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 What does it mean to be an Angel? (beendet)

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AutorNachricht
Rae Black
Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   24.10.16 2:18

"Das war auch eher,...Ach, egal." meinte ich grinsend und winkte ab. Es war irgendwo ziemlich attraktiv all diese Dinge nicht machen zu müssen, auf der anderen Seite wäre das aber wohl ziemlich seltsam auf Dauer. Ich aß einfach zu gerne und trank zu viele Dinge als das ich froh darüber wäre eben jenes nie wieder tun zu müssen. Wobei die Sache mit der Krankheit gar nicht übel war, so eine Grippe nervte schon gewaltig wenn sie einen einmal erwischt hatte. Das Engel wenigstens Schmerz empfanden war irgendwie beruhigend, wenn auch auf eine seltsame Art. So wusste ich das sie auch bei ihrem Ableben den Schmerz erlitten, den sie verdienten wenn es den Grund gab das Leben zu beenden. Wie es mir den Hüllen ablief die ein Engel sich suchte war ebenfalls ziemlich interessant. Wenn diese Hülle, dieser Mensch also nicht alterte so lange der Engel in ihr war und nie krank würde.. Das war doch eigentlich nicht schlecht. Also passierte im Grunde nichts, so lange jener Engel nicht getötet wurde. Engel konnten heilen.. Das erste was wirklich nach einem richtigen Engel klang. "Heilen.. Wie ein Wunderheiler? Finger auf die Stirn, und der Schmerz, die Verletzung ist weg?" Ich wollte wirklich wissen wie man sich das vorstellen konnte. Engel mussten ihre ausgesuchten Hüllen also um Erlaubnis fragen, wenn sie in diese hinein schlüpfen wollten.. Immerhin hatte man so scheinbar die Wahl sich dagegen zu streuben oder Ja zu sagen. Ziemlich gnädig, wenn man bedachte das Dämonen sich nehmen konnten was sie wollten, ohne das man gefragt wurde. "Also darfst du ihn als Hülle benutzen. Das macht die ganze Sache weniger seltsam." Ich grinste leicht.
Lernen, indem man andere imitiert.. Das erinnerte mich sehr stark an meine kleine Schwester. "Also wie ein Kind. Kleinkinder machen ihren Eltern auch alles nach und lernen so.. Das laufen, das sprechen.. Alles eben." Einen Engel wie ein Kleinkind zu betrachten ließ mich hörbar grinsen. Aber irgendwo gab es Parallelen, Engel waren sicherlich ebenso unbeholfen in manchen Situationen. Ich lauschte seinen Worten weiter, nickte ab und an verstehend. "Burn-Out.. Verbreitet unter Menschen, das stimmt. Ich kann mir die irritierten Blicke gut vorstellen. Gut, das niemand so weit denkt und einen gefallenen Engel in ihrem Priester vermutet."
Als Schreiber Gottes wusste man sicherlich alles was nötig war um zu tun was jener Engel eben getan hatte. Dennoch.. Irgendwann musste der Himmel doch wieder offen sein. Oder?

Die Menschen würden vermutlich diese Ewigkeit analysieren wollen und jeden auf die mögliche Reise vorbereiten. So waren Menschen, wollten alles wissen und mussten alles erklären können. "Wenn ich überlege.. Als Mensch ist das Leben alles andere als klein. Ich habe erst 21 Jahre hinter mich gebracht und weiß nicht, ob ich weiter 20,30, vielleicht ja 40 Jahre mitmachen will. Wenn ich weiß, das nach dieser langen Zeit eine Zeit anbricht die dieses Leben als kurz darstellen wird.. Wow. Das ist schon ziemlich groß." Tatsächlich dachte ich gerade daran was Ewigkeit wirklich bedeutete. Kein Ende, dagegen würden 50 oder 60 Jahre Leben nichts sein.
Das der Engel vermutete die Seelen würden keinen Schaden nehmen und wären jeder in einem eigenen, kleinen Himmel zauberte mir ein Lächeln auf die Lippen. Es war ein beruhigendes gefühl glauben zu können das meine Mum und meine kleine Schwester im Himmel waren und glücklich waren. Egal welcher Hass in mir lebte, dieser Gedanke schob alles beiseite. Einen Augenblick bröckelte meine aufgebaute Mauer, ein Glück das er mich nicht sehen konnte. Schnell sammelte ich mich wieder, setzte meine Maske wieder auf und atmete tief durch, nahm die nächsten Worte kaum wahr. Also brummte ich einfach nur. Über die Dummheit der Menschheit und ihren Willen nach Freiheit konnte man sowieso nur den Kopf schütteln.

Eine Hierarche unter Engeln, mit verschieden mächtigen Engeln klang ziemlich groß. Ich fragte mich im Stillen ob ich es wohl auch mit diesen Gregori aufnehmen könnte, oder einem Seraphim. Vielleich war es jedoch besser das nie heraus zu finden, ich sollte wohl froh sein das ich mich gegen Drei Engel wehren konnte. Gregori waren also wie Nephilim, irgendwann gegen den Himmel und eine Gefahr für die Menschen. Das Seelen verzehren klang wirklich gruselig, also dachte ich mir das es wohl besser wäre nie einem zu begegnen. "Also sind.. Gregori die Art Engel die sich gegen den Himmel gestellt hat und ebenso Gefahr für jeden wurde." sortierte ich für mich selbst die Gedanken. "Vielleicht würde ich mich mit dieser Art Engel ja verstehen. So von Gejagtem zu Gejagtem." Ich grinste leicht. Das Seelen essen war noch immer ziemlich gruselig, auch weil ich es mir nicht wirklich vorstellen konnte. Vielleicht auch wollte. "Ja, das habe ich." antwortete ich trocken. Ich war froh bisher nur den normalen Engeln begegnet zu sein und noch keinem der anderen beiden Sorten, oder einem Erzengel. Wer wusste schon ob ich gegen diese eine Chance hätte? "Dann bin ich mal froh, keinem der anderen begegnet zu sein.. Und hoffe das Seraphim und Gregori an mir kein Interesse haben."

Als ich ihn endlich sehen konnte, seine Mimik betrachten konnte zog er seinen Dolch hervor und zeigte ihn mir kurz, ehe er ihn wieder unter der Robe verschwinden ließ. Ich nickte nur, schob meine Jacke zur Seite und zeigte auch meinen Dolch, rückte ihn wieder richtig und versteckte ihn ordentlich. Nach einem Moment Stille meinte er das es seltsam sei das jemand hinter seine Hülle schauen konnte. Ich grinste nur. "Ebenso. Es fühlt sich seltsam an, das du die eine Hälfte von mir siehst wie sie ist. Das.. Spürt man wirklich. Wirklich komisches Gefühl. Ich versuche das was hinter deiner Hülle ist nicht anzustarren. Aber es ist wirklich faszinierend das von Nahem sehen zu können, ohne eben Sorge zu haben das ich jeden Moment erstochen werde."
Es schien ihn ein wenig zu verwirren das ich mich vorstellte, doch auch er nannte mir seinen Namen. Damit hatte ich nicht gerechnet, also blickte ich auf und lächelte leicht, nickte. "Paul.. Amatiel. Da wir unter uns sind, nenne ich dich Amatiel. Immerhin spreche ich gerade mit dem Engel in Paul." Wieder grinste ich leicht, strich mir erneut eine Strähne hinter mein Ohr. Das die Hölle vielleicht doch Interesse an mir haben könnte beunruhigte mich ein wenig. Er hatte jedoch Recht, ich war stark und konnte es mit Engeln aufnehmen. Vermutlich etwas, das Dämonen nützlich sein könnte. Also hoffte ich einfach mal das ich keinem aus der unteren Region begegnen würde. "Es reicht mir mich mit Engeln herumschlagen zu müssen.. Ich hoffe einfach mal das die Hölle nichts von mir weiß und mir meine Ruhe lässt."
Während wir dort ruhig saßen vernahm ich plötzlich ein Gefühl das sich in mich schlich wie ein kalter Schauer auf dem Rücken. Meine Augen weiteten sich während ich spürte wie das Blau in ihnen zu leuchten begann, der Engel in mir war voll anwesend. "Es ist ein anderer Engel hier." brachte ich es auf den Punkt und sah Amatiel ernst an. Er musste es auch spüren, er war nicht weit entfernt. War das eine Falle? Hatte ein anderer Engel mich und diese Gnade gespürt?


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Amatiel
Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   24.10.16 14:42

Er betrachtete sie irritiert. Sie war genauso irritierend wie Menschen. Aber er beließ es dabei. Irgendwann würde er schon verstehen, warum sie ihm gratuliert hatte. Zu was auch immer. Musste sie dann nicht eher Gott gratulieren, der so etwas möglich gemacht hatte? Amatiel legte kurz die Stirn in Falten. Das war wirklich alles verwirrend. Er versuchte sich weiter auf ihr Gespräch zu konzentrieren. "Nennen die Menschen das so? Wunderheiler?", fragte er dann. Ihre Beschreibung war ziemlich akkurat. "So in etwa. Aber ich vermute, wenn du das bei Menschen beobachtet hast, waren das auch keine Menschen gewesen." Wenn sie das beobachtet hätte, hätte sie aber einen Engel spüren müssen und dieser sie. Und dann hätte es eigentlich zum Kampf kommen müssen. So wie sie jetzt eigentlich auch einen Kampf auf Leben und Tod führen müssten, wenn man die himmlische Betriebsordnung beachten würde. "Dämonen können nur sich selber heilen.", erklärte der Engel dann. "Wir können uns selbst und andere heilen." Er hob seine Hand zu dem Gitter und fügte sich mit der anderen eine Wunde zu, die nach einer Berührung kurz hell aufleuchtete und sich daraufhin wieder schloss. "Es gibt eine Klasse von Engeln, die allein zum Heilen geschaffen worden sind. Sie sind sozusagen die Sanitäter des Himmels." Er hatte gelernt, dass es Menschen gab, die auch ausschließlich dieser Tätigkeit nachgingen. "Allerdings unterscheiden sie nicht in körperlichen Schmerz und den Schmerz, den man empfindet, wenn man beispielsweise trauert." Er schwieg kurz. "Sie heilen nur, aber sie töten auch, wenn sie eine Heilung für unmöglich erachten. Sie töten so schnell und schmerzlos, dass sich andere Wesen und auch Engel vor dieser Fähigkei fürchten. Sie werden von starken Schmerz und Leid angelockt und sind darauf bestrebt dieses zu lindern oder eben ganz zu beenden." Er lächelte leicht. "Sie tun nur ihre Pflicht, aber man kann sie sicherlich auch als gefährlich ansehen, wenn man das möchte."

Der Engel lächelte leicht. "Findest du?" Er wusste nicht ob es weniger seltsam war, nur weil man die Erlaubnis hatte. "Es ändert nichts daran, dass jemand besessen ist. Egal ob von einem Engel oder Dämon." Er nickte. Burn-Out, so hatten sie es genannt. "Es ist auch besser, wenn es so bleibt. Ich glaube die Leute würde es verunsichern. Entweder würden sie es für ein Zeichen Gottes sehen oder sich fürchten. Aber es ist kein Zeichen Gottes. Das würde anders aussehen. Er würde andere Engel für solche wichtigen Aufgaben aussenden. Höherrangige Engel." Amatiel sah auf. "Und ich möchte auch nicht, dass sie mich fürchten." Er seufzte. "Du siehst. Ich kann nicht diese Wunderheilersache spielen, wenn ich nicht auffallen möchte. Ganz egal ob ich das wollen würde oder nicht. Es ist nicht gut, wenn Menschen zu viel von diesen Dingen wissen."

Der Dunkelhaarige nickte wieder. "Die Ewigkeit kann sehr lang sein. Aber wir haben ein anderes Zeitgefühl und wenn es Aufgaben gibt, dann spürt man es auch nicht so sehr. Wie bei den Menschen, die in ihrer Freizeit irgendwelche Dinge tun. Nur auf einen endlosen Zeitraum gedacht." Die Ewigkeit störte ihn nicht. Es störte ihn einfach, dass diese Zeiten, dieses Stück dieser Ewigkeit so unruhig war und das nicht nur im Himmel oder auf der Erde. Auch in der Hölle. Eine große, alles umfassende Unruhe. "Manchmal frage ich mich ob das hier alles nur die Ruhe vor dem Sturm ist.", erwiderte er leise. "Es ist ein Aufruhr in Gange. Ich frage mich: Wieso jetzt und wieso alles zu einer Zeit?" Es hatte immer unruhige Zeiten gegeben, aber das erschien ihm bemerkenswert. Selbst die Hölle war sonst immer relativ stabil gewesen.

Er lachte leise. "Nein, nein. Sie haben sich nicht direkt gegen den Himmel gestellt. Ein paar von ihnen haben sich nur über die Menschen gestellt und nicht eingesehen, wieso sich um solche scheinbar schwachen Kreaturen kümmern sollten. Sie haben begonnen ihre Seelen zu verzehren." Amatiel fuhr fort. "Ich glaube nicht, dass alle Grigori so grausam sind und ihre Pflichten aufgegeben haben. Aber wohl genug um so eine Jagd zu veranlassen. Immerhin sollten diese Engel die Menschen schützen. Jeder Engel hat diese Pflicht, aber die Grigori waren ausschließlich dazu da. Sie befinden sich schon sehr lange unter den Menschen. Ich denke nicht, dass du fürchten musst deine Seele zu verlieren. Ich glaube das wäre bei so einer Begegnung dein geringstes Problem." Der Priester lächelte matt. "Hätten sie sich gegen den Himmel gestellt wären sie wohl im Engelsgefängnis." Auch so einen Ort hatte der Himmel nun einmal. "Ich glaube die Jagd auf sie sollte vielmehr eine Warnung an andere Engel sein."

Es war wesentlich angenehmer das Gespräch fortzuführen, wenn man sich gegenüber stand. Man konnte den anderen dann wesentlich besser einschätzen. Mit einer Hülle war man eben auch zu einen bestimmten Grad an die Körpersprache der Menschen gebunden. Auch, wenn man selbst da ein paar Dinge lernen musste. Ganz von allein funktionierte das auch wieder nicht. "Stell dir vor wie irritierend das für Menschen wäre, wenn sie das wahrnehmen würden. Sie könnten zwar mögliche Gefahren so schneller erkennen, aber sie würden ebenso schnell versuchen alles zu töten, was nicht ist, wie sie." Er zweifelte nicht daran, dass die Menschheit eher beunruhigt über die Existenz aller übernatürlichen Dinge wäre. "Sie würden Angst haben, wenn sie wüssten, dass diese ganzen Wesen aus ihren Geschichten real sein könnten und es auch zum Teil sind." Wieder musste er lächeln. "Es ist eine Weile her, dass man mich bei meinem Namen genannt hat. Ich musste mir angewöhnen, dass ich auf den Namen meiner Hülle reagiere. Es ist seltsam gewesen." Wieder zuckte er die Schultern. "Dafür kann ich nicht garantieren." Die Hölle war ihm noch fremder als der Himmel es zur Zeit war.

Vermutlich hatten sie es zeitgleich gespürt. Da war jemand unterwegs zu ihnen. "Er kommt näher.", bestätigte er. "Allerdings bleibt uns noch ein wenig Zeit." Menschliche Fortbewegung. Mühselig und langsam. Aber vermutlich war er schneller da, als ihnen lieb war. Er deutete auf die Stelle ihrer Kleidung an der der Dolch versteckt war. "Den solltest du griffbereit haben." Er sah sich um. "Wir kommen hier nicht schnell genug weg. Jedenfalls würden wir nur ein wenig mehr Zeit haben, aber nicht vermeiden, dass er uns aufspürt." Wobei es unklar war ob es dem Engel nur um den Nephilim ging oder auch um den Engel. "Familienbesuch. Pauls Brüder sind schon lästig genug, da brauche ich nicht noch meine eigenen an der Ferse.", murmelte er. Der Engel kam näher. "Ich weiß nicht, was gleich passieren wird. Gut. Ich weiß, dass er angreifen wird. Aber ich möchte trotzdem, dass du weißt, dass ich auch jetzt nicht den Wunsch verspüre dir zu schaden, selbst, wenn ich mit einem weiteren Engel eine größere Chance hätte dich zu töten." Das sollte Rae wissen. Das im Beichtstuhl war immerhin fast so etwas wie ein Nichtangriffspakt gewesen. Und für die Nephilim war es sicherlich eine wesentlich verwirrendere Situation, wenn plötzlich zwei Engel hier sein würden und sie nicht wusste wen sie trauen oder nicht trauen konnte. Selbst wenn sie auch mit drei Engeln fertig werden würde. Seine Hand wanderte zu seinem Dolch. Man hörte das Schloss der Kirchentür knacken große Holztür flog auf.

In den Augen des anderen Engel stand erst Verwirrung, dann Misstrauen. Offenbar hatte er sich wohl eher darauf eingestellt, dass er hier zu einem Kampf dazustoßen würde. Ein Kampf, der bis jetzt noch nicht stattfand. "Warum tötest du sie nicht?", schrie der andere und kam näher. "Zusammen können wir es schaffen. Sie ist ein Monster, das nicht existieren sollte." Sein Bruder hatte zumindest den Engelsdolch schon kampfbereit, während Amatiel immer noch ein wenig wie versteinert da stand. Nur langsam zog er den Engelsdolch und hob ihn. "Das würde ich so nicht sagen.", murmelte er dann. Er fragte sich wer in diesem Raum gerade das größere Monster war: der Nephilim, der nicht sein sollte, der Engel, der gerade ans Vernichten dieses Wesens dachte oder er, der eher daran dachte, wie man das Monster schützte. "Was meinst du damit?", schrie der Engel weiter. "Was ist das hier überhaupt? Verbündest du dich jetzt schon mit dieser Abnormität? Du solltest besser wissen zu wem deine Loyalität gehört." Der Priester wurde ärgerlich. "Ich verbünde mich mit niemanden." Immerhin wusste er schon eine ganze Weile nicht mehr, wer und was nun die gute Seite war und wer es nur behauptete. "Sie hat mich nicht angegriffen.", versuchte er es mit Worten zu erklären. "Sie hätte mich schon lange töten können, wenn sie es gewollt hätte." Wieder erhob sein Bruder die Stimme. "Und du hättest das selbe auch schon lange mit ihr machen können. Oder bist du zu feige und zu schwach es mit so einem kleinen Monstermädchen aufzunehmen?" Der Engel lachte auf. "Aber gut. Wenn das deine Art ist dem Himmel zu dienen. Dann sterbt ihr einfach beide. Du hast die Wahl Bruder. Entweder hilfst du mir oder gehst mit dieser Kreatur unter." Amatiel warf der Rothaarigen einen kurzen, warnenden Blick zu. Gleich würde es vermutlich sehr ungemütlich werden.
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Rae Black
Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   24.10.16 16:20

Grinsend nickte ich nur, brummte dann zustimmend nachdem mir einfiel das er mein Nicken nicht sehen konnte. "Menschen nennen das gern so, ja." Die Beschreibung der Engel wurde immer interessanter, das Bild eines Engels wurde immer bunter. Gerade wirkte es als würde ich kritisch vor einem Bild stehen und der Engel neben mir würde nach und nach immer mehr Farben auf dieses Bild klecksen, machte es immer größer und farbenfroher. Setzte viele Teile zu einem Bild zusammen. Einem Engel. "Nein, bei einem Menschen hab ich das nicht beobachtet. Das hätte mir doch zu Denken gegeben wenn ich da keinen Engel gesehen oder gespürt hätte. Nein, manche Menschen behaupten von sich ein Wunderheiler zu sein. Es gibt welche die stellen sich als Auserwählten von Gott dar, der eben diese Fähigkeit hat und verlangt dann Geld dafür.. Oder mixt irgendwelche Kräuter zusammen und behauptet es sei ein magischer Trank der alles heilt. Menschen glaubend as oft in ihrer Verzweiflung. Traurig genug." meinte ich abfällig und seufzte leise. Wenn Menschen verzweifelt waren konnte man sie wirklich einfach an der Nase herumführen und mit ihnen spielen. Der Engel demonstrierte diese Heilung einfach indem er sich selbst verletzte und diese Wunde dann mit dem blauen Leuchten seiner Engelsgestalt heilte. Faszinierend mit anzusehen, also legte ich den Kopf schief und betrachtete dieses kleine Wunder, seine Fähigkeit staunend. Sanitäter des Himmels? Es wurde verrückter. Nach und nach klangen diese Engel jedoch auch ziemlich unberechenbar. Schnell und schmerzlos sterben ist irgendwo eine gute Sache, wenn jedoch ein Wesen diese Fähigkeit besitzt könnte es tatsächlich gefährlich werden. "Also wenn man das ungangssprachliche gebrochene Herz nach einer großen Liebe hat, kann diese Art Engel nur den Schmerz in einem sehen.. Und wenn man Pech hat entscheidet er das der Schmerz zu groß ist, und tötet einen einfach? Das.. Klingt nicht gerade nach einer guten Alternative." Diese Art von Engeln scheint unberechenbar zu sein, und ich würde wirklich froh sein diesen nie zu begegnen. Wenn innerlicher Schmerz genau so wie körperlicher zählte war ich wohl einer der Großbaustellen. Und vermutlich totgeweiht wenn einer dieser Engel mich aufspüren sollte.

Wieder nickte ich leicht, lächelte schwach. Für mich war es ein wenig anders wenn man einen Körper auf Nachfrage besetzen konnte oder es sich einfach nahm. Da ging es wohl um das menschliche Prinzip. "Irgendwie schon. Engel scheinen wenigstens anstandshalber zu fragen, während Dämonen sich nehmen was sie wollen. Ich denke da greift dieses menschliche Prinzip, das man wenigstens den Schein der Wahl hatte. Wie in der Politik. Da wird einem weißgemacht man hätte eine Wahl um sich stärker zu fühlen.. Im Endeffekt hat man aber eben nicht die Wahl. Ist wohl wie in dieser Körpersache." Ich würde jedenfalls von keinem der Seiten besetzt sein wollen, ob mit oder ohne Nachfrage. Die Menschen würden vermutlich durchdrehen wenn sie wüssten das Engel unter uns sind und diese jene Fähigkeiten haben. "Menschen würden sich daran gewöhnen, keine Frage. Aber viele würden diese Dinge ausnutzen wollen. Das Militär würde das als Geheimwaffe nutzen, vermutlich Engelsarmeen aufbauen wollen. Menschen würden einen Engel dür nichts gutes nutzen wollen, sie würden nur an sich und ihre Vorteile denken." Fürchten würden sich einige mit Sicherheit auch, doch irgendwann würde sich auch das legen. Doch es war schön zu wissen das dieser Engel nicht vor hatte 'seiner' Gemeinde Angst zu machen, indem er sich als Engel preis gab.

Ewigkeit klang nur in Worten gar nicht so schlimm. Doch wenn ich genauer darüber nachdachte was die Ewigkeit eben bedeutete lief es mir wie ein kalter Rückenschauer über die Haut und wirkte plötzlich doch groß. Wie die Ewigkeit eben war, lang und ohne ein Ende. Ich führ mir unwissend durch mein Haar, zu gern hätte ich darauf eine Antwort gehabt. Es war wirklich seltsam das sich in diesem Moment alles zu überschlagen schien, während es ungewöhnlich ruhig war. "Es ist seltsam das es so ruhig ist, wenn so viel Unruhe und Chaos herrscht. Gerade das Himmel und Hölle parallel diesen Machtkampf zu haben scheinen.. Hältst du es für möglich das dieser Metatron sich mit dem Anführer der Hölle zusammenschließt..?" Es war wirklich ein gruseliger Gedanke das Himmel und Hölle sich zusammen tun könnten. Etwas Gutes würde dabei definitiv nicht entstehen. Und da ich nunmal zur Hälfte Engel war betraf mich das alles auch, oder nicht?

Also doch keine Himmelsarmee die sich direkt gegen diesen gestellt hatte. Dennoch blieben diese Gregori in meinen Augen verdammt gefährlich. Ein leises Lachen verließ meine Kehle. "Na, wenn meine Seele zu verlieren das kleinste Problem sein wird sollte ich mal einem begegnen müssen sie wirklich mächtige Engel sein. Wobei ich mich schon frage, ob ich mich mit deren Kräften messen könnte.. Was nicht heißt, das ich jetzt einen Gregori suchen werde." Schwach grinsend blickte ich wieder auf und legte die Stirn in Falten. Ein Gefängnis im Himmel? Das Bild wurde wirklich immer seltsamer.

Während ich ihn weiter ansah, kam dieser Gedanke zurück der mich zuletzt in diesem Schrank besetzt hatte. "Du hast etwas von Gefängnis im Himmel gesagt.. Mir ist klar das der Himmel nicht so aussieht wie Menschen ihn beschreiben.. Auf weichen Wolken, hell und überall Bauten wie aus der griechischen Mythologie, geflügelte Wesen mit Harfen und singend an einem Brunnen.. Wie muss man es sich vorstellen? Nach dem was du erzählt hast, habe ich eher eine Art Bürogebäude mit Gefängnis im Keller im Kopf." Ich grinste leicht, sah ihn jedoch fragend an.
"Menschen würden anfangen alles zu töten was anders ist. Sie würden selbst einen Unterschied zwischen den Blautönen dieser Engelsgnade finden und sich ausgrenzen und töten.. Manchmal glaube ich, Menschen sind dazu bestimmt sich gegenseitig auszulöschen. Jedenfalls wirkt es so.. Die ganzen Wesen?" Ich setzte mich aufrechter hin und sah ihn ein wenig erfürchtig an. "Um das mal klar zu stellen.. Wir reden über Engel und Dämonen. Okay.. Aber was ist mit den ganzen anderen Wesen? Geister, Werwölfe, Vampire, Drachen,Hexen..? Gibt es wirklich alles?" Sollte es all diese Wesen aus den Geschichten wirklich geben? Es wäre irgendwo nicht verwunderlich wenn es eben Engel und Dämonen gab, und mich. Doch diese Ungewissheit ob es so sein könnte fraß mich innerlich auf. Doch ich grinste wieder leicht. "Das glaube ich dir gern. Wenn es dir nicht unangenehm ist, wenn ich dich bei deinem richtigen Namen nenne."

Unsere Blicke trafen sich und sahen ziemlich ähnlich aus. Der Mensch in mir rückte in den Hintergrund während der Engel sich nach vorn baute. Der Überlebensinstinkt war sofort da, vorbeteitet auf alles. Ich nickte nur und blickte zur Tür. "Du hast Recht. Wenn er uns hier findet, wird er nicht einfach weiter gehen wenn wir fliehen. Es fragt sich nur ob er wegen dir oder mir her kommt.." Wie automatisch griff ich an meine Kette, die gerade wieder begann ein wenig beruhigend auf mich zu wirken. Seine Worte waren seltsam, während ich ihn von der Seite musterte. Ich war mittlerweile aufgestanden und hatte den Weg zu meinem Dolch bereit gemacht. Es war seltsam das dieser Engel mich nicht töten wollte, obwohl wir natürliche Feinde waren. Obwohl er mich hätte töten müssen wenn es nach dem Himmel ginge. Also nickte ich. "Das..Beruhigt mich. Auch, wenn ich vermutlich gute Chancen gegen euch Beide hätte. Ich bin froh das ich dir nichs tun muss.. Und du mir nicht schaden möchtest." Etwas in mir blieb dennoch aufmerksam um im Falle des Falles schalten zu können. Ich würde vermutlich gleich zwischen Zwei Engeln stehen, einer würde mich offensichtlich töten wollen. Und der andere nicht. Oder? Wie würde der andere Engel darauf reagieren, wenn ich noch am leben war?

Meine Gedanken wurden von dem Geräusch der auffliegenden Kirchentür unterbrochen. Kaum einen Moment später trat dieser Engel auch schon in die Kirche ein. Ich ignorierte seine Hülle komplett, sondern blickte direkt seine wahre gestalt, seine kaputten Flügel an. Ich wollte das er klar wusste das auch ich ihn sehen konnte wie er war, ich wusste das ein Engel es spürte wenn man ihn ansah. Der Engel blieb nur stehen, blickte erst mich und dann Amatiel an. Er wollte wissen weshalb er mich nicht tötete, hielt den Engelsdolch fest in seiner Hand. Er war sichtlich verwirrt über die Situation die sich abspielte. Amatiel sagte nur das ich ihn hätte längst töten können wenn ich gewollt hätte, doch das interessierte den anderen nicht. Er sah mich als Monster, abnormalität an und wollte mich auf der Stelle vernichten. Er stellte Amatiel vor die Wahl mich zu töten, oder ebenfalls zu sterben. Ein leichtes Grinsen konnte ich nicht unterdrücken. "Du scheinst dir ziemlich sicher zu sein das du stark genug bist. Sei nicht dumm und geh weiter. Tu dir den Gefallen." meinte ich trocken, hielt den Engelsdolch in der Hand und sah ihn streng an. Doch er rührte sich nicht. Nein, stattdessen hob er den Dolch an, knurrte und verengte seinen Blick. "Dann werdet ihr beide sterben. Du, zusammen mit einer lebenden Sünde. Ich wusste das es Brüder gibt die zurecht gefallen sind." Schon hatte er sich in Bewegung gesetzt und ging auf mich los, stach mit dem Dolch nach mir. Er riss mich zu Boden, hielt mich mit seiner Kraft fest und drückte mir die Kehle zu. Noch ehe ich wirklich schalten konnte spürte ich auch schon einen stechenden Schmerz in meiner Schulter der sich wie Feuer ausbreitete. Dieser verdammte Engel hatte mir wirklich seinen Engelsdolch in die Schulter gerammt. Immerhin wusste ich nun das ein Engelsdolch mir mehr schadete als ein normales Messer. Und das mich der Schmerz schwächte, mehr als normaler Schmerz. Seine Hände drückten weiter zu, während ich versuchte dieses Wesen von mir herunter zu bekommen. Ich bekam seine Arme zu greifen und drückte ihn von mir weg, stieß ihn von mir runter. So schnell ich konnte erhob ich mich und zog mit einem Schmerzensschrei den Dolch aus meiner Schulter, spürte in der nächsten Sekunde jedoch einen kräftigen Schlag im Gesicht der mich zu Boden warf und einen Moment benommen am Boden liegen ließ.
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Amatiel
Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   24.10.16 19:08

Er lauschte ihren Worten über die Wunderheiler der Menschen. "Auserwählte von Gott?", wiederholte er stirnrunzelnd. "Meinst du die Propheten? Propheten heilen nicht." Das wäre ihm neu. Propheten hatten andere und wichtigere Aufgaben. "Sie werden auch nicht von Gott gewählt." Er wirkte tatsächlich leicht verärgert. Was bildeten sich solche Menschen eigentlich ein? Er fand es mehr als anmaßend, dass sich Menschen einfach so profilierten. "Sie sollten mir besser nicht begegnen.", meinte er mit leiser, wenn auch immer noch ärgerlicher Stimme. Er würde sie vielleicht nicht töten, aber durchaus zeigen, was ein Diener des Himmels für solche Frevler zu bieten hatte. Engel konnten foltern und sie konnten es gut. Vielleicht war es auch nur ein Anflug von Ärger, der auch wieder abebben würde. "Nicht alle Menschen mit Kräuterwissen sind Lügner.", meinte er dann wieder etwas ruhiger. "Immerhin mussten die Menschen selbst Mittel und Wege finden sich zu heilen und ihre Körper zu erhalten. Das fällt nicht in unseren Aufgabenbereich."
Das mit den Rit Zien schien sie zu beschäftigen. "So ist es. Sie würden dem Schmerz folgen und es beenden wollen." Amatiel dachte darüber nach. Es klang sehr hart, aber "Menschen tun sich viele Dinge an, wenn sie traurig sind. Sowohl körperlich als auch seelisch. Du kannst es den Engeln nicht verübeln, wenn auch sie darauf reagieren." Er hielt kurz inne. "Das heißt nicht, dass man es als gute Lösung für diesen Schmerz ansehen soll." Kleinlaut fügte er an. "Wobei es vermutlich keinen sanfteren Tod gäbe." So viel stand fest. "Es wäre wesentlich schlimmer durch einen anderen Engel zu sterben. Qualvoller. Es würde reichen uns in unserer wahren Gestalt zu zeigen..." Engel waren keine zahmen Wesen, die den Menschen immer Gutes taten. Es war nicht so, dass dahinter immer eine Absicht war.

"Oh. Ich würde das nicht mit Anstand begründen. Es ist schwer eine geeignete Hülle zu finden. Es ist möglich, dass der Mensch nicht als Gefäß taugt und es ihn einfach zerreißt oder die Hülle nur sehr kurz hält, weil es sie zerstört den Engel in sich zu tragen. Um an eine geeignete Hülle zu kommen, würden Engel vieles versprechen." Das war auch nichts Neues. Gut, für Rae war es sicherlich unerwartet. Aber sie wusste eben wirklich nicht viel über diese Dinge. "Sie können sehr überzeugend sein und die Worte eines Engels egal wie sehr sie gelogen sind, können einen Menschen zu vielen Dingen bewegen." Er fügte dann aber an. "Das Problem hatte ich nicht. Paul war sehr schnell einverstanden. Ich habe ihm die Lage kurz erklärt und er war bereit zu helfen. Ein guter Mann." Amatiel wusste nicht ob er gelogen hätte, wenn es nicht so gewesen wäre. Wenn er ehrlich zu sich selber war, dann hätte er es wohl. Genau wie viele seiner Geschwister es wohl auch taten.
Der Priester lachte nun. "Glaubst du die Engel würden sich den Befehlen eines Menschen unterwerfen? Wirklich?" Engel unterwarfen sich vielleicht den Willen eines Gottes oder Herrsches im Himmel, aber keinem Menschen. "Natürlich gibt es Möglichkeiten Engel festzuhalten." Das wusste die Nephilim vielleicht schon. "Aber bevor sich dieses Wissen verbreitet hätte, hätte man vermutlich schon angefangen diese Leute auszulöschen." Er sagte das ganz nüchtern. Er würde so eine Gefangenschaft und Unterwerfung auch nicht hinnehmen. "Und dann wären wir wieder bei der Furcht und der Jagd." Amatiel lachte leise. "Die Menschen können sich nicht vorstellen, wie so eine Engelsarmee arbeitet... Sie sollten es auch nicht herausfordern."

"Es ist so ruhig, weil beide versuchen in ihren eigenen Lagern wieder Ordnung durchzusetzen." Davon ging er jedenfalls aus. "Zu welchen Zweck sollten sie das tun? Einer wird versuchen den anderen zu betrügen. Du glaubst doch nicht, dass auch nur einer ohne eigenen Vorteil aus der Sache herausgehen möchte? In der Hölle scheint es zudem etwas komplizierter zu sein, als im Himmel. Der Höllenthron scheint wirklich begehrt zu sein." Er wusste auch hier nichts Genaues. Aber die Gerüchte waren interessant gewesen. "Vermutlich würde zunächst die Erde darunter leiden und dann würden sich beide Herrscher versuchen auszulöschen um die eigene Macht zu erweitern." Es wäre alles eine einzige Katastrophe und absurd. "Am Ende würde es nichts ändern, nur noch mehr Leid über alle bringen. Also hoffen wir einfach, dass man von solchen Plänen absieht."

Amatiel wägte ab. "Sie sind sehr stark und du solltest dir das wirklich nicht zu einfach vorstellen." Die Grigori hatten andere Fähigkeiten, die sie gut gegen ihre Gegner nutzen konnten. Sie waren eben elitär gewesen und stark. "Wie gesagt. Ich glaube nicht, dass sie alle hinter deiner Seele her sind, aber sie werden dich vermutlich jagen für das, was du bist." Gegen die Erzengel hätte sie vermutlich keine Chance. Diese würden sie mit Leichtigkeit vernichten können. Vermutlich allein durch den Willen es zu tun. Wenn man davon absah, dass die einzigen Erzengel, die noch übrig waren, gerade in einem Käfig festsaßen. Aber das musste sie nicht wissen. Das würde ihr noch die Angst vor ihren Jägern nehmen. Eine Angst abzulegen bedeutete, dass man leichtsinnig wurde. Leichtsinn brachte Fehler mit sich. Fehler bargen Gefahr und Gefahr den Tod.

"Das ist schwer zu beschreiben.", erwiderte er nachdenklich. "Aber wenn es dir hilft. Dann stell es dir so vor. Denn es kommt dem, was Menschen kennen am nächsten. Immerhin hat auch der Engel verschiedene Abteilungen mit verschiedenen Aufgaben. Abteilungen, die sich mit der Erfassung jeder einzelnen Seele befassen. Archivräume und Bibliotheken so groß, dass sie ein Menschenverstand gar nicht begreifen könnte." Es gäbe sicher unzähliges zum Himmel zu erzählen, aber wer wusste ob es noch so war. "Stell es dir einfach gewaltig vor. Ein heller, großer Ort.", meinte er ruhig. "Zumindest war er das. Wie es nach dem Fall aussieht kann ich dir nicht sagen. Ich weiß nur, dass mit dem Fall der Engel auch die Engel aus dem Gefängnis gefallen sind." Der Priester schwieg wieder. "Man sagt das Gefängnis im Himmel sei schlimmer als ein Aufenthalt in der Hölle." Dazu musste für sie reichen.

Ihre Gedanken zu den Menschen und ihrer Auslöschung, amüsierten ihn. Vielleicht war es so. Aber er bezweifelte, dass sein Vater das so vorgesehen hatte. "Eben diese Wesen. Es gibt unzählige mehr.", bestätigte er. "Was glaubst du woher diese Geschichten kommen und warum sie überall in der Welt verbreitet sind?" Er schwieg, damit sie das sacken lassen konnte. "Sie tarnen sich unter den Menschen. Es gibt viele dieser Wesen und Monster. Sie brauchen die Menschen für ihr Überleben und schaden ihnen." Er lachte leise. "Es tut mir leid, wenn ich deine Vorstellungen von einer Welt aus Menschen, Engeln und Dämonen zerstört habe. Aber du wirst lernen, dass es nicht nur Engel und Dämonen gibt, die du fürchten solltest."Amatiel legte den Kopf schief. "Geister waren auch einmal Menschen. Es sind wütende Seelen, die den Weg in die Hölle oder den Himmel verweigert haben. Sie alle werden wütend und rachsüchtig mit der Zeit und lassen das an den Menschen aus. Vampire, Werwölfe... im Grunde Krankheiten, die den Menschen wandeln. Du siehst. Es steckt oft ein Mensch in einem Monster und oft ein Monster in einem Menschen."

"Das werden wir noch herausfinden. Egal wegen wem er hier ist. Er wird die Gelegenheit so oder so nutzen. Und wir sollten unsere nutzen." Nein, er sah nicht ein heute hier zu sterben. Und er wusste wirklich nicht warum dieser Engel hier war. Hatte Raes Anwesenheit ihn angelockt oder wollte er so oder so zu Amatiel? Das spielte jetzt keine Rolle. Er wollte auch keine zweifelhaften Angebote vom Himmel hören oder anderweitig zu einem Kampf angeworben werden. Würde er das wollen, dann hätte er sich schon längst auf den Weg gemacht.
Als der Engel dann da war, herrschte in dem Priester erst eine eigenartige Ruhe. Es war wie als wäre er betäubt. Da war ein Bruder. Neben ihm eine Nephilim und ein stiller Kampf zwischen Pflichtbewusstsein und der momentanen Situation spielte sich in seinen Gedanken ab. Er bekam den kleinen Wortwechsel zwischen den beiden nur am Rande mit. Erst dieser eine Satz des Engels lösten ihn aus dieser Starre. "Ich habe es nicht verdient zu fallen!", schrie er ungewohnt unbeherrscht auf. Diese Behauptung machte ihn wütend. Nur weil er die Rothaarige nicht eliminiert hatte, hatte er es nicht verdient, dass er gefallen war. Er hatte es nicht verdient, dass seine Flügel kaputt und unbrauchbar waren und er musste sich so etwas nicht anhören. "Aber wir können gerne herausfinden, wer von uns beiden es wirklich verdient zu sterben.", zischte er dann. Allerdings war der Engel einen Augenblick schneller und riss die junge Frau um. Als sie aufschrie, hatte Amatiel kurz Bedenken, dass der andere es tatsächlich geschafft hatte sie so schnell zu töten. Dem war nicht so. Dennoch konnte er sich vorstellen, welche Schmerzen sie haben musste.
Amatiel hatte sich den beiden genähert und versuchte einen Moment abzupassen in dem er sie nicht verletzen würde. Denn noch war da Bewegung am Boden. Rae kam frei, aber der Engel griff sie erneut an. Es war Glück, dass der Engel sich offenbar zu oft um sie kümmern wollte. Vermutlich hatte sich sein Bruder einige unschöne Dinge für ihn zurechtgelegt, die er dann in aller Ruhe noch auführen wollte. Aber dazu würde der Priester es nicht kommen lassen. Er war nach wie vor nicht gewillt einfach zu sterben. Die Nephilim ging zu Boden und rührte sich nicht. Der andere Engel drehte sich Amatiel zu, welcher mittlerweile den Dolch erhoben hatte. Es schien den anderen zu amüsieren. "Wirklich, Bruder? Wie verzweifelt bist du eigentlich?" Der Dunkelhaarige war nicht verzweifelt. Er wartete nur auf eine Gelegenheit. "Du kannst es nicht, nicht wahr?" Amatiel schwieg. "Keine Sorge. Vielleicht werde ich es für dich auch kurz machen." Der andere grinste höhnisch und deutete zu Rae. "Ich werde nur eben das Monster erledigen und dann nehme ich mir Zeit für dein Ende." Er wandte sich um und ging wieder auf die Frau zu. Aber Amatiel würde einen Bruder nicht hinterrücks erstechen. "Vorher sollten wir uns um ein anderes Monster kümmern.", meinte er, was seinen Bruder wieder aufblicken ließ. "Du bezeichnest mich als Monster? Sie trägt eine Gnade bei sich. Wer weiß wem sie diese herausgerissen hat und du nimmst sie in den Schutz. Was soll ich davon halten? Sag es mir! Wer weiß ob du nicht auch so ein Geschöpf verbrochen hast." Der andere war wütend. "Ich habe nie etwas verbrochen. Aber vielleicht wird es Zeit etwas zu verbrechen.", erwiderte der Priester angriffslustig. Es war Ablenkung genug. Er wich der Klinge aus und holte selbst aus. "Damit ich wenigstens einen Grund habe, warum ich gefallen bin." Die Klinge des Engels erwischte ihm am Unterarm seiner Schwerthand. Der Schmerz war unbeschreiblich. Er hielt kurz inne und knurrte leise auf und versuchte sich nicht davon ablenken zu lassen. Er stürzte vorwärts und rammte seinen Engelsdolch in dessen Bauch. "Es tut mir leid, Bruder. Ich kann hier im Moment nur ein Monster sehen." Er holte aus um zu töten.

(ooc: Cliffhanger! *kichert* )
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Rae Black
Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   24.10.16 21:31

Der Engel schien ein wenig irritiert zu sein das es auf dieser Welt Menschen gab die sich als Auserwählt bezeichneten. Er wirkte sogar verärgert darüber, das man scheinbar den Himmel und dessen Aufgabe durch den Dreck zog indem man solche Dinge behauptete. "Nein, keine Propheten.. Propheten wären ja sogar irgendwo Auserwählte, oder?" fragte ich ein wenig leiser nach. "Ich meine Normale Menschen, die keinerlei Bindung zum Himmel haben. Meistens glauben sie nicht einmal wirklich an Gott und allem was dazu gehört. Sie behaupten einfach Heiler zu sein, der mit Gott spricht und von ihm die Kraft empfängt Menschen zu helfen. Das ist gelogen.. Sie verlangen Geld für Heilungen und tröstende Worte, weil Menschen in ihrer Verzweiflung denken es sei der letzte Ausweg. Wenn ein Mensch verzweifelt ist und sich an kleine Dinge klammert bildet er sich auch oft ein, das etwas funktioniert. Das spielt solchen Betrügern natürlich in die Karten." Während ich ihm erklärte was für Menschen es hier gab spürte ich das auch ich ein wenig Ärger gegen solche Menschen hatte. Ich fand es allerdings einfach nicht richtig die Hoffnung von Verzweifelten, aussichtlosen Menschen auszunutzen und da auch noch Profit heraus zu schlagen. Es amüsierte mich in der Tat ein wenig das der Engel so außer sich war durch diese Tatsache. Das Bild des Klischee-Engels war zwar schon lange nicht mehr das was ein normaler Mensch hatte, doch zu erleben wie ein Engel sich ein wenig aufregte war auch interessant. So lange dieser Ärger nicht mich traf. Ein wenig ruhiger wurde er wieder als er über die Kräuter sprach. Da hatte er zwar Recht, aber dennoch gab es auch in diesem Bereich genug Betrüger. "Das stimmt natürlich. Ich kenne viele Kräuter und Pflanzen die Menschen helfen, innerlich wie äußerlich. Früher hatte man immerhin nichts anderes. Aber ich spreche von denen, die ein wenig Unkraut zusammen mischen.. Brennessel, Minze und Süßholz und dann versprechen damit würde Krebs verschwinden, eine Behinderung würde besser werden oder jemand der im Sterben liegt würde wieder gesund werden. Das sind Menschen die jeglichen Anflug von Verzweiflung und Hoffnung für sich nutzen. Widerliche Menschen."
Die Tatsache der Engel mit einem Schmerzradar gefiel mir noch immer nicht wirklich. Sicherlich würde es das auch nie, denn ich wusste das ich innerlich ein ziemlich kaputtes Wrach war. Zwar ohne Krankheiten, aber meine Seele war sicherlich wie mein Herz in tausend Teile gebrochen nach allem was war. Nur diese Mauer die ich um mich herum gebaut habe hält alles zusammen. Ohne sie würde ich vermutlich zusammen brechen und meine Gefühle auslassen, wie ein kleines Kind das sich weinend um den Lieblingsteddy klammert. "Also zusammen fassend.. Sollte ich solch einem Engel begegnen, wäre das mein Ende. Ein schmerzfreies Ende, aber mein Ende." Ich grinste leicht. Der Gedanke daran war irgendwie suspekt, die Tatsache das dieser schmerzlose Tod gar keine schlechte Sache war. Doch ich würde nicht so leicht aufgeben wollen. Wenn ich das in Betracht ziehen würde, hätte ich mich im Suff längst von einer Brücke geworfen. Nein, ich würde sicherlich irgendwann im Kampf sterben, oder wegen meiner großen Klappe. Immerhin schon eher der Tod der zu mir passen würde.

Engel mussten also eine Hülle finden die passte, ansonsten könnte die Hülle zerreißen. Okay, das ließ alles schon anders aussehen. In meinem innerlichen Auge hatte ich einen Körper der einfach explodierte. Ich verzog das Gesicht ein wenig und räusperte mich, um diese Bilder abzuschütteln. Mit mäßigem Erfolg. "Ich kann mir vorstellen das die meisten Engel in der Verzweiflung alles versprechen würden um an einen passenden Körper zu kommen. Und da auch ziemlich in die Trickkiste greifen würden. Irgendwo kann ich das verstehen.. Ich denke, ich würde nicht anders handeln in dieser Situation." Ob das dieser halbe Engel in mir war? Ich überlegte ob diese harte Seite, die Seite die diese Mauer in mir gebaut hatte vielleicht der eiskalte Engel war, der den Menschen zurück hielt und sich wie ein dichter Nebel über ihn legte.. Ich hätte nichts dagegen. Engel schienen gefühlslose Wesen sein zu sollen, ein wenig konnte ich mir davon sicher abgucken. "Dann bin ich ja beruhigt das Paul zu dir passt. Es wäre sicher unschön, wenn die Hülle zerreißt.." Diese Bilder..
Natürlich glaubte ich nicht das Engel sich einem Menschen unterordnen würden. Es war schon schwer genug als Mensch Respekt zu verdienen, da war es ein Unding sich vorzustellen das Engel sich einem menschlichen Befehl fügen würden."Nein, das würden Engel niemals tun. Ich denke, so viel weiß ich mittlerweile über sie." Ich grinste leicht. "Aber Menschen würden alles versuchen um Engel gefügig zu machen. Menschen sehen sich als die stärkste Existenz an, die schlauste und weitest entwickelste. Da würden sie auch nicht davor zurück schrecken und Engel ausnutzen wollen. Das würde vermutlich in einem grausamen Krieg zwischen Himmel und Erde enden. Wer von beiden verliert müssen wir ja nicht erwähnen." Die Erde würde innerhalb kürzester Zeit von Menschen befreit sein. Auch wenn die Engel unter den Menschen weilten, sie waren noch immer weitaus mächtiger als eine große Gruppe Menschen. Also war klar das die Menschen endlich mal in ihre Grenzen gewiesen wurden, wenn sie nicht sogar vernichtet würden. Ich sah mich nie als Menschen an, daher verglich ich mich auch relativ selten mit ihnen. Für mich war ich einfach eine eigene Art, eine die mit diesen brutalen, gierigen und egoistischen Wesen nichts gemein hatte.

"Ich weiß nicht. Wenn Metatron seine eigene 'Familie' schon aus dem eigenen zu Hause verbannt hat und ihm egal ist das viele den Tod gefunden hatten, würde ich ihm auch zutrauen mit der Hölle Geschäfte zu machen. Ich weiß nicht, was reizvoll für die Hölle wäre.. Im schlimmsten Fall würden sie sicher etwas finden, was beiden zusagt." mutmaßte ich. Wenn so etwas eintreten würde war ich sicher das die Erde zuerst vernichtet oder versklavt werden würde, ehe sie sich gegenseitig an die Gurgel gehen würden. Nur wer die Oberhand haben würde war mir nicht klar. Dieder scheinbar echt skrupellose Engel, oder der Herrscher der Hölle. Vermutlich waren sich beide ziemlich ähnlich was die Durchführung ihrer Ziele anging. "Sicher würden beide gleichermaßen versuchen den anderen zu hintergehen um selbst am Ende als Sieger dazustehen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wer von beiden skrupelloser und hinterhältiger sein würde." In beiden Fällen wäre es eine Katastrophe mit undurchblickbaren Folgen für alle, die zu diesem Punkt noch leben würden. "Ja, besser wäre es wohl für uns alle."

Nickend überdachte ich was er über die Gregori erzählte. "Also kann ich auch hier zusammen fassen das ich im Falle einer Begegnung heraus finden werde, wer stärker ist. Gut zu wissen." Ich lachte und schlug die Beine übereinander. Engel schienen alle Jagt auf mich zu machen für das was ich war, egal welche Art von Engeln sie zugehörten. Jedoch war ich mir unschlüssig ob ich einem begegnen wollte. Irgendein Teil in mir war sich sicher auch diesen locker klein zu kriegen. Vermutlich lag es einfach daran das ich noch nie wirklich einen Gegner hatte, der es mit mir aufnehmen konnte. Dennoch hatte ich Respekt vor jedem Engel, wenn auch nur ziemlich kleinen.

Das Bild des Himmels wurde langsam klarer, auch wenn es nun eher einem riesigen Unternehmen glich. Büroräume, riesen Tische, Tafeln und Arbeitspätze für jeden Engel. Anerkennend nickte ich. "Wow. Das klingt als wäre der Himmel wirklich ein interessanter Ort." Allein für dieses Archiv an Büchern würde sich ein Besuch dort wohl lohnen. Doch ob ich jemals in den Himmel kommen würde? Ich bezweifelte es doch sehr stark. In meinem Kopf sah der Himmel nach dem Fall noch genau so aus. Es fehlten einfach nur die Engel, die sich sonst wie geordnete Ameisen durch die Flure schlängelten. Das auch die Engel im Gefängnis gefallen waren, schien nicht so gut zu sein. Ich blickte ihm wieder ins Gesicht. "Okay,.. Warum landet man als Engel in diesem Gefängnis? Wenn es schlimmer als die Hölle sein sollte, muss man wirklich grausame Dinge tun, oder?"
Amatiel bestätigte mir natürlich das es auch all die anderen Monster gab. Warum sollte es auch nicht mehr als Himmel und Hölle geben? Dazwischen war ziemlich viel Platz, welcher scheinbar auch genutzt wurde. Doch ich lachte. "Du hast mein Weltbild nicht zerstört. Die Tatsache das es Engel und Dämonen gibt, Himmel und Hölle.. Dagegen sind all die anderen Dinge eher klein. Zumindest schockt es mich nicht. Es war ja irgenwie klar, das es auch zwischen Himmel und Hölle vieles geben muss." Eines stand nun fest: Mit dem Thema Monster würde ich mich eindringlicher beschäftigen. Besser vorbereitet sein, falls man doch mal auf einen treffen sollte. Auf Krankheiten, die die Menschen veränderten.

Nickend bestätige ich seine Worte. Wir sollten im Vorteil bleiben, ehe dieser Engel uns beiden ans Leder kommen würde. Wobei ich mir sicher war das ich weitaus stärker war. Aber manchmal war Kraft nicht alles, das wusste ich als ehemaliger Soldat ziemlich gut.
Amatiel blieb unerwartet ruhig während der Engel ihn musterte und scheinbar schon verurteilt hatte, dafür das ich noch am leben war. Während ich und der Fremde Engel im Wortgefecht standen schwieg Amatiel und wirkte in seinen eigenen Gedanken vertieft zu sein. Mein Blick glitt von dem Engel immer wieder zu Amatiel, ich wollte sicher gehen das diese Gedankenabwesenheit nicht zum Angriff genutzt wurde. Zusätzlich wollte ich auch sicher gehen nicht doch plötzlich einen Dolch im Rücken zu haben. Doch das geschah nicht, nein. Amatiel reagierte als der Engel meinte er wäre zurecht gefallen. Ziemlich emotional, oder eher verdammt wütend. Da hatte der Engel wohl genau in die Wunde gestochen. Ich sah zu Amatiel während er voller Wut zischte das wir herausfinden könnten wer es wirklich verdient zu sterben. In diesem Moment Unaufmerksamkeit riss der Engel mich zu Boden und rammte mir seinen Engelsdolch durch die Schulter. Ich wusste nicht ob er den Knochen erwischt hatte oder genau dazwischen getroffen hatte. Der Schmerz durch diesen Dolch was zu groß als das ich hätte sagen können wo genau die Verletzung nun war. Ich spürte eine Art Schwindel in mir, auch als ich ihn endlich von mir herunter bekommen hatte. Die Klinge glitt hörbar zu Boden, genau wie ich einige Sekunden später. Ich hatte zwar deutlich mehr Kraft als ein Engel, aber wenn ich die volle Kraft eines solchen mit der Faust ins Gesicht bekam schlitterte der Mensch in mir zu Boden. Vermutlich wär jeder andere tot umgefallen. Ich lag am Boden, alles drehte sich und die Schwerkraft schien mich am Boden zu fesseln. Ich spürte wie meine Nase schmerzte, spürte heißes Blut entweichen. Ich war mir sicher das sie gebrochen war, denn mein gesamter Kopf schmerzte fürchterlich. Auch meine Schulter blutete, schmerzte noch immer. Jetzt konnte ich mir wenigstens vorstellen welche Schmerzen ein Engel haben musste wenn er mit dieser Klinge getötet wurde.
Ich kämpfte dagegen an bewusstlos zu werden, denn das wäre sicher mein Tod gewesen. Selbst wenn Amatiel den Engel getötet hätte, ich wusste nicht ob man diese Situation nicht ausnutzen würde. Ein Nephilim, kampfunfähig am Boden? Einfacher Sieg. Auch wenn ich ihn nicht als Engel einschätzte der so hinterlistig war. Doch austesten wollte ich es auch nicht wirklich. Ich hörte die Zwei miteinander sprechen, vernahm auch was sie sagten. Doch verarbeiten konnte ich das alles nicht wirklich, zu sehr konzentrierte ich mich darauf wieder richtig zu mir zu kommen. Jedoch bekam ich mit das der Engel glaubte die Gnade hätte ich einem anderen Engel genommen, nachdem ich ihn getötet hatte. Vermutlich dachte das jeder Engel. Ob das gut oder schlecht für mich war? Ich wusste es nicht. Langsam schaffte ich es mich wieder auf die Beine zu rappeln, ich verdrängte den Schmerz. Ich sah wie Amatiel dem Engel den Dolch in den Bauch rammte und erneut ausholte, diesmal für den finalen Schlag. Der Engel vor ihm jedoch schien andere Pläne zu haben, denn er wich dem Schlag von Amatiel aus und holte selbst mit seinem Dolch aus um den Priester zu töten. Ich griff nach meiner Klinge, hob sie an und rammte dem Engel von hinten die Klinge direkt durch das Herz, ließ den Körper zu Boden gehen nachdem das blaue Licht aus der Wunde, den Augen und seinem Mund strahlte. Dieser Engel hatte den Tod verdient, ich trauerte nicht um ihn. Unbekümmert zog ich meinen Dolch aus ihm zurück, wischte das Blut an dessen Kleidung ab und ließ mich auf einer Bank nieder, verzog kurz das Gesicht. "Ich hätte nicht gedacht das dieses Engelsschwert.. So viel mehr anrichtet als ein normales.. Verdammt." Sanft lehnte ich mich nach hinten an und wischte mit dem Ärmel über mein Gesicht, wischte das blut weg. "Alles okay?" Mein Blick glitt in die Richtung von Amatiel.



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Amatiel
Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   25.10.16 0:26

"Propheten können von höherrangigen Engeln berufen werden.", erklärte er. "Ein wichtiges und ernstes Amt." Dann wäre zumindest etwas Bezug zum Himmel da. Aber die junge Frau redete von Lügnern, die den Namen seines Vaters missbrauchten und auch, wenn der Himmel nicht wirklich das war, was die Menschen glaubten, so hatten sie kein Recht dazu das alles zu verunglimpfen. Sein Zuhause aus dem er verstoßen war oder seine Familie, selbst wenn die Dinge alle kompliziert waren. Das war wirklich etwas, was er nicht gutheißen konnte. Es war wirklich besser, wenn er diesen Leuten nie begegnen würde. Dessen wurde er sich bei den Worten der Rothaarigen immer sicherer. Sie konnte ihn nicht sehen, aber er sah im Moment nicht gerade entspannt und gutmütig aus, eher angespannt und finster dreinblickend. Genauso wenig hielt er von diesen Kräuterhändlern, die sie erwähnte. "Ich vermisse die Zeiten in denen Menschen für solchen Frevel von ihrer Gemeinschaft gesteinigt und von der Erde getilgt wurden. Dieben wurde die Hand abgeschlagen, Lügnern bisweilen die Zunge herausgeschnitten.", flüsterte er. "So etwas war wesentlich abschreckender für anderer als das, was sie jetzt tun." Natürlich hatten die Menschen mit ihren freien Willen eigene Gesetze erschaffen. Engel durften Menschen nicht einfach willkürlich richten. Dazu bedurfte es immer einen sehr guten Grund. Sodom und Gomorrha sind immerhin auch nicht aus Spaß zerstört worden.

"So kann man es ausdrücken. Aber solltest du jemals die Auswahl haben, welcher Engel dich töten soll, dann würde ich an deiner Stelle eine Rit Zien wählen." Vermutlich würde es so ein Angebot nicht geben. Die Jagd richtete sich nicht nach den Wünschen des Gejagten, sondern nach Können und Gelegenheit des Jägers. Aber das lag alles nicht in seiner Hand. Zumindest er würde nicht ihr Blut an seinen Händen haben. Sonst hätte er es schon längst versucht. Aber keiner der beiden hatte auch nur einen Schritt in diese Richtung unternommen. Er deutete das als gutes Zeichen, dass es so bleiben würde. In einem Gotteshaus Blut zu vergießen wäre auch absurd. Das hier war kein heidnischer Tempel, der Opfer forderte. Auch das Töten eines Nephilim war kein Opfer sondern viel mehr eine Anordnung von oben.

"Ich hätte auch gelogen.", gestand er dann. "Aber es war ja nicht notwendig." Zum Glück war es das nicht. Wenn man hüllenlos umherirrte fühlte man sich auf der Erde einfach nicht wohl. Eine längere Suche wäre entgegen seiner Vorstellungen gewesen. "Ich bin auch froh, dass er mich aushält." Er legte den Kopf schief. "Das wäre sonst kein schöner Anblick für seine Freunde und seine Familie geworden." Da war er sich sicher. Es hätte ihm vermutlich auch leid getan, denn der Priester hatte wirklich offenherzig helfen wollen. Sein Opfer wäre dann ganz umsonst gewesen. Aber es war ja alles gut gegangen.
Wieder schmunzelte er. "Engel sehen sich auch gern als Krone der Schöpfung an. Aber in unseren Fall stimmt es sogar. Wir sind den Menschen in vielerlei Hinsicht überlegen." Wenn vielleicht auch nicht in allen Dingen. Aber das tat hier nichts zur Sache. Aber dieses Gewinner dieses Krieges standen fest.

"Selbst, wenn so weit kommen würde. So ein gemeinsames Interesse wird nicht lange halten. Sonst hätten sich beide Seiten schon vor langer Zeit verbündet.", meinte er. Amatiel versuchte die Stimme ruhig zu halten, aber wenn er sich vorstellte, wie genau das passierte, was die Nephilim andeutete, dann würde sich einiges ändern. "Das sollte er nicht wagen.", flüsterte er leise. Dann würde er so viel mehr verdienen als im Engelsgefängnis zu landen. Das wäre viel zu gnädig. Er merkte, wie er die Hände wieder in den Einband des Buches gekrallt hatte. Die Knöchel standen weiß hervor. So unbeherrscht war er in seiner Hülle eher selten.

Das mit den Grigori würden sie selber herausfinden müssen. Da konnte er sie nicht weiter warnen oder vorbereiten. Immerhin hatte er keine Karte auf der eingezeichnet war, wo sich seine Geschwister bewegten und wo sie lebten. Es interessierte ihn auch nur bedingt, wenn er seine Ruhe hatte und nicht in irgendwelche Rachepläne gegen Gott und die Welt einbezogen werden sollte. "Das ist er." Man hörte so etwas wie Wärme in seiner Stimme. "Der Himmel ist mein Zuhause und auch wenn es mir mit diesem Leben hier nicht schlecht geht, kann die Erde das alles nicht ersetzen." So viel stand für ihn fest und irgendwann wollte er zurück. Der Tag an dem das passieren konnte, erschien ihm trotzdem so unendlich weit weg. "Dafür gibt es viele Gründe. Verrat oder größerer Ungehorsam. Ein Ort an den man rebellische Engel sperrt und sie foltert." Er fügte an. "Metatron verdient Schlimmeres als das. So viel Schlimmeres."

Er sah Rae zu Boden gehen. Dieser Mistkerl hatte ihre Unaufmerksamkeit genutzt, ansonsten würde der Engel wohl selber dort unten liegen. Aber der Kampf war noch nicht vorbei. Man sah ihr den Schmerz deutlich im Gesicht an. Engelsdolche waren nie angenehm. Sie wurden immerhin auch zur Folter im Engelsgefängnis genommen und das nicht ohne Grund. Als halber Engel litt sie vermutlich die selben Qualen. Während sie sprachen, beachtete für eine Weile keiner der beiden die junge Frau. Amatiel hätte dem anderen auch gleich töten können, aber vielleicht war da einfach dieses Bedürfnis nach Rache für die Worte seines Bruder gewesen, die ihn dazu veranlasst hatten zuerst in den Bauch zu stechen um ihn diese unglaublichen Schmerzen zuzufügen. Ihm selbst schmerzte der Arm. Der andere hatte ihn gut erwischt. Aber er durfte den Schmerz nicht die Oberhand gewinnen lassen. Allerdings ließ die Präzision schon nach mit dieser Verletzung und der andere wich aus und versuchte seinerseits den Priester zu erwischen. Er versuchte ebenfalls dem Hieb auszuweichen. Und dann war da nur noch das grelle Licht eines sterbenden Engels und als dieses abebbte und der Körper zu Boden sackte, sah er rae mit der erhobenen Klinge. Amatiel ließ seine Klinge sinken und blickte auf seinen toten Bruder herab. Wie er sich fühlte? Nicht schuldig. Der andere hätte ihn getötet ohne zu zögern. Wieso sollte er sich dann schlecht fühlen.

"Du kannst es nicht mit den Waffen der Menschen vergleichen.", erwiderte der Dunkelhaarige. "Es sind Waffen, die im Himmel geschaffen wurden. Sie sind mächtig." Er legte seinen Dolch beiseite. "Mir geht es gut. Keine Sorge. Er krempelte den Ärmel hoch und besah sich die Wunde. Sie war zwar tief und schmerhaft, aber würde ihn nicht umbringen. Er ließ seine Gnade die Wunden heilen bis nichts bis auf Blut an die Wunde erinnerte. Dann ging er auf die Nephilim zu. "Bereit für ein bisschen Wunderheilung?" Er lächelte und legte dann seine Hand auf ihre Stirn um sie zu heilen. "Wir müssen die Leiche verschwinden lassen." Amatiel sah auf die Blutspritzer. "Und ein wenig sauber machen." Er blickte zur Pforte und verriegelte mit einer leichten Handbewegung erneut die Tür.
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Rae Black
Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   25.10.16 16:25

Ich wusste nicht genau was ein richtiger Prophet so zu tun hatte, wenn der Engel allerdings meinte es sei ein wichtiges und vor allem ernstes Amt musste das wohl wirklich so sein. Diesen von hochrangigen Engeln Auserwählten hätte man solche Dinge vielleicht glauben können, vielleicht hätten sie dann sogar gestimmt. Aber da ich wusste das es genug von diesen Lügnern und Betrügern gab war klar das es sich bei solchen zwielichtigen Gestalten eindeutig nicht um Auserwählte Propheten handelte. Das den Engel diese Sache so kochen lassen würde hätte ich jedoch nicht gedacht. Gesteinigt, Zungen heraus geschnitten und Hände abgeschlagen? Nein, danke. Ich legte die Stirn in Falten und schüttelte nur den Kopf. "Wenn man diese Dinge noch praktizieren würde, hätte ich weder Hände noch Zunge. Vermutlich wäre ich auch längst schon gesteinigt, gevierteilt oder sonst irgendwie brutal getötet worden." meinte ich leicht schmunzelnd. In der heutigen Zeit waren Kleinkriminelle wie ich mich nannte nichts ungewöhnliches. Früher, als diese Strafen eben noch angemessen waren gab es das schon seltener. "Zu diesen Zeiten wurde aber alles was anders war getötet. Wenn man sich mit Kräutern auskannte oder eine Augenfarbe wie ich hatte wurde man ebenfalls getötet. Es ist schon gut, wie es ist. Zwar gibt es Lügner, doch die gab es früher genau so. Oder möchtest du mir erzählen das jeder der damals behauptet hat zu Gott sprechen zu können eben das konnte?"

Ich nickte wieder nur. Es klang zwar nach einem angenehmen Tod, doch ich zweifelte stark daran in einer Situation in der ein Engel mich töten wollte die Wahl zu haben welcher mich töten sollte. "Danke, ich werde es mir überlegen. Vielleicht zeigt ja ein Bruder Gnade und gewährt mir den schmerzlosen Tod." Ein leichtes Schmunzeln lag mir noch immer auf den Lippen. Auch, da der Engel zugab ebenfalls die Notlösung einer Lüge zur Hilfe zur nehmen falls es ohne nicht zu dem Besitzen dieser Hülle gekommen wäre. Nachvollziehbar für mich, aber dennoch ziemlich aufrichtig von ihm es zuzugeben. "Das glaube ich.. Ich würde keinen aus meiner Familie platzen sehen wollen, nur weil ein Engel seinen dicken Hintern in die Falsche Hülle gesteckt hat." Die Krone der Schöpfung also.. Nach und nach zeigten sich wirklich immer mehr Gemeinsamkeiten zwischen Engel und Mensch. Wie der Engel schon gesagt hatte: Beide stammen von einem Schöpfer ab, da wunderten mich solche Parallelen eher weniger. Im Gegenzug würden Engel allerdings schon eher als Krone oder Spitze betitelt werden können, immerhin haben sie Kräfte und Macht. Das, was Menschen zum Glück nicht hatten.

Alles in Allem waren wir uns also einig das eine Zusammenarbeit zwischen Himmel und Hölle alles andere als gut sein würde, egal für wen. Etwas was auf keinen Fall zur Realität werden dürfte. Es beruhigte mich das mein Gegenüber genau so wenig begeistert von dieser Möglichkeit war wie ich. Da hieß das es sicher viele Engel gab die diese Zusammenkunft nicht gut heißen würden. Vermutlich würde das die Apokalypse bedeuten. Also eher nicht so gut.
Von dieser Stimme aus der man deutlich hörte das ihm die Sache gar nicht gefiel und er beinahe wieder Wut darüber zeigte wurden seine Worte warm und schienen zu schwärmen. Die Erinnerung an sein zu Hause besänftigte ihn wohl auf der Stelle, denn er bestätigte meine Annahme das der Himmel ein wirklich schöner Ort sein musste. Für den Engel war der Himmel wohl ein zu Hause wie es das für mich damals auch war. Ein Ort der Sicherheit, der Geborgenheit und des Wohlfühlens. Inwieweit das bei mir gestimmt hatte ließ sich streiten, doch im Endeffekt war es nunmal mein zu Hause gewesen.
Engel konnten also in dieses Gefängnis gesteckt werden wenn sie den Himmel verrieten oder einen Befehl verweigerten, vielleicht sogar gegen diesen Befehl arbeiteten. Ich blickte nach unten und dachte an die Zeit als ich einen Befehl missachtet hatte und gleich die Qutittung dafür bekommen hatte. Gefängnis in Keni, für Monate.. Eine grausame Erinnerung. Als junges Mädchen in solch einem Ort zu sitzen war alles andere als angenehm.. Schnell verwarf ich diese Erinnerung wieder und dachte an das Engelsgefängnis. Nickte einfach stumm zu seiner Aussage gegenüber Metatron. "Das tut er.."

Während ich mich aufrappelte und zu dem Kampf der beiden Engel schritt nahm ich alles um mich herum nur noch schemenhaft wahr. Meine Aufmerksamkeit lag einzig und allein auf den beiden Engeln, auf jeder ihrer Bewegungen. Der Schmerz war dumpf und wurde so gut es ging ausgeblendet, bis mein Arm sich hob und ich die Klinge in den Rücken des Engels dringen sah. Das übliche Licht blendete mich leicht, ehe der Körper zu Boden sank und Amatiel auf diesen blickte. Ich erwartete irgendwo einen Blick der Trauer, das er sagte das es weh tat einen Bruder töten zu müssen, oder besser ihm beim sterben zuzusehen. Doch davon kam nichts. Er wirkte nicht verändert, als würde ihm dieser Tod nicht viel ausmachen. Ein Engel wäre so oder so gestorben. Ich war froh das es nicht Amatiel gewesen war.
Ich sah ihn an während meine Hand auf meiner blutenden Schulter lag und der Schmerz sich wieder in mir breit machte. Es wirkte als würde diese Wunde brennen, als würde Gift durch meinen Körper rasen und mein Blut kochen lassen. Es war ein verdammt unschönes Gefühl. "Ja, das merke ich. Ziemlich mächtig." murmelte ich nur leise und atmete tief durch. Die Schulter war zwar böse verletzt, aber nichts lebensgefährliches. Die Nase ärgerte mich schon eher, immerhin sah man diese sofort. Verdammter Engel. Während Amatiel beteurte es ginge ihm gut krämpelte er seinen Ärmel hoch, kurz darauf verschwand die Wunde am Arm einfach so. Nur noch das Blut klebte an seinem Arm. Ich hob die Augenbraue und nickte anerkennend. Das waren also diese Wunderheiler. Er ging auf mich zu und lächelte mich an, blickte mich an. Wunderheiling? Ich schien ein wenig verwirrt zu sein, auch als seine Hand sich meinem Gesicht näherte und letztendlich auf meiner Stirn lag. Ein seltsames Gefühl machte sich in mir breit, doch kein unangenehmes. Der Schmerz schwindete langsam, bis er ganz verschwunden war. Ich konnte meinen Arm frei bewegen und spürte auch im Gesicht nichts mehr, bis auf das Blut. Dankbar lächelte ich ihn an. "Danke." Gerechnet hatteich damit nicht, immerhin war ich noch immer ein natürlicher Feind.
"Okay.. Hast du eine Idee, wie wir sie los werden?" Wie wurde man eine Leiche los? Die Engel die ich bisher getötet hatte hatte ich meist vergraben oder in einem See entsorgt. Bisher hatte ich nie gedacht einmal eine Kirche zu reinigen, doch ich grinste leicht und nickte. "Okay. Zeig mir wo ich Wasser und einen Lappen her bekomme, dann wische ich das Blut auf."
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Amatiel
Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   25.10.16 18:01

Der Engel schmunzelte. "Dann solltest du froh sein, dass die Menschen irgendwann von solchen Methoden abgekommen sind. Wobei es einige Menschen gibt, die so etwas durchaus noch verdienen, findest du nicht?" Damit dachte er an die selbsternannten Propheten und solche, die im Namen seines Vaters schreckliche Dinge taten oder die auch ganz ohne religiöse Begründung schlecht für ihre Mitmenschen waren. Aber er war als Engel lediglich Beobachter. Meistens zumindest. Er musste sie eher vor übernatürlichen Dingen beschützen, nicht die Menschen vor sich selbst. "Ich bezweifle, dass sie es vermocht hätten einen Nephilim zu töten." Amatiel hob die Augenbrauen. "Natürlich nicht. Ich glaube nicht, dass viele Menschen wirklich mit Gott gesprochen haben. Die Anzahl dürfte verschwinden gering sein, da die Großzahl der Engel ihn selbst auch nicht persönlich kennen. Menschen reden also höchstens mit Engeln, die von ihm beauftragt worden sind. Aber ich denke die meisten dieser Leute haben nur einfach eine enorme Geltungssucht." Menschen wurden immer merkwürdiger je mehr Details sich in das Bild fügten.

Wohl kaum, dachte er, wenn er an seine Geschwister dachte. Aber das wusste die junge Frau vermutlich selbst. Er sah irritiert in die Richtung zur Wand. Der Priester erwiderte dann irritiert mit etwas Empörung in der Stimme. "Wir... Wir haben keine dicken Hintern. Unsere wahre Gestalt benötigt so etwas nicht." Aber Familienmitglieder in kleine Fetzen fliegen zu sehen war sicherlich ein verstörender Anblick für Menschen. Davon abgesehen, dass es für den Engel auch unangenehm war sich weiter auf die Suche zu machen. So etwas konnte langwierig sein. Er fragte sich für einen kurzen Moment, wie sich andere Menschen erklärten, was passiert war, wenn sie so eine zerstörte Hülle auffanden. Vermutlich schoben sie es auf andere Menschen. Und weil Menschen immer einen Schuldigen brauchten, würden sie irgendeinen armen Irren finden, der dafür büßte. Aber das war nun einmal der Lauf der Dinge.

Beide schwiegen eine Weile und hingen offenbar eigenen Gedanken nach. Amatiel sinnierte über sein altes Zuhause und wie alles war und was er hier machte und warum es so war. Vermutlich ging es der Nephilim nicht anders. Es war kein angenehmes Schweigen. Immerhin bezweifelte er, dass sie die Stille nutzte um über einen Angriff nachzudenken. Das hätte sie schon längst tun können, wenn ihr danach gewesen wäre. Aber offenbar dachten beide nicht daran sich an die aufdiktierten Kampferwartungen zu halten.Das konnte dem Engel nur recht sein. Die Kirche wäre in Mitleidenschaft gezogen worden und wenn er überlebt hätte, hätte er das irgendwie erklären müssen. Davon abgesehen, dass man vereinzelt noch ein paar Leute in der Kirche hörte.

Dies war während des Kampfes zum Glück nicht so gewesen. Sonst hätten wesentlich mehr sterben müssen. Niemand hätte das sehen oder davon wissen dürfen. Einen Moment blickte er noch auf die tote Hüller seines Bruders. Denn das war nicht sein Bruder. Lediglich der Rest seiner Verkleidung. Trotzdem hatte er nicht viel Mitgefühl. Vielleicht etwas für den Mann, der sich als Hülle angeboten hatte und so ein Ende womöglich weder verdient noch erwartet hätte. Er sammelte seinen Engelsdolch und den des anderen ein und steckte beide wieder unter seine Robe. Falls hier jemand auftauchen würde, dann sollte so etwas nicht herumliegen. Auf die Worte der Rothaarigen blickte er auf. "Das sind nicht einmal die mächtigsten Waffen des Himmels.", erwiderte er leise. Die Waffen des Himmels waren gestohlen worden. Aber das brauchte sie nicht wissen. "Es gibt immer etwas, was noch schlimmer schmerzen kann und noch todbringender ist." Sie schien verwundert, als er sich ihrer Wunden annahm. "Er hätte mich womöglich getötet, wenn du nicht gewesen wärst. Aber ich glaube er hätte auch bei dir unverdientes Glück gehabt." Er sah zu dem toten Körper. "Kannst du Autofahren?", fragte er dann. "Wir müssen ihn irgendwo vergraben." Seine Hülle hatte einen Wagen, das wusste er. Aber er wusste nicht, wie man diesen bediente. Er würde sich vermutlich noch umziehen müssen. Ein Priester im Wald wäre verdächtig. "Ich kenne ein paar Orte in der Gegend zu denen sich keiner verirrt." Schaufeln gab es auch. Immerhin kümmerte sich ein Gärtner um die großen, gutgepflegten Beete vor der Kirche. Amatiel nickte in Richtung der Sakristei und lief zu dem Raum. Dort gab es ein paar Putzutensilien zwischen all den Büchern und Kutten. Er kam mit den Sachen zurück. Zum Glück war hier alles mit Steinplatten ausgelegt und die dunklen Teppichbahnen hatten nichts abbekommen. Das machte die Dinge einfacher. Er hatte auch ein altes Laken mitgebracht, welches ein Schränkchen abgedeckt hatte. Darin wickelte er den Toten ein.
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Rae Black
Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   26.10.16 2:37

Grinsend nickte ich nur schwer. Ich war froh das die Menschen diese Dinge nicht mehr durchführten. In jedem anderen Fall hätte ich wohl auch nicht riskiert die Hände oder die Zunge zu verlieren. Vielleicht wäre ich als Nephilim jedoch auch einfach so gefürchtet gewesen das man mir meine Ruhe gelassen hätte, oder Horden nach mir suchen lassen.. Wer wusste das schon. Aber er hatte Recht. Es gab auch in der heutigen Zeit, gerade in dieser einige schlechte Menschen denen man gern eine Hand abgeschlagen hätte, oder aber die Zunge heraus geschnitten. "Ja, die gibt es. Dem Freund meiner Mutter hätte ich gern beide Hände abgeschlagen, und die Zunge gleich mit." murmelte ich leise. Ohne Hände hätte er mich nicht so verletzen können.. Nicht schlagen oder anderweitig verletzen. Kurze Zeit war ich gedanklich ein wenig tiefer verankert, so das ich seine weiteren Worte nur nebenbei bemerkte. Also nickte ich wieder einfach. Es war klar das es nie viele Menschen gab die wirklich mit Gott gesprochen hatten, selbst mit einem Engel war dies wohl äußerst selten. Das Bild der Menschen musste für ihn jedenfalls immer seltsamer werden. So wie für mich die Engel und das restliche Weltbild immer komischer wurde.

Ich grinste, hob eine Augenbraue und konnte mir ein lautes Lachen nicht unterdrücken. Sogar meinen Bauch musste ich mir halten, eine kleine Träne aus dem Augenwinkel wischen. Ich riss mich einige Momente später erst wieder zusammen, räusperte mich und unterdrückte einen weiteren Lachanfall. Zu lustig war die Reaktion auf meinen Ausdruck. Ich hatte vergessen das Engel diese Aussprache so nicht kennen und es vermutlich wörtlich nehmen. "Ich.. Ich meinte nicht, das Engel wirklich einen dicken Hintern haben.. In Form der Gnade nehmt ihr doch nicht viel Platz ein. Das.. War eher so gemeint, das der Engel zu groß, zu mächtig für einen Körper ist und ihn so zerfetzt. Keine Sorge, du hast keinen dicken Hintern." Noch immer hörte man deutlich das ich mich wirklich amüsierte.

Während Amatiel auf den toten Bruder sah, musterte ich die Hülle zum ersten mal wirklich. Es war ein Mann im mittleren Alter, so wie man sich einen Nachbar von nebenan vorstellte. Einen netten Nachbar. Der Mensch tat mir leid. Ich war mir sicher das dieser Mann Familie hatte, die sich nun fragen würde wohin er verschwunden war. Meine Abneigung gegen diesen Engel wuchs nun noch weiter. "Hoffentlich hatte er einen grausamen Tod. Dank ihm ist ein weiterer Unschuldiger gefallen. Verdammter Engel." brummte ich nur, ohne den Blick von dem Körper abzulassen. Doch ich sah wieder auf als Amatiel die Waffen des Himmels erwähnte. Ich verzog leicht das Gesicht, bei der Vorstellung noch größeren Schmerz zu erfahren. "Dann hoffe ich mal stark niemals einer mächtigeren Waffe oder der Folter eines Engels zu begegnen." Das meinte ich ernst, immerhin hatte ich nun ein Bild davon wie Engel waren. Und das ich als Nephilim nicht mit ihnen zu spaßen hatte, auch wenn ich stärker als die Meisten war. Missfallend nickte ich. "Ja, er hätte dich vermutlich ins Jenseits geschickt. Aber du warst heute nicht der, der den Tod verdient hätte. Aber ja, wohlmöglich hätte ich es verdammt schwer mit ihm gehabt." Selten war ich so verletzt nach einem Kampf mit einem einfachen Engel. Eigentlich noch nie, zumindest hatte ich bisher nie den Schmerz eines Engelsdolches gespürt. Und ich konnte auch gut auf ein Zweites mal verzichten.
Grinsend sah ich auf, nickte erneut. "Ja, kann ich. Hast du ein Auto..? Oder besser gesagt Paul?" ich grinste leicht. Autofahren war eines der wenigen Dinge die ich früh gelernt hatte. Ich durfte es nicht, aber ich konnte es immerhin. Mit den gefälschten Papieren war alles andere auch kein großes Problem, wenn man gute Kontakte hatte in der Herstellung solcher Fälschungen. Während Amatiel Dinge zum säubern holte, näherte ich mich dem leblosen Körper und suchte in seiner Tasche nach der Brieftasche. Ich sah in sie hinein, sah ein wenig Geld und einige Gutscheine und Treuekarten. Ich jedoch nahm nur den Ausweis hinaus, steckte die Brieftasche zurück. "Zac Cohen." flüsterte ich, steckte den Ausweis ein und nahm die Dinge entgegen, um sofort zu beginnen das Blut vom Steinboden zu wischen.
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Amatiel
Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   26.10.16 12:17

Er hob die Augenbrauen. Für einen Moment fragte er sich ob sie mit dem Freund ihrer Mutter den Engel meinte, der ihr Vater war oder jemand anderen. Bisher hatte ihn immer nur die Tatsache beschäftigt, dass da ein Nephilim war, aber nicht wer ihre Eltern waren. So etwas spielte auch keine Rolle im Normalfall. Auch jetzt war Amatiel sich nicht sicher ob er diese Geschichte wirklich hören wollte. Wenn die junge Frau von einem seiner Brüder redete, dann musste dieser ja Übles getan haben um das zu verdienen. Und wenn ihre Mutter der himmlische Teil dieser Zeugung gewesen war und der Freund das herausgefunden hatte? Er runzelte die Stirn und dachte schon wieder viel zu sehr darüber nach. Es ging ihn nichts an und ändern würde er auch nichts können.

Ihr Gelächter irritierte ihn noch ein bisschen mehr. Es war unangenehm. Immerhin waren ja doch noch ein paar einzelne Menschen dort draußen. Was die wohl dachten. "Vergiss nicht, wo du dich befindest.", ermahnte der Priester sie leise. Die junge Frau erklärte das und trotzdem erschien es ihm seltsam. Er kam gar nicht umhin an sich herabzuschauen. "Meine Hülle hat auch keinen dicken Hintern.", murmelte er dann leise. Es erschien Amatiel als würde dieser Teil des menschlichen Körpers für viele Dinge herhalten würden, selbst als wüste Beschimpfung, wie er mitbekommen hatte. Er hatte den Zwischenfall nur beobachtet, aber sich trotzdem gefragt wieso das so war. Immerhin hing an so einem Hintern doch noch jede Menge Mensch dran. Nein, der Dunkelhaarige würde noch eine Weile brauchen bis er das alles verstehen würde. Aber er wusste ja, dass manche Menschen nicht als Hülle geeignet waren. "Ich bin trotzdem froh, dass Paul nicht geplatzt ist. Ich werde gut auf seinen Körper Acht geben."

"Gefallen?", fragte Amatiel irritiert. "Er war doch schon auf der Erde." Menschen konnten doch nicht vom Himmel fallen oder eine Gnade verlieren. Aber Menschen oder in diesem Fall Halbengel konnten ihn wirklich verwirren. Er kommentierte den verdammten Engel nicht. Immerhin hatte er zu dem Ende, welches sein Bruder hier widerfahren hatte beigetragen. "Jetzt könnte er behaupten, dass ich zurecht gefallen bin.", meinte er nur leise. "Ich habe einen Bruder getötet und meine Pflicht nicht erfüllt." Aber das rührte ihn gerade nicht. Er betrachtete kurz seine Hände. Er hatte einen Bruder getötet. "Und es tut mir nicht einmal leid." Hätte er vor dem Fall auch so gehandelt? Er wusste es nicht. Wohl eher nicht. Vom Himmel ausgestoßen zu sein... vielleicht veränderte einen das. Noch gab es keine Aussicht auf Besserung. Die Flügel würden nicht heilen. Ein wenig bitter war das schon. Er besah sich kurz die Stelle, wo die Wunde gewesen war. So etwas heilte, aber man konnte nicht seine Flügel heilen. Selbst Vögel mauserten sich und hatten dann wieder ihr stolzes Gefieder. Er war aber kein Vogel und auch kein Mensch und hätte es wohl auch als Beleidigung aufgefasst, wenn man ihn als Mischung aus beidem bezeichnet hätte. Die Umstände der Zeugung wären zudem mehr als verstörend. Amatiel drängte das alles beiseite. Er hatte jetzt ein anderes Problem als Flügel und den Himmel.
"Das solltest du auch hoffen.", meinte er. Engelsfolter war nicht angenehm. "Engel brauchen dafür nicht einmal Waffen." Der Engel war tot und nur dessen Hülle war noch ein anklagender Beweis. Als er den Toten abgedeckt hatte, blickte er auf und nickte "Paul hat einen Wagen. Gegenüber das helle Haus. Da wohne ich. Da ist noch ein kleines Haus ohne Möbel. Dort steht er. Es ist befremdlich, dass Menschen Häuser für Dinge bauen." Die Garage war eine eigenartige Entdeckung gewesen und mit den meisten Dingen hatte er nicht viel anfangen können. Die Nephilim nannte den Namen des toten Mannes. Amatiel blickte zum Altar und fragte dann: "Meinst du er hätte Wert auf ein paar Worte gelegt?" Irgendetwas, was die Menschen nach ihrem Tod erwarteten. "Ich weiß nicht, was mein Bruder ihm versprochen hat." Dass die Seele dieses Mannes nicht in den Himmel konnte, weil dieser verschlossen war, erwähnte er besser nicht. Dann halt er ihr mit dem Blut.

Als alles sauber war, hob er den Körper an und trug ihn in den Beichtstuhl um ihn solange zu verstecken bis sie ihn ins Auto laden würden. "Es gibt einen Hinterausgang mit einem kleinen Garten. Man kann diese Stelle nicht einsehen.", erklärte er dann. "Der Gärtner benutzt den Weg, wenn er abgeschnittene Pflanzen wegbringen will." Diesmal war nicht der Gärtner der Mörder. Er würde sich umziehen müssen und den Autoschlüssel holen müssen. "Hast du Hunger? Mrs. Miller bringt ständig irgendwelche Kleinigkeiten vorbei. Ich brauche nicht zu essen und ich kann nicht schmecken, selbst, wenn ich es essen würde." Es dürfte noch da sein. Er hob es immer für Gäste auf und das mit der Genießbarkeit hatte er auch gelernt. Die flauschige Schicht, die sich auf Nahrungsmitteln bilden konnte war faszinierend gewesen. Die Haushälterin, die er damals noch hatte, hatte es als ekelhaft bezeichnet. Demnach aßen Menschen das nicht mehr. Aber sein Kühlschrank war eh die meiste Zeit leer. Er versuchte sich zu erinnern, was Mrs. Miller ihm gebracht hatte. "Irgendein Kuchen." Da das erst gestern Morgen war, dürfte noch nichts schädliches damit passiert sein. Er schüttete das Wischwasser in die Beete hinter der Kirche. Als er zurück im Kirchenraum war, war es seltsam. "Als wäre nichts passiert." Nur Stille und die beiden.
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Rae Black
Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   28.10.16 0:59

Wieder herrschte einen Moment Stille. Ich konnte mich nicht entscheiden ob diese Stille angenehm war oder eher erdrückend, ich vermutete eine Mischung aus beiden Gefühlen. In dieser Stille drängten sich Bilder und vor allem Gefühle in meinen Kopf, die aus der schlimmen Zeit mit ihm, zu Hause stammten. Ich kniff die Augen zusammen, atmete tief durch und versuchte sie wieder los zu werden. Wieder war ich froh das der Engel mich gerade nicht sehen konnte, ein wenig von meinem kaputten Ich durch die Mauer schimmern sah. Lediglich das tiefe Atmen und das hörbare Schlucken deutete auf diese Gedanken hin. Ich war froh, sie ziemlich schnell wieder los geworden zu sein.

Die Worte des Engels im Priester ermahnten mich beinahe flüsternd. Ich riss mich auch zusammen und holte tief Luft um ein weiteres Lachen zu unterdrücken, schaffte es zu meinem Glück und seiner Zufriedenheit. "Entschuldige." murmelte ich nur leicht grinsend und strich mir mein Shirt glatt. Doch als er erwähnte das seine Hülle auch keinen dicken Hintern hätte musste man deutlich hören das ich wieder mit mir selbst kämpfte um nicht laut loszulachen. Von Kirchen hatte ich nie viel gehalten, doch ich wollte anderen immerhin nicht ihre Ruhe nehmen. So viel Anstand hatte ich dann doch, zumindest versuchte ich es. "Nein, hat sie auch nicht.. Ich meine.. Sieht wirklich nicht schlecht aus. Du hast dir eine schöne Hülle ausgesucht. Ohne dicken Hintern." Schmunzelnd legte ich den Kopf schief. Die Hülle sah wirklich nicht schlecht aus, als normaler Mensch würde er vielleicht sogar unter die fallen, die ich ansprechen würde, oder zumindest mit ihnen sprechen würde. Sanft nickend stimmte ich seiner Aussage dann zu. "Ja, ich bin auch froh das er nicht geplatzt ist. Ich hoffe das du das tust." Wäre doch schade drum.

Amatiel schien erneut verwirrt über eine relativ simple Aussage. Zumindest als Mensch wirkte sie simpel. Also schüttelte ich leicht den Kopf und blickte ihn wieder an. "Nicht gefallen, wie ein Engel vom Himmel fällt. Gefallen.. Sagen Menschen, wenn jemand gestorben ist. Im Krieg gefallen zum Beispiel ist man, wenn man im Gefecht eben das Leben lässt. So wie viele Kameraden von mir gefallen sind." erklärte ich ruhig und hoffte, das er irgendwie verstand was ich sagte. Ich konnte mir vorstellen das es ziemlich schwer sein musste sich in die Menschheit einzugewöhnen. Menschen waren wirklich seltsam. Amatiel schien ein wenig nachdenklich, zumindest wirkte es so auf mich. Wenn es nach dem Himmel und seiner Gesetze ging, hätte ich nun tot am Boden liegen sollen. Vermutlich hätten sich Engel an einem weiteren beseitigtem Verbot, an meinem Tot erfreut. Aber sie hatten ja keine Gefühle.
Ich sah wieder auf. Engel folterten also auch ohne Waffen? Das gefiel mir nicht. Auch wenn ich stärker als die meisten Engel war, hoffte ich niemals in den Genuss der Folter eines Engels zu kommen. Wenn es nur annähernd so schmerzte wie dieser Engelsdolch würde diese Tortur sicher alles andere als schön sein. Doch nun befanden wir uns in dieser Kirche und blickten auf die tote Hülle des Engels. Amatiel wickelte diesen in dem weißen Laken ein und erklärte mir dann wo der Wagen stand. Wieder schmunzelte ich leicht. "Naja, Menschen haben Bedürfnisse. Sie müssen schlafen, essen, zur Toilette, müssen sich pflegen, wärmen und brauchen Schutz vor Wetter. Vor allem brauchen Menschen meistens das Gefühl von Sicherheit.. Das gibt einem ein zu Hause." Ich lächelte schwach, wieder dachte ich daran das ich mich zu Hause nie wirklich sicher gefühlt hatte. Zumindest nicht, als dieser Mann in das Leben meiner Mutter trat. Noch während ich in meinen Gedanken schwelgte, richtete der Engel eine Frage an mich auf die ich nur leicht nickte. "Ja, ich denke.. Er hat welche verdient. Immerhin ist er sozusagen für.. Oder besser durch den Himmel gestorben." Ich fand es angebracht diesem Mann die letzte Ehre zu erweisen. Vermutlich hatte dieser Engel ihm Dinge versprochen die er nie gehalten hätte. Nun lag er tot am Boden, ohne Schuld daran zu tragen. "Sicher etwas, was er eh nie gehalten hätte."

Nachdem die Blutspuren sorgfältig vom Boden verschwunden waren trug Amatiel den toten Körper im Tuch in den Beichtstuhl und verschloss die Tür. Der Hinterausgang schien ein guter Weg um unauffällig das Gelände zu verlassen. Zumindest würde es weniger Aufsehen erregen als mit einem verdächtig aussehenden weißen Laken in dem etwas gerollt ich durch die Haupttür zu spazieren. "Das klingt nach einem guten Plan." Somit war für mich der Weg schon beschlossene Sache. Die nächste Frage irritierte mich ein wenig, also hob ich eine Augenbraue und blickte ihn an. Nach einem gemeinsamen Mord nach Hunger gefragt zu werden war auch neu für mich, wobei es sowieso das erste mal war das ich einen Engel nicht alleine getötet hatte. "Naja,.. Ja, warum nicht?" meinte ich lächelnd. Hunger hatte ich in der tat gehabt, also würde ich das dankend annehmen. "Engel können nichts schmecken? Wirklich.. Gar nichts?" Immer noch lag mein Blick auf ihm, diesmal jedoch eher neugierig. Wenn ein Engel etwas aß, war es dann also einfach nichts? Kuchen klang nach einem Gericht das ich wirklich lange nicht mehr hatte. Das letzte mal sogar zu dem Geburtstag meiner kleinen Schwester. Wieder verdrängt ich die Gedanken.
Während Amatiel das Wasser im Garten entsorgte und zurück kehrte, blickte er sich um und meinte das es wirkte als wäre nie etwas passiert. Und er hatt Recht. "Ja,.. Irgendwie seltsam." flüsterte ich. Es war wirklich seltsam wenn man bedachte was zuvor geschehen war. "Wir sollten das Auto holen."
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Amatiel
Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   28.10.16 14:24

Es war sehr still für eine Weile. Irgendetwas schien die junge Frau wohl zu beschäftigen, aber das wirklich nicht seine Angelegenheit. Nicht einmal als Priester. und auch nicht, weil sie in einem Beichtstuhl saßen. Menschen erwarteten keine unaufgeforderten Meinungen von einem Priester, Nephilim vermutlich auch nicht. Diese stellte immerhin die Fragen, die sie beantwortet haben wollte und diese musste man auch nicht mit irgendwelchen notdürftige Erklärungen über Gott und den Himmel abspeisen. Diese leichte Kost brauchte man ihr vermutlich nicht auftischen. Als Gejagte des Himmels hatte sie eh andere Vorstellungen von diesem.

Die Rothaarige schien trotzdem unendlich amüsiert über seine Worte. Das verstand er nicht. Amatiel hatte doch ganz normal geantwortet, oder? War das ein spezieller Spaß unter Menschen? Er legte den Kopf schief und grübelte, was es gewesen sein konnte. Seine nächsten Worte schienen es auch nicht besser zu machen. Wieder hörte er, wie sie mit der Fassung rang. Er konnte sich auch lebhaft vorstellen, wie das aussah. Vermutlich war ihr Gesicht so rot wie ihre Haare. "Bei der Wahl der Hülle wird keine Rücksicht auf bestehende Vorstellungen von Schönheit genommen.", erwiderte er sachlich. "Sie muss sich lediglich dazu eignen einen Engel zu halten." Das heißt, dass die Hülle vielleicht auch tatsächlich einen dicken Hintern hätte haben können. "Mir ist aber durchaus aufgefallen, dass viele Menschen ebenfalls verwundert über diese Hülle sind. Offenbar erwartet man von einer Person in diesem Amt einen wesentlich älteren Körper." Er wirkte kurz nachdenklich. "Aber das hat nichts mit mir sondern mit Pauls Entscheidung zu tun diesen Weg für sich zu wählen." Dann war der Mann eben sehr jung an die Kirche geraten. "Er hatte seine Gründe." Der Engel schüttelte den Kopf. "Die Hülle hätte schon längst einen irreparablen Schaden durch mich genommen. Sie verträgt mich gut." Er konnte gar nicht vermeiden, dass er kurz auf seine Hände blickte. "Engel platzen nicht. Die Hüllen gehen kaputt. Auch wenn Engel sterben, platzen wir nicht." Er dachte nach. "Es ist eher ein Aufleuchten und Erlöschen."

Wieder hörte der Priester zu. "Menschen haben eine sehr bildliche Sprache.", meinte er leise. "Es ist verwirrend." Wer hätte gedacht, dass sie das Bild eines leblos zusammensackenden Körpers in ihre Wortwahl einbanden? "Ich habe auch noch nie verstanden, warum sie sagen, dass sie in Gottes Arme oder Gottes Schoß aufgenommen werden." Amatiel runzelte wieder die Stirn. "Gott verweilt nicht den ganzen Tag am Eingansbereich des Himmels um jede Seele mit einer Umarmung zu begrüßen." Denn das hatte er gemerkt: Menschen umarmten sich aus vielerlei Gründen, auch zum Begrüßen. "Selbst, wenn er noch da wäre, würde er das nicht tun." Kleinlaut schob er hinterher. "Ich weiß auch nicht, was sie in seinem Schoß wollen." Das Bild, was sich ihm aufdrängte war seltsam, etwas verstörend und machte gar keinen Sinn. Er wusste nicht, wie Gott aussah, aber er konnte sich nicht vorstellen, dass in dessen wahrer Gestalt solche Körperteile existierten. Engel hatten das auch nicht ohne Hülle. Aber wenn er die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hatte. Es war verwirrend.

Für ihn war das Zeitverschwendung. Essen, schlafen und all diese Dinge. Ohne einen Geschmackssinn oder das Bedürfnis nach Ruhe sah er auch keine Notwendigkeit dafür. "Nichts ist sicher.", meinte er dann nur leise. "Nicht einmal der Himmel." Das meinte er durchaus ernst. "Wenn die Menschen glauben, dass die Erde sicher ist, dann sind sie sehr naiv. Immerhin sind sie ein Grund dafür warum sie nicht sicher ist. Sie sind sich selber eine Gefahr. Sie würden es auch ohne Monster schaffen sich auszulöschen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es früher anders war. Sie waren auch damals nicht fehlerfrei, aber sie hatten weniger Möglichkeiten anderen zu schaden. Weniger Mittel um so viel Zerstörung untereinander zu bringen." Und dennoch war er sich sicher, dass sein Vater diese Schöpfung immer noch liebte.
Amatiel nickte und verschwand noch einmal in die Sakristei um ein paar Dinge zu holen, die er für das kleine Begräbnis im Nirgendwo gebrauchen könnte. Es sollte ja nicht so sein, dass die Hülle die Strafe für das Handeln seines Bruders mit ins Grab nehmen sollte. Er kam mit dem Stoffbeutel zurück und packte noch das Buch ein, welches er schon im Beichtstuhl mit sich getragen hatte. "Nichts. Wir werden auch nicht betrunken. Zumindest nicht von menschlichen Mengen. Ein normaler Mensch würde vermutlich sterben bevor sein Körper das verkraften könnte." Er hatte zu früheren Zeiten gesehen, wie ein paar seiner Geschwister versucht hatten diese Grenzen auszutesten. Der Engel hatte das nie versucht. Es erschien ihm weder sinnvoll noch unterhaltsam zu sein. Von der Geschmacklosigkeit ganz zu schweigen. Ein wenig war er froh, dass sie diesen Ort jetzt für eine Weile verlassen würden. Er sperrte die Kirche hinter ihnen ab und führte sie zu dem Haus auf der anderen Straßenseite.

Dort schloss er auf und deutete in eine Richtung, wo die Küche war. "Der kalte Schrank mit dem Licht steht dort drüben." Dort hatte er den Kuchen hineingestellt. Das hatte er bei der Haushälterin beobachtet. Es hielt die Nahrung frisch, die er als Mensch benötigen würde. So war es nur eine Ablage für die Lebensmittel, die sich hier her verirrten. Der Dunkelhaarige selbst verschwand in das Schlafzimmer Pauls. Das unbenutzte Bett. Er hatte einmal versucht zu verstehen, wie Schlaf sich wohl anfühlte. Er hatte mehrere Stunden bis zum Morgengrauen die Decke angestarrt und sich gelangweilt. Aber immerhin lag er dabei sehr bequem. Der Kleiderschrank seiner Hülle war auch weitesgehend unberührt. Es dürfte schwer sein etwas zu finden, was nicht gleich auf Priester schließen ließ. Doch er fand etwas und kam wenig später recht weltlich, wenn auch immer noch sehr dunkel gekleidet nach unten. Er wusch sich in der Küche das Blut vom Arm. Es gab hier einen Raum zum Saubermachen von Körpern, aber den brauchte man als Engel im Normalfall eben auch nicht. Mit Blick zu der rothaarigen Nephilim, meinte er: "Du kannst nachher den Raum benutzen..." Nach längerem Nachdenken, fügte er mehr fragend an: "Badezimmer?" Immerhin hatte sie auch Blut abbekommen. Er griff eine Jacke vom Kleiderhaken und warf sie ihr zu. Das sollte man ja auch nicht so sehen. Dann holte er die Autoschlüssel und beschrieb ihr den Weg zu der Einfahrt hinter der Kirche.
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Rae Black
Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   02.11.16 18:29

Grinsend strich ich mir die Haare erneut zur Seite. Ich musste zugeben niemals damit gerechnet zu haben so viel zu lachen als der Entschluss gefasst wurde diese Kirche zu betreten. Doch Überraschungen gab es wohl immer wieder. Natürlich achteten Engel nicht darauf wie gut ihre Hülle aussah oder ob sie einem speziellen Schönheitsbild entsprach oder eben nicht. Engel wussten vermutlich nicht einmal was die meisten Menschen als gutaussehend betrachteten und was nicht. Seine Hülle jedenfalls fiel definitiv unter den Begriff Gutaussehend. "Das ist mir klar.. Es wäre doch seltsam, wenn selbst Engel auf das Äußere achten. Als Mensch kann ich dir sagen das deine Hülle ein sehr gutaussehender Mann ist." Noch immer grinste ich breit. Menschen schoben jemanden ziemlich schnell in eine Schublade wenn sie das Äußere betrachteten. So sah dieser Körper nicht aus wie man sich einen Priester vorstellte. Jung, gutaussehend und sogar relativ sportlich. Das Aussehen war auf der Erde meistens das Wichtigste um etwas zu erreichen, da war es teilweise sogar egal in welchem Bereich.
"Ja, das übliche Bild ist meistens eher ein älterer Mann mit wenig weißem Haar auf dem Kopf der sein Leben nach vielen Enttäuschungen an Gott gegeben hat. Es gibt nicht viele junge Menschen die dieses Amt führen, und wenn dann nur sehr selten." erklärte ich ihm. Tatsächlich schien der Engel einen Moment nachzudenken, ehe er erklärte das es die Entscheidung der Hülle war und nicht seine. Ich war wirklich beruhigt das diese Hülle stark genug für den Engel war. Alles andere wäre äußerst unschön geworden. "Ja, das weiß ich. Ich habe dieses Licht schon gesehen, wie du weißt hab ich schon ein paar Engel töten müssen." Meine Stimme war diesmal leiser. Ich wollte ihm nicht unbedingt unter die Nase halten das ich einige seiner gefallenen Brüder auf dem Gewissen hatte.

Auch über die Verunsicherung der bildlichen Sprache musste ich schmunzeln. Es stimmte schon das Menschen wirklich viel in ein wörtliches Bild verpackten. Wenn man das gewohnt war schien es überhaupt nicht seltsam zu sein, doch als gerade gefallener Engel musste es wirklich schwer verwirrend sein. Da war dieses Bild das man als Mensch im Schoße Gottes aufgenommen werden will noch ziemlich simpel. Die Vorstellung von einem Gott der den ganzen Tag Seelen begrüßte, wie es ein schlecht bezahlter Promoter auf einer Party tat amüsierte mich dann doch. Also schmunzelte ich wieder breit und unterdrückte erneut ein lachen. "Ich denke das man das einfach so sagt, weil der Schoß als sicherer Ort gilt.. Wenn man ein Kind auf seinen Schoß zieht und die Arme um dieses legt fühlt es sich meist sicher. Warm, geborgen. Das bleibt in den Köpfen, daher nehme ich an sagt man das so." Zumindest erklärte ich mir diese Tatsache so.

Ich verdrehte leicht die Augen und lehnte mich wieder ein Stück vor. "Das stimmt. Nichts ist sicher, weder Himmel, noch Hölle oder Eigenheim. Aber als Mensch.. Als Mensch hat man dieses große Wissen nicht. Als Mensch gibt es die Erde und deren Probleme. Verbrecher, Räuber, Schläger, Betrüger, Mörder.. Steuern, Politiker und ihre eigenen Probleme. Geld. Wenn man ein Dach über dem Kopf hat fühlt man sich eben sicher. Man hat einen Rückzugsort, etwas was man als seines betiteln kann, Privatsphäre und einen Ort den man so gestalten kann wie man ihn sich wünscht. Ein zu Hause ist sehr, sehr viel wert auf der Erde. Vermutlich nicht nur dort." Menschen waren zweifellos dumm und machten es sich selbst schwer, doch was sollte man dagegen tun? Es würde immer so sein, denn Menschen waren unverbesserlich. Das würden sie immer bleiben.
Während Amatiel mit einem Stoffbeutel in der Hand zurück kam und das Buch aus dem Beichtstuhl einpackte erzählte er das er wirklich nichts schmeckte. Das einzige was ein Mensch genießen konnte: Essen. Und Amatiel konnte es nicht, zumindest nicht so genißen wie es ein Mensch würde. "Das.. Klingt wirklich seltsam. Da bin ich doch froh das ich wenigstens Geschmacksnerven besitze. Es gibt zu viel gute Dinge auf der Welt." Grinsend folgte ich ihm aus der Kirche bis zu einem Haus auf der anderen Seite.

Die Tür wurde aufgeschlossen und ich durfte in das kleine Haus eintreten, wurde gleich in die Küche gelotst. Wieder lachte ich leise auf. "Der Kühlschrank. Okay, dankeschön Amatiel." Also ging ich in die Küche und sah mich ein wenig um. Es wirkte wie ein ziemlich schlichtes Eigenheim, nicht viele Dinge die wirklich auffielen. Paul schien ein sehr bescheidener Mann gewesen zu sein. Oder war es noch immer, hinter diesem Engel. Während jener scheinbar im Bad verschwand öffnete ich den Kühlschrank und erblickte den Kuchen einsam auf einem Teller im Kühlschrank stehen. Ich spürtewie mein Magen laut knurrte, also zog ich den Kuchen zu mir und stellte ihn auf den Tisch, suchte eine Gabel die ich erstaunlich schnell fand. Die Tür des Kühlschranks schloss ich wieder und setzte mich vor den Kuchen, begann diesen zu essen. Ich schloss genießend die Augen. Lange hatte ich keinen mehr gegessen, oder generell etwas richtiges zwischen die Zähne bekommen. Umso besser fand ich es das Amatiel nicht essen musste.
Er kam bald wieder und schien sich das Blut abgewaschen zu haben. Lächelnd nickte ich nur. "Genau, Badezimmer." Ich fing die Jacke auf und legte sie über meinen Schoß, hörte mir die Erklärung des Weges an und nickte erneut. "Ich esse nur schnell auf, dann fahren wir los." Das würde mein erstes Begräbnis werden.. Wie praktisch, das bei diesem gleich ein Priester dabei war.
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Amatiel
Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   02.11.16 22:19

Ihre Worte verwirrten ihn etwas. Tatsächlich blickte er etwas verlegen an sich herab, weil er mit ihrem Urteil nichts anfangen konnte und nicht verstehen konnte, was genau sie meinte. Es war ein menschlicher Körper in einem durchschnittlichen Alter. Das war seine Ansicht. Über Aussehen hatte er sich noch nie Gedanken gemacht. Natürlich hatte er festgestellt, dass man die Haare auf dem Kopf irgendwie in Form bringen musste, denn als er das missachtet hatte, hatte man ihn fragend angesehen. Amatiel hatte daraufhin beobachtet, dass Menschen sich sehr oft die Haare herrichteten. In der Werbung wurde das auch immer hervorgehoben. Aber Werbung war eh ein anderes Thema, was für ihn verwirrend und befremdlich war. Das Körperthema würde er wohl auch nie verstehen. Es war nur ein Vehikel um sich ungesehen auf der Erde zu bewegen. Wieder bedachte er die Nephilim mit einem fragenden Blick. "Ich glaube nicht, dass nur alte Menschen ihr Leben in den Dienste Gottes stellen.", meinte er dann. "Es braucht auch keine lebenslange Enttäuschung. Wieso sollte aus Verbitterung Glaube entstehen?" Er erinnerte sich an diese eine Geschichte aus der Bibel. "Oder möchtest du sagen, dass sie sich alle, wie Hiob berufen fühlen? Dass nach allen Leid noch etwas Gutes kommt?" Er schüttelte den Kopf. "Ich glaube Gott würde niemanden leiden lassen um ihn glauben zu lassen. Eine solche Hingabe sollte bedingungslos kommen." Er blickte immer noch etwas verständnislos drein. "Ich glaube selbst, wenn ich weitere Jahrtausende damit verbringe die Menschen zu beobachten, werde ich sie trotzdem nicht verstehen." Der Priester nickte. Natürlich hatte sie das. Natürlich hatte sie gesehen, wie es aussah, wenn Engel in ihrer Hülle starben.

Rae erklärte ihm auch die Sache mit dem Schoß und doch wollte es keinen Sinn machen. "Ist das ähnlich wie der menschliche Zwang andere zu umarmen?", fragte er dann. Zumindest das hatte er sehr oft beobachtet. Es musste den Menschen ja auch ein gutes Gefühl geben, sonst würden sie es nicht tun. Er schüttelte wieder leicht den Kopf. Er verstand es einfach nicht. Amatiel war die erste Zeit schon vom Händeschütteln überfordert gewesen. Offenbar war es üblich, dass man hin und wieder die Leute an der Tür so begrüßte oder verabschiedete. Es war auch schwierig gewesen das richtige Maß zu finden. Er hatte den unguten Verdacht, dass er einen der Gemeindemitglieder fast die Hand gebrochen hatte. Aber mittlerweile hatte er das auch raus. Die Rothaarige schien wieder amüsiert zu sein. Das war echt befremdlich für ihn. Er runzelte die Stirn. "Was ist so lustig?", fragte er.

Das Gefühl von Sicherheit schien Menschen auch wichtig zu sein. Wenigstens das schien sich nicht geändert zu haben. Aber zumindest war das etwas, was er nachvollziehen und verstehen konnte. Diesen Rückzugsort hatte er verloren und hier in gewisser Weise neu gefunden. Wenn es auch nicht vergleichbar war. Aber für den Moment fühlte er sich hier halbwegs wohl und sicher. Der Engel hoffte, dass das noch eine ganze Weile so bleiben würde. Immer wieder neu anzufangen lag ihm nicht. Amatiel war als Engel nun einmal jemand, der seine gewohnten Abläufe brauchte. Einen Sinn hinter dem, was er tat. Oder zumindest einen Auftrag. Er war sich nicht sicher ob er so etwas da draußen finden konnte.
Das mit dem Geschmack von Speisen konnte er nicht beurteilen. Er musste sagen, dass viele Dinge interessant aussahen. Aber sie zu probieren würde keinen Sinn machen. Er war auch ohne diese Dinge so alt geworden. Also würde er es auch jetzt nicht vermissen. Immerhin wusste er nicht einmal genau, was er vermissen sollte. Dennoch schien es etwas Gutes zu sein, wenn man sie so reden hörte. Sein Vater hatte sich sicherlich etwas dabei gedacht. Vielleicht war diese ganze Ernährungssache auch nur erfunden worden um sie zu erfreuen und nicht um sie von Nahrung abhängig zu machen? Das wusste man nicht...

"Kühlschrank.", wiederholte er murmelnd, wie jemand der versuchte sich Vokabeln einer fremden Sprache einzuprägen. Es machte Sinn. Immerhin war es kühl dort drin. Das Licht machte in seinen Augen keinen Sinn, aber offenbar war es bei Menschen sinnvoll genug. Als er wieder zu ihr in die Küche kam, aß sie noch. Der Engel konnte nicht verhindern, dass er das fasziniert betrachtete. Es war einfach seltsam zu wissen, dass er das nicht brauchte und dass die besten Speisen für ihn keinen Wert hätten. Im Fernsehen hatte er oft gesehen, dass manche horrende Summen für ein Essen bezahlten, während weite Teile der Welt hungerten. Essen war absurd. Amatiel löste den Blick davon. Das war sicherlich unhöflich so zu starren. Menschen empfanden die seltsamsten Dinge als unhöflich. Also doch Badezimmer. Er nickte. Sie brauchte Nahrung. Also würde er sie nicht aufscheuchen. Er setzte sich und schwieg. "Du kannst auch etwas trinken, wenn du möchtest.", meinte er dann. Immerhin gehört das auch irgendwie dazu. Durst kannte er auch nicht. Aber er wusste, dass man mit heißem Wasser und irgendwelchen Beuteln etwas machen konnte, was dann offenbar trinkbar war. Das hatte die Haushälterin immer gemacht. "Bereit?", fragte er dann. Immerhin hatten sie noch eine Leiche im Beichtstuhl, die eine Ruhestätte brauchte. Das Prozedere kannte er. Nur, dass es diesmal ohne große Trauergesellschaft und Bestatter zugehen würde. "Meinst du wir brauchen Blumen?", fragte er dann. Irgendwie waren immer Blumen mit im Spiel.
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Rae Black
Nephilim
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Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   05.11.16 5:00

Ich schüttelte lächelnd den Kopf. Natürlich taten nicht nur ältere Menschen dies. Natürlich gab es auch genug junge Leute die sich Gott verschrieben hatten. Doch das klassische Bild ind en Köpfen der Menschen war nunmal nicht so ein junger, gutaussehender Mann wie er es gewesen war. "Nein, natürlich nicht. Aber es ist nunmal so das der Großteil davon keine gutaussehenden Männer sind, wie deine Hülle." Ein breites Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. "Sicher muss man nicht erst enttäuscht werden um an Gott zu glauben. Aber oft ist es so. Die Menschen verlieren viel oder alles, werden enttäuscht und werden verletzt. Der Glaube an Gott, jemanden der auf sie achtet und der sie liebt gibt ihnen Kraft. Ehrlich gesagt weiß ich nicht warum Menschen sich an Gott wenden. Ich hatte nie einen Bezug dazu. Werde den wohl auch nie haben." Ich wusste immer das wenn es einen Gott gab, ich diesen abgrundtief hassen würde. Für das was ich war, was mir und meiner Familie angetan wurde. "Ich glaube nicht an das Gute nach dem Schlechten. Ich glaube generell nicht an das Gute. Dazu habe ich die schlechten Dinge einfach zu oft gesehen." Nein, an das Gute glaubte ich wirklich nicht mehr. "Nein, du wirst sie wohl nie verstehen. Selbst ich verstehe nicht alles. Aber vielleicht sollte ich dir mal eine kleine Nachhilfestunde geben was das alltägliche Leben eines normalen Menschen angeht." meinte ich grinsend.

Menschlicher Zwang zu umarmen? "Was denn für ein Zwang? Meinst du weil sich hier viele Menschen oft umarmen?" hakte ich nach. In einer Kirche umarmte man sich sehr oft.. Warum das so war wusste ich auch nicht direkt "Umarmen tut man Menschen denen man vertraut und oder dankbar ist. Ich denke, das die Menschen sich hier einfach einaner danken und vertrauen." erklärte ich und sah ihn dabei an. "Manchmal ist es auch ein Zeichen er Freundlichkeit. Ebenso das Händeschütteln. Zum bedanken, Begrüßen, Verabschieden.." Wenn man all das nicht gewohnt war verstand ich das es Amatiel so verunsicherte und vor allem verwirrte. Scheinbar hatte nun auch Amatiel bemerkt das ich mich köstlich amüsierte. "Ich habe einfach interessante Bilder im Kopf. Kopfkino.. Dinge, die man sich bildlich vorstellt. Und die amüsieren mich gerade." Der Engel der die Menschen einfach nicht verstand und sich von den eifnachsten Dingen aus dem Konzept bringen ließ,.. Ja, das war etwas worüber ich lachen konnte.

Während ich den Kuchen genoss kam er wieder zurück in die Küche und musterte mich. Es war beinahe so als würde er fasziniert dabei zusehen wie ich diesen Kuchen verschlang. Vielleicht weil er selten einen Menschen so nah vor sich essen sah? Sicher war es für ihn gerade so wie es für einen Menschen war, wenn er im Zoo einen Löwen oder eine Giraffe essen sah. Faszinierend, weil man es nie wirklich beobachten kann. Ich grinste ihn an, während er sich setzte und den Blick von mir abgelassen hatte. Dankend nahm ich auch die Erlaubnis nach einem Getränk an und erhob mich kurz, nahm ein Glas und füllte es mit Leitungswasser. Schnell setzte ich mich wieder und trank nun auch einen Schluck neben dem Kuchen. Der Kuchen wurde weiter gegessen, doch ein Grinsenden Blick auf den Engel konnte ich nicht unterdrücken. "Du scheinst ziemlich fasziniert von menschlichen Dingen zu sein die du nicht kennst. Wir finden sicher noch mehr davon, wenn es dich interessiert dabei zuzusehen." meinte ich lachend. Wenn er es faszinierend fand wie ich aß, würde er sicher auch gespannt neben mir stehen während ich schlief..
Als ich dann fertig war räumte ich den Teller und das Glas in das Spülbecken und machte es schnell sauber, nickte dann. "Ja, lass uns los." Die Tatsache das noch eine Leiche im Beichtstuhl auf uns wartete hatte ich trotz Kuchen nicht vergessen. "Hm.. Ich denke, wir brauchen keine." Blumen verwelkten sowieso nur und würden so ziemlich unschön aussehen. Also ließen wir das lieber. Ich striff mir seine Jacke über und verdeckte so das Blut und die Kampfspuren meiner Kleidung. Das würde mein erstes, richtiges Begräbnis werden. "Dann los. Oder?" Die Autoschlüssel in der Hand sah ich ihn abwartend an.
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Amatiel
Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   05.11.16 13:08

"Ich glaube Gott ist es egal, wie die Priester aussehen solange sie sein Worte nicht missbrauchen.", meinte er. "Ich habe auch nicht das Gefühl, dass das wichtig für die Menschen hier in der Kirche ist. Vermutlich würde auch ein dicker Hintern kein Problem darstellen." Amatiel lauschte ihren Zweifeln bezüglich eines Glaubens. Es war nachvollziehbar. "Die einen glauben an etwas und die anderen wissen, wie es wirklich ist.", erwiderte er deshalb. "Wir beide kennen die Dinge außerhalb des menschlichen Denkens. Wir kennen die grausamen Seiten, die die übernatürliche Welt in sich birgt." Der Dunkelhaarige legte den Kopf schief. "Ich weiß nicht ob ich an Gott glauben würde, wenn ich als Mensch geboren worden wäre.", gestand er dann ehrlich. "Aber er ist mein Vater und deshalb vertraue ich ihm, weil ich weiß, dass es ihn gibt." Er wusste, dass der Schöpfer real war und deshalb zweifelte er nicht an der Richtigkeit Vertrauen in diesen zu haben. "Er hat sich seit Ewigkeiten niemanden mehr gezeigt und sein Verlassen hat ein haltloses Durcheinander hinterlassen." Eine Folge dessen stand vor ihr. "Aber ich glaube, dass er wieder kommen wird." Für einen Moment wirkte er sehr nachdenklich. "Vielleicht überdenkt er einfach ein paar Entscheidungen." Menschen sagten immer, dass sie aus Fehlern lernten. Vielleicht ließ Gott auch gerade die Tücken seiner Schöpfung Revue passieren? Schlimmstenfalls arbeitete er an einer neuen Schöpfung... "Wenn alles so schlecht und böse wäre, dann wäre einer von uns beiden jetzt tot.", gab er ihr zu bedenken. "Gutes passiert immer seltener, aber das heißt nicht, dass es das Gute nicht mehr gibt." Er legte wieder den Kopf schief. "Ich denke nicht, dass man mit einer Stunde Zeit viel lernen kann und vor allem nicht über ein ganzes Leben."

Der Priester nickte. "Ja." Für ihn wirkten diese Umarmungen immer so erwartet. Als hätte der andere keine Wahl zu entscheiden ob er das wirklich wollte. Rae erklärte was es damit auf sich hatte, aber noch immer machte es keinen Sinn für ihn. "Ich glaube nicht, dass sich hier alle mögen. Ich habe ihre Blicke gesehen." Vom Altar aus sah man einiges, was nicht in dieses Bild passte. Aber er beließ es dabei. Immerhin war er nicht derjenige, der hier unter Menschen aufgewachsen war. Bevor er nachhaken konnte, was denn bitte ein Kopfkino sei, erklärte sie es ihm. Der Engel runzelte leicht die Stirn und nickte wieder langsam. Vielleicht würde er es ja wirklich irgendwann verstehen. Er fragte sich ob es seinen Geschwistern ähnlich ging und wie die so reagierten. Manchmal kam er sich schon ziemlich unbeholfen vor.

Er fühlte sich etwas ertappt, als sie das so ansprach. Unangenehm. Aber er konterte das mit einer Gegenfrage. "Würde es dir anders ergehen?" Sie war damit aufgewachsen. Er nicht. Für ihn machten viele Kleinigkeiten keinen Sinn. Sie waren einfach da und das meiste erklärte sich zwar von selbst, aber dennoch war da oft unendliche Verwirrung. "Es fasziniert mich nicht zuzusehen.", meinte er dann. "Es fasziniert mich, dass es diese Dinge überhaupt gibt." Amatiel würde es eher auch als beobachten und lernen bezeichnen. Zusehen klang so passiv. Aber er versuchte die Informationen ja auch irgendwo einzuordnen. "Ich habe versucht zu schlafen.", erklärte er dann seinen Selbstversuch. "Ich habe es im Fernsehen gesehen." Dass man besser nicht alles nachahmte, was man da sah, wusste er. Immerhin sah man nur selten Dinge auf der Straße, die sich in der Kiste mit den Bildern abspielten. "Es hat nicht funktioniert. Es war seltsam. Und langweilig.", bewertete der Engel dann sein Erlebnis. Er hatte immerhin nur an die Decke gestarrt und gewartet bis der Tag wieder anfing.

Der Dunkelhaarige erklärte ihr kurz den Weg zu der Einfahrt. "Ich bringe ihn in den Garten heraus." Dann nickte er ihr noch einmal zu. Bevor sie das Haus verließen grinste er. "Das ist fast so wie im Fernsehen." Nur, dass die Ermittler dann dort superschnell Lösungen fanden, wo eine Leiche war und wer der Täter war. Das würde hier nicht passieren. Dann deutete er auf die Garage und ging selbst über die Straße wieder zur Kirche, wo er behutsam hinter sich abschloss und die eingewickelte Leiche aus dem Beichtstuhl barg und dann zum Hinterausgang trug. Es war kein Gewicht, was er nicht stemmen konnte. Er sah aus der Tür ob die Rothaarige schon da war. Immerhin sollte das Ganze möglichst schnell von der Bühne gehen. Seine Bücher hatte er auch dabei. Es sollte immerhin eine Bestattung werden, wenn auch keine angemessene und sicherlich auch keine feierliche.
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Rae Black
Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   06.11.16 23:07

Grinsend nickte ich einfach. "Gott ist das sicherlich egal. Und den meisten, eher dem Großteil ist auch egal wie ein Priester aussieht. Ob jung oder alt, natürlich. So lange er das tut, was man von einem Priester erwartet. Aber ich wollte damit im Grunde auch nur sagen, das deine Hülle gut aussieht. Unabhängig von deren Berufung." Ich grinste und strich mir erneut durchs Haar. Ein wenig war es, wenn man einem alten Menschen erklären wollte wie Technik in der heutigen Zeit funktionierte. Irgendwie niedlich. Der Engel brachte es auf den Punkt. Ich glaubte einfach nicht, da ich wusste wie es wirklich war. Vor allem was den Himmel anging, die Engel und allem was dazu gehörte. Das es neben Himmel und Hölle noch so vieles mehr gab war zwar auch neu für mich, doch ich würde mich damit auseinander setzen und diese Seite erforschen. Wer wusste schon, was alles in den Schatten lauerte? "Vermutlich nicht. Aber ich verstehe dich.. Er ist dein Vater, da ist klar das du an ihn glaubst." Irgendwo hatte ich mir auch immer einen Vater gewünscht, jemanden der stolz auf mich war. Manchmal dachte ich darüber nach wie der Engel der mein Vater war wohl gewesen war.. Ich stellte ihn mir vor. In diesem Licht, versuchte mir vorzustellen wie seine Flügel aussahen. Engel hatten zwar alle ähnliche Flügel, wenn man jedoch ganz genau hin sah konnte man immer Einzigarten erkennen. Nun wäre das wohl schwieriger, immerhin waren all die Flügel kaputt und von der stolzen Spannweite war kaum noch etwas zu sehen.
Während er selbst wohl wieder in Gedanken versunken war musste ich mich erneut zusammen reißen um nicht auf seine Flügel zu sehen um auch Einzigarten an seinen zu erkennen. Doch kurz sah ich sie an, musterte sie genau und legte den Kopf schief. Trotz der Zerstörung die zur Schau stellte wie kaputt ein Engel war erkannte ich wie wunderschön diese Flügel einmal waren. Und wie schön sie noch immer waren. Die Flügel eines Engels waren wohl das privateste was sie besaßen. Also schüttelte ich die Gedanken wieder ab und blickte auf den Körper der vor mir stand. "Ja, vielleicht tut er das.. Das stimmt schon. Okay.. Aber ich glaube dennoch eher an das Schlechte als an das Gute. Wenn man sein Leben lang nur auf der Flucht lebt, allein und zwischen Gewalt und Angst.. Ist das wohl normal." Von den eher unschönen Gedanken lachte ich wieder, diesmal leise. "Das sagt man auch nur so.. Nachhilfestunde bedeutet eher das man sich einen ganzen Tag, oder länger zusammen setzt.. Je nachdem."

Amatiel hatte Recht. Viele Menschen umarmten sich einfach, ohne sich zu mögen. Manchmal war das wohl eine Sache der Höflichkeit, wurde erwartet und als schlecht angesehen wenn man es nicht tat. Wie bei Familienfesten, wenn man sich von allen Verwandten die Wange kneifen lassen musste. "Seltsame Eigenschaft der Menschen.. Warum genau das als höflich angesehen wird weiß ich auch nicht." Viele Dinge waren zwischen Menschen selbstverständlich die eigentlich keinen tieferen Sinn hatten. Seltsam genug. Ich blickte ihn wieder direkt an. "Wenn du Fragen hast, frag. Vielleicht kann ich dir doch die ein oder andere Eigenart erklären."

Grinsend schüttelte ich den Kopf. "Nein, natürlich nicht. Auch jetzt geht es mir nicht anders. Es ist faszinierend das du all das nicht tun musst. Es ist wirklich seltsam das du das in Vollendung bist, was ich zur Hälfte bin. Himmlisches Wesen, und doch ungewollt und verhasst." Der Engel hatte also im Selbstversuch den Schlaf getestet. Scheinbar ziemlich erfolglos. In meinem Kopf lag er in seiner Alltagskleidung auf dem Bett und starrte gelangweilt an die Decke. "Die Augen hast du aber schon zugemacht?" grinste ich breit und schob den Teller zur Seite. "Ich denke, wenn ein Engel nicht schlafen muss.. Kann er das auch nicht. Als Mensch schläfst du einfach ein, wenn du müde bist. Und wirst wieder wach wenn dein Körper genug Schlaf hat. Es gibt vieles, was ein Mensch so tut im Alltag. Wie gesagt.. Wenn du willst, kann ich dir helfen die Menschen etwas besser zu verstehen."
Kurz bevor ich das Haus verließ hob ich die Augenbraue bei Amatiels Worten. Der Engel hatte scheinbar zu viel Fernsehn geschaut. "Ja, nur das gerade keine Zwei Schwerverbrecher sondern Ein Engel und ein halber eine Leiche verstecken.. So ein bisschen wie Bonny und Clyde des Himmels." Ich grinste breit. Der Engel würde wohl nicht wissen wer Bonny und Clyde waren, also verließ ich einfach das Haus und setzte mich an das Steuer, lenkte das Auto vorsichtig hinter die Kirche und wartete dort auf den Engel mit der Leiche auf dem Arm. Es war wirklich seltsam.
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Amatiel
Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   07.11.16 13:06

Er nickte nur langsam. "Dann nehme ich das als Kompliment an." Immerhin schienen Menschen solche Aussagen immer schmeichelhaft zu finden. Er konnte damit nichts anfangen, aber vermutlich hatte die Rothaarige das nur gut gemeint. Wie es mit seinen priesterlichen Pflichten aussah, wusste er nicht. Aber bisher gab es keine Beschwerden von irgendwelchen Besuchern oder Vorgesetzten - als würde er die je wirklich als Vorgesetzte akzeptieren... Aber der Engel hatte seine Ruhe und das war einfach schon viel Wert in Anbetracht der momentanen Lage. Wieder nickte er. "In der Hinsicht bin ich nicht viel anders als die Menschen. Ich glaube an jemanden, dem ich noch nie begegnet bin." Ihm mangelte es auch an genug Vorstellungskraft um sich so eine Begegnung auszumalen. "Ich wüsste nicht einmal, was ich ihm sagen würde." Er legte nachdenklich den Kopf schief. "Da sind nur viele Fragen für die es vermutlich keine Antworten gibt." Aber da das eh nie passieren würde, brauchte er sich auch nicht den Kopf darüber zerbrechen.
Amatiel bemerkte ihren Blick, wenn er auch nicht wusste, was ihr dazu gerade durch den Kopf ging. Er spannte die traurigen Reste seine Flügel auf bevor er sie wieder faltete um das Elend zu verbergen. Unangenehm. Tatsächlich fragte er ob Gott die Flügel der Engel wieder herstellen konnte und wenn ja, ob er dies überhaupt tun wollen würde. Vielleicht würde der Priester auch irgendwann an das Schlechte glauben, wenn genug passiert war und er lange genug erlebt hatte, wie es auf der Erde zuging. Aber im Moment hatte er noch Hoffnung. Rae erklärte die Sache mit den Nachhilfestunden. Das klang schon eher nach einem Zeitraum, der Sinn machte. "Warum sagen Menschen dann nicht, was sie meinen?", murmelte er. Das war genauso verwirrend wie Händeschütteln und Umarmen. "Ich werde darauf zurück kommen.", erwiderte er auf ihr Angebot. Es würden dem Engel sicher ein paar Dinge einfallen, die er erklärt brauchte. Aber wie das immer so war, fielen einem diese Sachen immer erst ein, wenn man nicht mehr die Gelegenheit hatte. "Menschen sind wirklich schwierig zu verstehen.", stimmte er wieder zu.

"Vollendet, aber nicht frei von Makeln und Fehlern." Anders konnte man sich die Situation im Himmel nicht erklären. Der Priester hob eine Augenbraue. "Wenn ich die Augen zumache, sehe ich doch nichts mehr?", fragte er verwirrt. War das ein Teil von dem Schlafproblem? Hatte er einfach vergessen die Augen zu schließen? Aber vielleicht hatte sie Recht und Wesen wie er waren einfach nicht für Schlaf ausgelegt. "Einfach so? Was ist, wenn ein Mensch müde ist und er es nicht mehr bis nach Hause schafft? Fällt er dann einfach zu Boden und schläft?" Der Gedanke, der sich da breit machte war verstörend. "Im Krankenhaus sind Menschen, die den ganzen Tag schlafen. Sie haben den Körper voller Verbindungen zu Kästen, die seltsame Geräusche machen." Und manchmal auch blinkten. Er hatte schon mitbekommen, dass das nicht der Normalzustand war und meist nichts Gutes bedeutete. "Das Krankenhaus ist ein interessanter Ort.", bemerkte er dann leise.
Bonny und Clyde? Sollten das Geschwister von ihm sein? "Seltsame Namen für einen Engel.", bemerkte er deshalb verwirrt. Natürlich würden die meisten auf der Erde einen anderen wählen. Immerhin war er für die Menschen ja auch Paul Dyer und nicht Amatiel. Aber darüber konnte er später nachdenken, wenn er es für nötig erachtete. Er sah dann, dass Rae schon bereit stand, warf sich die Leiche über die Schulter und öffnete den Kofferraum. Diese Entdeckung hatte er gemacht, als er Handwerker beobachtet hatte, die ihr Werkzeug ausgeräumt hatten. Im Kofferraum war eine Decke und andere Dinge, die er zunächst herausholte und dann sorgsam über den Toten drapierte. Es ließ nicht wirklich etwas über diese bittere Fracht erahnen. Vielleicht hatte er doch ein wenig zu sehr den Krimi-Serien gefrönt. Aber wann kam man schon mal in die Verlegenheit wirklich jemanden verschwinden lassen zu müssen. Dann lud er noch ein paar Gartengeräte ein, die nützlich erschienen. Spaten und Schaufel. Er verschloss sorgsam die Hintertür der Kirche und stieg ins Auto. Mit Blick auf die Nephilim griff er auch nach dem komischen schwarzen Band. "Außerhalb der Stadt gibt es ein größeres Waldgebiet.", meinte er. "Dort dürften wir so ziemlich allein sein. Dort sind ein paar gute Stellen. Sehr abgelegen. Selbst für Wanderer." Woher er das wusste? Er war schon dort gewesen.
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What does it mean to be an Angel? (beendet)
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