merkwürdig gewesen so wenig Kontrolle über sich selber zu haben und doch nach freien Willen zu handeln.

Er holte einen großen Müllsack aus der Küche und ging wieder die Treppe hoch. Dort packte er die zerschlissene Decke, die herausgerissenen Matratzenstücke und das blutige Laken hinein. Er schnürte es zu und trug es die Treppe herab. In den nächsten Tagen würde Amatiel sich diesen Dingen entledigen. Eine kaputte Matratze ließ sich sicher einfacher erklären. Hunde zum Beispiel. Wer sollte schon beweisen, dass er keinen Besuch von Menschen mit Hunden hatte? Er hatte im Fernsehen gesehen, dass so etwas ging. Der Priester widmete sich wieder dem Kaffee. Er roch gut. Aber er würde ihn nie schmecken. Er blickte erst auf, als er Rae sprechen hörte. Der Engel grinste etwas verlegen und nickte. "Ich glaube diesmal dürfte er besser sein." Er betrachtete die blauen Flecken, die unter der Kleidung vorschauten und sah sie fragend an. Sie wusste, dass er das sehr einfach lösen konnte. Er füllte ihr eine Tasse ab. Der Dunkelhaarige lief langsam zu ihr rüber und lächelte. "Gut geschlafen?", fragte er dann leise. Er war ja nicht bis zum Schluss dabei gewesen.

Allerdings fragte sich Amatiel wie es jetzt weiter gehen würde. Immerhin würde sie nicht bleiben wollen. Sie schien immer unterwegs zu sein. "Ich habe deine Wäsche in der Waschmaschine.", meinte er dann, als das Summen der Maschine zur Küche durchdrang. Noch immer stand er vor ihr und wusste nicht, was er weiter sagen sollte. Vielleicht wollte sie erst einmal richtig wach werden und Kaffee trinken. Er wusste auch nicht ob sie jetzt etwas essen wollte. Aber Rae hatte gemeint, dass Menschen morgens etwas aßen. Aber er wusste nicht was und wie. Einzig und allein die Sache mit dem Kaffee hatte er gekonnt. Er brauchte kein Frühstück und auch sonst kein Essen. Er bräuchte nicht einmal Kleidung, wenn es nicht dazu dienen würde nicht aufzufallen. Er sah nachdenklich auf ihre Kaffeetasse. "Wie geht es jetzt weiter?", fragte er dann einfach, weil diese Frage ihn umtrieb und ausgesprochen werden wollte.
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Rae Black
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Nephilim
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Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   22.11.16 1:15

Während ich langsam wach wurde und auf dem Sofa saß fuhr meine Hand langsam über den angewärmten Stoff der Bettwäsche. Ich lächelte leicht verträumt und dachte daran das Amatiel bis vor kurzem noch neben mir gelegen hatte. Es war wirklich lieb von ihm gewesen sich zu mir zu legen obwohl er genau wusste das er nicht schlafen konnte. Ich fühlte mich neben ihm einfach wohler und vor allem sicher. Dieses Gefühl wollte ich einmal haben können während ich schlief, einmal schlafen ohne die ganze Zeit Angst vor einem Angriff zu haben. Wenn ich in Motels schlief war alles gegen Engel hergerichtet. Sigillen überall, die Tür und die Fenster verriegelt. Zur Not den Engelsdolch unter meinem Kopfkissen. Mein Schlaf war sehr leicht geworden. Wenn ich doch mal ohne Dach über dem Kopf schlafen musste weckte mich schon der Atem eines anderen. Dieses Leben hatte mich wirklich paranoid gemacht, aber vermutlich auch zu Recht. Noch immer wirkte alles unwirklich. Ich sah mich um und stellte zu meiner Beruhigung fest das es Amatiels Haus war in dem ich war. Ich sah auf die blauen Flecken an Oberschenkel und Hüfte und lächelte leicht, während mein Finger ganz vorsichtig darüber fuhr. Es war alles wirklich geschehen. Nach diesem Traum hatte ich eine Sekunde lang die Angst das alles nur geträumt gewesen war, genau so wie der Flug. Aber es war alles wirklich passiert. Das Gefühl in mir war wieder da, als wäre es erst wenige Minuten her gewesen.

Grinsend musterte ich ihn. Nun war er wieder bekleidet, doch ich wusste jetzt was sich unter der schwarzen Kleidung verbarg. "Na, dann bin ich mal gespannt." Ich lachte leise und streich mir erneut eine verirrte Haarsträhne zurück. Es war wirklich süß das er nun versucht hatte einen besseren Kaffee für mich zu kochen. Ich bemerkte seinen Blick und zupfte leicht an meinem Top, strich mir selbst leicht über den blauen Fleck am Oberschenkel. Als ich wieder aufsah stand der Engel mit einer Tasse Kaffee vor mir und lächelte mich an. Ich nahm die heiße Tasse entgegen. "Dankeschön.. Nein, ist schon okay. Die brauchst du nicht zu heilen." Sie schmerzten bei gewissen Bewegungen zwar noch immer, aber ich wollte sie wohl einfach als Andenken an all das hier behalten. "Ja, ich habe sehr gut geschlafen. Ich wette jetzt könnte ich dir ziemlich beeindruckende Flugmanöver zeigen." Ich grinste und sah ihn wieder einen Augenblick an, ehe ich am Kaffee nippte und anerkennend nickte. "Nicht schlecht. Stark, aber man kann ihn jetzt gut trinken." Ich war stolz auf Amatiel das er diesen einfachen Tipp so schnell umgesetzt hatte. Vielleicht würden die Menschen nun seinen Kaffee auch trinken.

Ich trank erneut einen Schluck von dem Kaffee und sah ihn einfach weiter an. Er schien nachzudenken. Über was wohl? Vielleicht philosophierte er wieder pber Kartoffeln und warum man sie nicht am Morgen aß. Vielleicht dachte er aber auch an etwas anderes. Sein Blick glitt nachdenklich auf die Tasse in meiner Hand. Also doch keine Kartoffeln. Nun senkte ich auch meinen Blick und hielt kurz die Luft an. Die Frage musste ausgesprochen und vor allem geklärt werden, das wusste ich. Ich wusste jedoch selbst nich so ganz, wie ich diese Frage beantworten sollte. Ich schluckte, fuhr mit dem Finger über den Rand der Tasse. "Ich..Weiß es nicht." ,gab ich ehrlich hervor und sah ihn wieder an. Wenn ich könnte würde ich bei ihm bleiben und ihm durch das Leben helfen. Doch es wäre einfach zu gefährlich wenn ich bei ihm bleiben würde. Der Gemeinde könnte man erzählen ich sei eine Verwandte. Ich könnte mit der Kirche helfen und endlich gute Dinge tun, endlich diese Lebensaufgabe finden die ich nie hatte. Nie ein normales Leben, aber ein Leben mit jemandem bei dem ich mich sicher fühlte, bei dem ich eine Lebensaufgabe hatte die viele Menschen mit Glück erfüllen würde. Ich lächelte verträumt und spürte wieder wie meine Augen feucht wurden. "Ich denke das es das Beste ist wenn ich gleich wieder fahre und weiter ziehe." ,sprach ich leise. Ich bezweifelte neben allem das er mich dauerhaft bei sich wollen würde. "Ich.. Würde wirklich gern bei dir bleiben.." ,gab ich flüsternd zu. "Aber die Engel jagen mich. Es wäre eine zu große Gefahr für dich und deine Gemeinde das hier einer auftaucht, wegen mir." Es tat weh das zu sagen. Es war genau das was ich nicht wollte. Aber ich durfte nicht egoistisch sein und andere gefährden. Ich hoffte nur, das wir uns nicht verlieren würden.. Das wäre das einzige, was mir in diesem Moment etwas bedeutete.
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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   22.11.16 2:04

Er war auch gespannt. Immerhin hatte er mit Rae jemanden, der ehrlich sagen würde, wenn der Kaffee schlecht wäre. Jemanden, der immer ehrlich war - wenn auch nicht zu jeden, aber offenbar gehörte er zu der Gruppe der Privilegierten. Das erfüllte ihn schon ein wenig mit Freude und etwas Stolz. Immer noch war der Blick des Engels auf ihre blauen Flecke gerichtet. Er war das gewesen. Im Vergleich zu den Verletzungen, die er jemanden im Kampf beifügte, war das vermutlich gar nichts, aber es war trotzdem eigenartig zu wissen, dass das nichts mit einem Kampf zu tun hatte. Menschen würden wohl sagen, dass man sich etwas heftiger geliebt hatte, aber so richtig hatte er auch noch keine Bezeichnung für das, was sie da getan hatten. Zumindest keine, die es für ihn begreiflicher machte. Es war besonders gewesen. Menschlich und doch nicht menschlich. Die Nephilim sprach von ihrem restlichen Schlaf und er lächelte. Das glaubte er gern. Es entlockte ihm ein Lächeln, welches breite wurde, als sie den Kaffee lobte. Vermutlich wirkte es wie ein kleines Kind, was für eine gute Schulnote gelobt wurde. Es waren eben wirklich die kleinen Dinge, die manchmal glücklich machten.

Es war eine Antwort, die er nicht erwartet hatte. Sie wusste es nicht. "Ich auch nicht.", erwiderte Amatiel dann. Er hätte gern eine Antwort geliefert. Das Einzige, was er wirklich wusste, war, dass er hier in Redmond bleiben würde. Er wurde hier gebraucht. Paul wurde hier gebraucht. Der Engel fühlte sich auch noch nicht bereit für die Welt. Es gab noch zu viele Dinge, die er besser kennenlernen musste und verstehen wollte. Rae wirkte unendlich traurig und er fragte sich woran das lag. Da waren wieder Tränen in ihren Augen. Sie waren nicht dort, weil sie glücklich war. Der Priester kannte dieses Gesicht schon von ihr, als sie über ihre Ängst gesprochen hatte. "Hast du Angst?", fragte er sie. Sie wollte weiter. Das war bedauerlich. Er hatte ihre Gesellschaft genossen. Sein Blick wanderte durch den Raum. "Es wird still hier sein, wenn du weg bist." Es war immer still, wenn das Radio nicht an war oder er das Klavier quälte. Dann war dieses Haus totenstill. Das störte ihn eigentlich nicht, aber es war eine willkommene Abwechslung gewesen. Er blickte auf, als sie sagte, dass sie gern bleiben würde und bevor er sagen konnte, dass sie bleiben könnte, zählte sie schon die Gründe auf warum sie nicht bleiben würde.

Der Dunkelhaarige würde seine Gemeinde auch nicht in Gefahr wissen wollen. Das hatte er am Vortag schon bewiesen. Offenbar war das Leben nun einmal so, dass er nicht beides haben konnte. Eine hundertprozentige Wahrscheinlichkeit für ihre Sicherheit gab es auch hier nicht. Vielleicht war es auch gut, wenn sie hier einen mehr oder weniger geheimen Rückzugsort hatte. Er hatte den Blick etwas gesenkt und versuchte Worte zu finden. "Ich...ich verstehe das.", meinte er dann leise. Trotzdem wäre es ihm anders lieber. "Aber du kannst jeder Zeit wieder hier her kommen. Ich denke nicht, dass ich in naher Zukunft hier weggehen werde." Amatiel wusste, dass er sie nicht überreden könnte hier zu bleiben. Aber er konnte ihr anbieten, dass sie wiederkommen könnte, wenn ihr danach wäre oder sie in der Nähe war. Er zog sie wieder leicht in seine Arme. "Es wäre schöner, wenn es anders wäre.", flüsterte er dann leise. Aber es war gefährlich. Für sie beide und für die Menschen hier. Da war wirklich ein tiefes Bedauern. Er nahm ihr die Tasse aus der Hand und stellte diese ab. Dann zog er sie wieder etwas näher. Er würde die Nähe und die Gespräche wirklich verlassen. Egal ob über dicke Hintern oder Kartoffeln. Es würde fehlen. Aber es war eine gute Erinnerung.
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Rae Black
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Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   22.11.16 2:55

Sein Blick hing weiterhin auf meinen blauen Flecken. Ich fragte mich irgendwie was er gerade dachte. Er schien darüber nicht besorgt zu sein, eher wirkte er wieder als würde er seinen Gedanken nachgehen. Ich trat auf ihn zu und grinste leicht an seinen Hals. Meine Hand glitt an seinen Hals, zog den Kragen des Shirts etwas runter und zeigte einen Knutschfleck. Leise lachte ich und strich mit dem Finger darüber. "Vielleicht möchtest du den blauen Fleck beseitigen." Lächelnd trat ich wieder zurück und legte den Kopf schief. "Wie geht es denn deinem Rücken?" Ein sanftes Lächeln lag auf meinen Lippen. Vielleicht hatte er diese Wunden schon geheilt als er im Haus etwas getan hat. Beim duschen sahen sie zwar ungemütlich aus, aber nicht allzu schlimm. Da ich allerdings nicht wusste wie sie nach einigen Stunden aussahen interessierte es mich natürlich schon. Das Kompliment über den Kaffee schien ihn wirklich glücklich zu machen. Ich musste mit lächeln, denn nach allem was es zu schön wenn er aufrichtig lächeln musste. Auch wenn es wegen so einer Kleinigkeit war. Amatiel hatte wohl Recht als er gesagt hatte das manchmal schon kleine Dinge Glück bedeuten konnten.

Das auch er nicht wusste wie es nun weiter gehen würde überraschte mich nicht. Ich hatte damit gerechnet das er ebenso wenig wie ich einen Plan hatte. In meinen Gedanken klang alles so harmonisch und simpel. Ich könnte hier bleiben und mit ihm gemeinsam der Gemeinde helfen. Ich würde nicht mehr allein sein, hätte jemanden bei mir bei dem ich mich wohl fühlte und der mir gut tat. Er könnte mir helfen und ich könnte ihm helfen. Aber so schön es auch klang, so schön es wäre: Es ging nicht. Ich hätte zu viel Angst das ihm etwas geschehen könnte. Oder seiner Gemeinde, was ihn genau so treffen würde. Seine Frage stieß auf den Wunden Punkt und ich schluckte schwer, atmete tief ein, nickte. Ich hatte Angst. Angst davor wieder allein zu sein, Angst davor wieder nur Kälte um mich herum zu spüren. Es war mir ein Rätsel wie dieser Engel mir innerhalb so kurzer Zeit so wichtig werden konnte. Aber es war nunmal so gekommen, und es war gut so. Diese Stille die er erwähnte würde nicht nur hier im Hause sein. Auch wäre um mich herum wieder alles still. Ich hatte immer gedacht das das allein sein das Beste fpr mich wäre. Aber jetzt, wo ich gespürt hatte das es unglaublich schön sein konnte jemanden an seiner Seite zu haben hatte ich Angst davor wieder allein zu sein. Allein in der Nacht, allein in meinen Träumen. Ich hatte große Angst davor.

Mein Blick senkte sich wieder und ich schloss die Augen einen Moment. Dieses Angebot würde ich wohl zu gern annehmen, sobald es wieder möglich war. Meine Hand hatte sich beinahe unterbewusst an die Tasse geklammert. Hätte Amatiel sie mir nicht vorsichtig aus der Hand genommen hätte ich sie wohl in meiner Hand zerspringen lassen. Seine Arme taten wieder gut an mir, ich vergrub das Gesicht an seiner Brust und atmete erneut tief ein. "Ich wünsche es wäre anders." ,flüsterte ich nur leise. Allein diese Umarmungen würde ich vermissen. Diesen besorgten Blick, sobald er meine Reaktion nicht richtig deuten konnte. Diese Gespräche über alltägliches, über Kartoffeln und die Menschen würden fehlen. Die ganzen Erinnerungen trieben mir die Tränen in die Augen. Es war lange her das ich so oft geweint hatte. Aber ich fand es nicht schlimm. Nicht vor ihm. Doch bevor ich weinte riss ich mich zusammen. "Vielleicht geht es irgendwann.. Wenn sich die Welt beruhigt hat." ,flüsterte ich wieder. Vielleicht würde es irgendwann nicht mehr so angespannt sein. Wir konnten nur abwarten, hoffen und so lange die Zeit nutzen die wir gemeinsam hatten. "Hast du.. ein Handy?" Ich hob meinen Blick wieder und sah ihm in die Augen. Ich hoffte das er eines hatte, damit ich wenigstens im Kontakt zu ihm stehen konnte. Ich wusste nicht genau was das zwischen uns war.. Aber es war da, und es war stark.


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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   22.11.16 13:31

Er legte den Kopf schief, als sie mit der Hand unter den dunklen Stoff des Kragens fuhr. Er spürte ein leichtes Ziehen an der Hautstelle, die sie berührte. Der Engel ließ den Fleck verschwinden. Wenn sie der Meinung war, dass das besser war. Es war nicht so, als hätte ihn das gestört. Es wäre kein großer Schmerz gewesen, aber der Knutschfleck war verdächtig nah am Kragen gewesen. Wobei ihm selbst das nicht gestört hätte, woher sollte er auch wissen, dass solche Dinge Aufmerksamkeit erregen könnten? Er sah zu Rae, als sie den Rücken ansprach und runzelte den Stirn. Um den hatte er sich auch noch nicht gekümmert. Es war einfach zu viel anderes los gewesen. Vermutlich würde man ihn für einen dieser verrückten Gläubigen halten, die sich selbst geißelten. "Er tut nicht weh.", erwiderte er dann. Vermutlich würde er nicht in die Verlegenheit kommen ihn irgendwem Fremden zu zeigen. Deshalb fand er es nicht so wichtig sich darum zu kümmern. Das waren Kleinigkeiten. "Lass das meine Sorge sein.", lächelte der Priester dann. Sie war zwar der Ursprung der Kratzer gewesen, aber es war nicht allzu schlimm gewesen. Das mit dem Blut auf dem Laken sah vermutlich gefährlicher aus, als es gewesen war. Wenn diese Wunden Teil von dem war, was sie da getan hatten, dann würde er das auch weiterhin in Kauf nehmen. Das Schöne überwog einfach. Vielleicht ging es ihr genauso. Er wunderte sich trotzdem warum sie die Flekcen behalten wollte.

Natürlich würde es einfacher und schöner sein, wenn man alles so einfach lösen würde. Wenn sie einfach hier bleiben könnte. Man würde sicherlich eine Arbeit für sie finden. Die Leute in der Gemeinde waren sehr freundlich zu ihm. Er war sich sicher, dass man mit den richtigen Worten dafür sorgen konnte, dass die Nephilim eine Stelle in dieser Stadt gefunden hätte und damit ein Zuhause bekommen hätte. Aber all die Schönmalerei lohnte sich nicht, weil es nun einmal nicht so sein konnte und weil es nicht einfach war. Amatiel betrachtete die junge Frau wieder. Sie hatte also Angst. Irgendetwas sagte ihm, dass es nicht die Angst vor Engeln war, die sie hier marterte. Er konnte ihr diese Angst nicht nehmen. Er konnte es nicht. Das war vielleicht eine weitere Geißel der Menschheit. Diese unlösbare, tiefverankerte Angst, die manchmal keinen Auslöser brauchte um da zu sein.

Wenn er etwas gelernt hatte, dann war es, dass Umarmungen angenehm waren. Mehr als eine notwendige Höflichkeit. Aber er wusste, dass er andere nicht so umarmen würde, nie so umarmen würde und könnte. Aber er wusste nicht, was es war, was das hier besonders machte. Woher sollte er das auch wissen? "Ich weiß nicht ob es jemals wieder anders wird.", antwortete der Priester dann ehrlich. Er blickte zu ihr herab, konnte ihr Gesicht aber nicht sehen. Er kraulte der Rothaarigen wieder den Nacken. Die Welt würde sich nicht beruhigen. Jedenfalls nicht in den nächsten Jahren oder Jahrhunderten, aber er sprach es nicht aus. Das wusste sie vermutlich selbst. Er seufzte leicht, während er sie weiter im Arm hielt. Ihre nächsten Worte überraschten ihn. Er blickte zu ihr und dachte kurz nach. Dann nickte er langsam. "Paul hat ein Handy.", bestätigte er. Er benutzte es selten. Meistens für eingehende Anrufe. Wen sollte er schon anrufen? Nur selten brauchte er es beruflich. Die meisten kamen zu ihm, wenn sie etwas wollten. Er löste sich von ihr und lief wieder ins Wohnzimmer und holte es aus dem Regal. Er hatte es meistens geladen und angeschaltet für den Fall, dass wirklich jemand anrief. Aber meistens geschah das über Festnetz. Es hatte Ewigkeiten gedauert bis er das mit den SMS herausbekommen hatte. Es war verwirrend gewesen und wie sich ständig seine Worte verändert hatten. Aber das war nun einmal alles ziemlich selten. Amatiel reichte es ihr und sah sie fragend an. Wollte sie jemanden anrufen? Das Offensichtliche erschloss sich ihm gerade nicht.
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