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 What does it mean to be an Angel? (beendet)

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AutorNachricht
Rae Black
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Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   12.11.16 22:28

Grinsend nickte ich nur, während eine weitere Gabel gefüllt mit Essen in meinem Mund verschwand. Ich konnte mir schon denken wie es ausgesehen hatte wenn Amatiel versucht hatte gewisse Situationen zu studieren um sie zu verstehen zu können. Menschen wurden schnell nervös, vor allem wenn sie das Gefühl hatten beobachtet zu werden. Es lag den meisten Menschen im Gefühl das sie spürten wenn sie jemand anschaute, also sie es vor allem merkten wenn jemand wie der Engel sie studierte. Doch es war gut das er versuchte so zu lernen. Am besten lernte man doch während man es versuchte. Wie bei Sportübungen: Jemand machte es vor und man versuchte es genau so zu machen. Sicher hatte er es so auch mit dem Kuss gehandhabt. Bei dem gedanken lächelte ich wieder ein wenig verlegen. "Ja, viele mögen das nicht. Sie denken oft das man sie verurteilt oder schlechtes über sie denkt." erklärte ich. Grinsend trank ich einen Schluck von dem übrig gebliebenen Rotwein. "Essen macht mich glücklich, ja. Nicht sehr glücklich, aber es trägt dazu bei das ich mich gut fühle. Satt sein ist eben schöner als Hunger zu haben." Nicht umsonst waren wirklich viele Menschen unausstehlich wenn sie Hunger hatten. Wobei es da auch die gab die müde schlechte Laune hatten, wenn sie aufstanden oder sonstiges. Ich war da pflegeleichter. Hunger merkte man mir nicht an, außer wenn mein Magen knurrte. Wenn ich müde war wurde ich lediglich tollpatschiger. Ein Bekannter hatte mal gesagt das ich müde wie ein kleiner Welpe war.
Er sah sich also Kochsendungen an. Er scien viel fern zu sehen, so wie es sich anhörte. Er sprach scheinbar die Sendungen an die wirklich dekadentes Essen servierten. "Das ist meistens nicht dafür da um satt zu machen. Teure Resteraunts kochen meist so. Kleine, schön angerichtete Portionen für Unmengen Geld, weil es teurere Zutaten sind. Das ist meiner Meinung nach Unsinn. Essen soll schmecken, aber in erster Linie doch satt machen."

Als ich ihn musterte und er ebenfalls leicht lächelte, tippte er sich gezielt an die Lippe. Einen Augenblick zog ich die Augenbraue in die Höhe. Ich wusste nicht, was er mit den kalten Kugeln meinte. Erst nach einigen Augenblicken kam ich darauf das er mein Piercing meinte, und ich lachte leise. Wie automatisch fuhr ich mit der Zunge darüber und grinste nur. Schön, das ihm aufgefallen war das es kalt war. Scheinbar hatte er also alles genau studiert. "Ja, es ist aus Titan. Metall." Das es Chirurgischer war ließ ich mal offen, um nicht erklären zu müssen was der Unterschied zu normalem war. "Aber nein. Diese Metalldinger haben keine Funktion. Es ist Schmuck. Ich habe sie, weil ich sie schön finde. Piercings."
Grinsend leerte ich das Glas Rotwein, erhob mich und spülte den Teller samt Besteck ab. Das restliche Essen stellte ich auf einem Teller zusammen gefasst in den Backofen. "Handtücher. Dankeschön." Ich sah ihm nach und wühlte in meiner Tasche nach Unterwäsche und einem Top. Es fiel ziemlich locker, weshalb ich einen ziemlichen Ausschnitt damit hatte. Aber Amatiel würde das wohl nicht stören, und ich konnte es endlich wieder tragen ohne in der nacht zu frieren. Dankend nahm ich auch die Shorts entgegen und verzog mich dann ins Bad, schloss die Tür und entkleidete mich. Vorsichtig tapste ich in die kühle Dusche, schloss sie und stellte das heiße Wasser an. Anerkennend nickend betrachtete ich die Duschbadsammlung von dem Engel. Ziemlich großer Vorrat von wenigen Sorten. Grinsend schüttelte ich den Kopf und genoss das heiße Wasser auf meiner Haut. Ich war so dreist und nahm ein wenig von dem blumigen Duschbad, genoss den Geruch zu der Wärme. So kam es das ich beinahe eine halbe Stunde unter der Dusche stand, bis ich eher widerwillig hinaus trat und mich abtrocknete, anzog und mir die Haare so gut es ging trocken rubbelte. Seine Shorts passte wie angegossen. Es war bequem, das war die Hauptsache. So ging ich nach einer Zeit wieder zu ihm. "Das Handtuch habe ich über die Heizstäbe gehängt. Ich denke, ich benutze es noch zum Hände trocknen, bevor es gewaschen wird." Mit einem Handgriff richtete ich meinen BH unter dem Top und überlegte, diesen einfach auszuziehen.
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Amatiel
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Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   12.11.16 23:39

Amatiel dachte über ihre Worte nach. Leute glaubten, dass man Schlechtes über sie dachte. "Vielleicht haben sie da nicht einmal Unrecht.", erwiderte er. Es gab definitiv ein paar Menschen denen er nur mit großen Misstrauen begegnete und Menschen deren Verhalten er nicht wirklich mochte. Ja, auch seine Gemeinde hatte solche Menschen. "Ich weiß um ihre Schlechtigkeiten. Sie kommen oft zur Beichte. Es sind meist immer die selben." Aber das war eine andere Sache. Er redete dann doch lieber wieder über die Sache mit dem Essen. Dass Menschen schlecht sein konnten, musste man sicherlich nicht groß bereden. Das wussten beide. Und dass zwischen Himmel und Hölle und in Himmel und Hölle auch genug Schlechtes vor sich ging, das wussten sie auch sehr gut. "Satt zu sein macht Menschen also zufriedener?", fragte er dann nach um zu prüfen ob er die rothaarige Nephilim auch wirklich verstanden hatte. Das war interessant. "Bietet man deshalb Gästen Speisen und Getränke an?" Wollte man seine Gäste damit milde stimmen? Das war ein merkwürdiger Gedanke. Genau wie der mit dem teuren Essen. "Das macht doch keinen Sinn?", äußerte er sich skeptisch dazu. "Wenn es viel Geld kostet und nicht satt macht, dann bringt es mehr Schaden als Nutzen?" Wieder war er verwirrt von der ganzen Ernährungssache.

Metall im Gesicht. Es war eigenartig. Aber faszinierend. Er lehnte sich etwas vor um den Piercing näher in Augenschein zu nehmen. Keine Funktion, nur aus Schönheitsgründen. Er hatte so etwas trotzdem noch nicht gesehen. Der Engel tippte vorsichtig gegen die kleinen Kugeln an ihrer Lippe. "Es finden nicht viele Menschen schön?", fragte er dann. "Ich habe so etwas noch nirgends gesehen." Offenbar war es durch die Haut durchgestochen. "Schmerzt es?", fragte er dann. Immerhin war das Durchstechen von einem Körper sicher immer mit Schmerz verbunden. Er räusperte sich leise. Dann zog er sich wieder zurück und ließ sie weiter Essen und Trinken. Immerhin wollte er sie nicht dabei stören, wenn sie ihren Körper mit Nahrung versorgte.

Sie korrigierte den Begriff, den er verwendet hatte. Aber das war in Ordnung der Priester hatte so etwas zu lernen. Er nickte. "Handtücher, ja." Nachdem Rae im Bad verschwunden war, räumte er die Notenblätter auf und die Räucherschale weg, die mittlerweile erkaltet war. Aber das Wohnzimmer und der Flur rochen noch herrlich nach Weihrauch. Er schloss kurz die Augen und dachte darüber nach. Dann setzte er sich aufs Sofa und nahm sich ein Buch, was er gerade las. Allerdings konnte er sich nicht wirklich darauf konzentrieren. Sein Blick fiel auf den Klavierhocker. Das war wirklich eigenartig gewesen. Er nahm das Buch und setzte sich wieder in die Küche. Auch hier konnte er sich nicht wirklich auf die Lektüre konzentrieren, aber hatte nicht mehr das Klavier und den Hocker im Blickfeld. Ihre Hände waren am Klavier warm gewesen. Es war angenehm gewesen. Amatiel runzelte die Stirn und klappte das Buch zu. Das Radio lief immer noch leise, wie ihm in diesen Moment auffiel.

Der Priester wurde aus den Gedanken gerissen, als Rae wieder in der Tür auftauchte. Sie trug nun kurze Kleidung und er sah ihre blasse Haut, die vorher mehr von Kleidung verdeckt war. Es war ein interessanter Kontrast zu den roten Haaren und ihren Augen. Sein Blick machte kurz wieder an den Piercings halt. Eigenartiger Schmuck. Aber es passte zu ihr. Sie war recht eigenwillig und besonders. Wieso dann nicht ein solcher Schmuck. Als sie unter ihr Top griff, sah er sie fragend an. Es war ihm natürlich schon vorher aufgefallen, dass weibliche Körper anders aussahen. Er hätte durchaus auch eine weibliche Hülle wählen können, wenn sie geeignet gewesen wäre. Aber verstehen konnte er es nicht warum Körper wie seiner vorn so platt waren. Was hatte das für einen Zweck. Er sah etwas an sich herunter. "Warum haben Frauen diese...diese Art Brust?", fragte er unvermittelt. "Haben sie einen Nutzen?" Immerhin steckte doch Sinn dahinter, wenn man einen Körper so anders machte. Und woher sollte er wissen, dass man normalerweise nicht Frauen dorthin starren sollte. Wobei er das Ganze eher mit einem fragenden, fast misstrauischen Blick bedachte. Als würden diese zwei Wölbungen seltsame Dinge tun können.
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Rae Black
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Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   13.11.16 0:17

Natürlich dachte man auch manchmal schlecht über Leute die man ansah und beobachtete. Das war normal, denn es gab immer Dinge die einem nicht gefielen. War es eine Ausstrahlung, ein Verhalten, das Aussehen oder eine Angewohnheit. Vor allem wenn man diese Menschen kennen lernte und über sie wusste was einen störte konnte das ziemlich schwer wiegen. "Manche Menschen tun öfter schlechte Dinge.. Aber sie ändern es nicht, sondern denken mit einer Beichte sei alles vergessen. Solche scheinheiligen Menschen mag ich nicht." Ich hasste es wenn jemand mir etwas verschwieg. Lügen war das schlimmste, betrügen ebenso. Ich brauchte wirklich lang um einem Menschen zu vertrauen. Zu oft wurde eben jenes Vertrauen ausgenutzt und ich somit verletzt. Bei Amatiel war es irgendwie anders. Er war immerhin ein Engel. Anfangs war er mir nicht geheuer, jedoch dachte ich auch das er mich töten würde. Da ich aber wusste das er genau so wenig Interesse daran hatte wie ich und wir schon ein ziemlich seltsames Ereignis erlebt hatten fiel es mir wesentlich leichter. Ich vertraute ihm.
Ich nickte. Satt waren Menschen definitiv zufriedener. "Ja, meistens schon. So ist man jedenfalls immer freundlich und bereitet seinen Gästen Freude." Wenn man zu Besuch kam und Essen angeboten bekam war die Gastfreundschaft gleich gestiegen. Oft war diese kleine Geste schon Auslöser für viele gute und nützliche Dinge. "Nein, das macht es nicht.. Reiche Menschen essen oft solches Essen, weil sie es sich leisten können. Vermutlich um sich selbst immer wieder zu zeigen wie reich sie sind.." murmelte ich nur und zuckte die Schultern. Im Endeffekt hatte ich noch nie verstanden warum ein winziger Teller so viel kosten sollte. Es war doch immerhin noch Essen.

Amatiel musterte mich weiterhin, schien von meinen Piercings fasziniert zu sein. Leicht schmunzelnd sah ich wie er mit seinem Kopf ein wenig näher kam, den Blick auf das Piercing an meiner Lippe gefestigt. Grinsend kam auch ich ihm etwas näher, damit er es besser sehen konnte. Seine Hand hob sich wieder und mit einem Finger berührte er vorsichtig die Kugeln an meiner Lippe. Ich hielt still, meine Augen musterten ihn grinsend. Wieder war er mir näher. Nicht so nah das ich ihn riechen konnte, aber nah genug um ihn wieder genau zu mustern. "Oft wird es als schlecht betrachtet.. Mit einem schlechten Charakter in Verbindung gebracht. Es ist eben anders als die Gesellschaft, da gilt man schnell als Problem." erklärte ich. Das er bisher nie jemanden mit Piercings gesehen hatte wunderte mich nicht, wenn ich mir den Ort ansah. Kirchlich, klein. Lächelnd schüttelte ich den Kopf. "Kaum. Es piekst ein wenig.. Man sticht es mit einer ganz spitzen Kanüle, also eine hohle Nadel durch." Grinsend dachte ich daran, wie er reagieren würde wenn er meine Tattoos auf dem Arm sehen könnte. Oder eher sehen würde, wenn ich in diesem Top rum lief.

Frisch geduscht fühlte ich mich gleich besser und wirkte meiner Meinung nach frischer. Nicht mehr so abgekämpft und fertig. Amatiel saß am Küchentisch und hatte ein Buch in der Hand, schien jedoch eher im Gedanken versunken. Dieser Engel dachte wirklich unfassbar viel nach.. Doch er blickte auf als er mich bemerkte. Sein Blick schien mich kurz zu mustern, ehe er wieder an meinen Piercings hängen blieb. Es schien ihn wirklich zu faszinieren. Ich rechnete damit das er auch meine Tattoos bemerkte, doch etwas anderes schien Aufmerksamkeit zu erregen. Ich setzte mich ihm gegenüber, nachdem ich den BH doch ausgezogen hatte und in meinen Rücksack geräumt hatte. Ich lachte wieder laut und lehnte mich zurück. Meine Brüste schienen ihn nun zu faszinieren, denn sein Blick hing auf ihnen. Jeder andere hätte nun wohl die volle Faust abbekommen. Aber nicht Amatiel. Sein Blick schien sogar eher misstrauisch zu sein, als könnten sie ihm etwas tun. Ich räusperte mich. "Keine Angst, meine Brüste können dir nichts tun." Breit grinsend lehnte ich mich etwas nach vorn, zupfte an dem Top und ging sicher das es nicht zu weit hinunter rutschte. "Frauen haben Brüste, damit sie ihre Kinder ernähren können.. In der Schwangerschaft bildet sich Milch in der Brust, die das Baby dann trinken kann. Muttermilch ist sehr gesund für Kinder. Abgesehen davon wirken sie sehr anziehend auf Männer, und manchmal auch auf andere Frauen. Sie werden oft als Schönheitsideal bezeichnet." Ich legte den Kopf schief. "Schau einer Frau am besten nicht auf die Brüste. Das gilt als unfreundlich und kann ziemlichen Ärger geben. Bei mir kannst du das ruhig tun, mich stört das nicht." Ich wollte verhindern das er Schwierigkeiten bekommen könnte. "Mit den Unterschieden von Mann und Frau kennst du dich nicht aus, hm? Was der Unterschied ist.. Wozu die Körperteile gut sind?" Grinsend strich ich mir über meinen Arm. Aus dem Augenwinkel sah ich auf die Tinte unter meiner Haut. Der gesamte Linke Arm war tätowiert, bis kurz vorm Handgelenk. Es bestand aus einel Sleeve, einem großen Bild. Auf dem Oberarm war ein einsamer Wolf auf einem Felsen, über ihm der Mond. Richtung Unterarm verblendete wie Tinte im Wasser und wirkte als würde es nur eine Spiegelung auf dem Meer sein, davor eine Schattenfigur. Ein kleines, einsames Mädchen. Über der Brust hatte ich eine Schmetterling der sich von Schulter zu Schulter zog. Es war ein dunkler Schmetterling, der nur kleine helle Stellen hatte. Auf dem Rücken zierte mich wohl das Klischeetattoo. Flügel. Auf der linken Seite war ein grauer Flügel der wie angebrannt aussah, wirkte als würde er aus Rauch entstehen. Er erinnerte mich an Amatiels Flügel.. Der andere Flügel sah ebenfalls aus wie aus Rauch, jedoch war dieser nicht ganz so zerstört. Für mich stand es einfach als die Tatsache das ich weder ganzer Mensch, noch ganzer Engel war. Das Tattoo war unglaublich detailverliebt, weshalb ich es liebte. Mein Oberschenkel hatte ein Pergamentpapier mit Noten von dem Lied welches ich auf dem Klavier gespielt hatte.

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Amatiel
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Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   13.11.16 12:24

"Ich mag das Wort.", meinte er dann leise. "Scheinheilig." Das hatte er schon öfters gehört und der Engel hatte selten ein Wort von den Menschen gehört, was bildlich war und doch sofort begreifbar und vor allem zutreffend. "Es ist keine Reue, wenn man beichtet und weiß, dass man es wieder tut.", meinte er. Seine Gedanken waren kurz bei den Tagebüchern von Paul, der da einiges notiert hatte. Zwar alles über Initiale verschlüsselt, aber mittlerweile kannte Amatiel auch die Namen dahinter und die Gesichter. Immerhin sah er sie jeden Sonntag wieder und jeden Sonntag sah es so aus, als wäre nie etwas gewesen. Aber er wusste es besser. Zwar war es theoretisch seine Aufgabe die Menschen zu läutern und auf den rechten Weg zu führen, aber praktisch kannte er da nur sehr drastische Mittel, die man gegen Leute anwandte, wenn man sie als Gefahr für andere einstufte. Und die sollte man doch sehr sparsam einsetzen.
Die Sache mit dem Essen war wirklich interessant. "Wenn sie das Geld in andere Dinge stecken würden, würde es weniger Hunger geben und es gäbe mehr Grund zu diesen Menschen aufzublicken.", meinte er leise. Teure Speisen essen nur weil sie selten oder teuer waren erschien ihm sinnlos. "Es ist eher als würden sie sich über andere lustig machen." Nach ein paar Momenten des Schweigens fügte er an. "Sterben müssen sie dennoch wie alle anderen Menschen auch." Ob sie in den Himmel kamen war fraglich, selbst wenn er nicht verschlossen wäre. Aber das war nicht seine Entscheidung. Für ihn war das damit erledigt.

Menschen ließen sich also piercen, weil es schön war und waren dann ihren Mitmenschen ein Dorn im Auge wie es schien. "Aber du bist anders.", stellte er dann fest. "Du bist auch ohne das Metall anders." Er legte den Kopf schief. "Aber ich glaube nicht, dass du schlecht bist." Der Priester schwieg kurz. "Auch wenn du einige meiner Geschwister getötet hast." Das konnte man nicht ganz ignorieren. Das hieß nicht, dass er das Verhalten seiner Geschwister damit rechtfertigen wollte, denn diese wussten es eben auch nicht besser. Immerhin folgten sie auch nur ihren Aufgaben und Befehlen. Er selbst war eigentlich sehr pflichtbewusst, als so war die Tatsache, dass sie noch am Leben war, doch sehr bemerkenswert. Auch, dass er es nicht gemeldet hatte oder seinen Bruder nicht geholfen hatte. Aber wem sollte er die Existenz eines Nephilims melden? Der Himmel war verschlossen und er zweifelte, dass es irgendeinen von da oben interessieren würde, wenn so ein Halbblut unterwegs war. Er hatte kein schlechtes Gewissen. Es war nur sehr anstrengend sein ganzes bisheriges Leben zu überdenken. Vor allem, wenn man schon so lange existierte. Bei dem Teil mit den Nadeln runzelte er leicht die Stirn. Menschen waren wirklich eigenartig.

Die dunklen Stellen auf der Haut waren ihm nicht entgangen, aber waren in dem Moment nicht das Seltsamste gewesen. Als sie ihm erzählte, dass die Brüste der Ernährung der Kinder dienten, versuchte er in seinen Erinnerungen zu graben ob er das schon mal bei Menschen gesehen hatte. Natürlich beobachtete man als Engel hin und wieder Menschen. Man sollte ja auch aufpassen auf diese Schöpfung. Und natürlich wusste man auch, dass diese sich vermehrten und Kinder gebaren. Zwar hatte er nur sehr dunkle und vage Vorstellungen, wie das von statten ging, aber die meisten Engel bezeichneten Menschen eh als haarlose Affen. Der Vergleich war sicher nicht allzu weit aus der Luft gegriffen. Menschen mussten essen. Das hatten sie am heutigen Tag nun wirklich genug erörtert. Ein wenig merkwürdig war der Gedanke ja schon, dass da etwas rauskam, was als Nahrung diente und dass diese zwei Dinger anziehend auf andere wirkten. Er konnte sich das beim besten Willen nicht vorstellen, wie das sein sollte. Wieder verstand er die Menschen nicht. Ein wenig entgeistert blieb sein Blick noch an ihren Brüsten hängen, bevor er wegsah. Als sie ihm sagte, dass man besser nicht Frauen auf die Brüste starrte, nickte er. "Ich glaube nicht, dass ich mir das zur Gewohnheit mache." Seine Gedanken zu diesen Körperteilen waren einfach zu verstörend. "Ich habe mich noch nie sonderlich mit den Besonderheiten von Hüllen beschäftigt.", meinte er dann nur. Er wusste, wie seine Hülle angezogen und auch nackt aussah. Aber das war nichts, was ihn sonderlich anhob. Es war ein Körper, den er nutzte. Da er vieles nicht tun musste, was Menschen tun mussten, hatte er auch keinen Grund darin gesehen sich näher damit zu befassen.

Seine Aufmerksamkeit galt nun wieder den Tattoos. "Hast du das auch gemacht, weil du es schön fandest und finden das Menschen auch verwerflich?", fragte er dann. Vielleicht konnte man das von den Piercings auch darauf anwenden. Amatiel streckte wieder den Arm aus um mit den Fingern die dunklen Flächen zu berühren. "Es ist weich.", stellte er überrascht fest. Er hatte sich irgendwie vorgestellt, dass diese Haut sich anders anfühlen würde. Er fuhr mit einem Finger über den Übergang zwischen heller Haut und Tinte und spürte keinen Unterschied. Es war beeindruckend. Auch, wenn er nicht wusste, was er davon halten sollte. Amatiel betrachtete die Motive ihrer Vorderseite und fragte sich, was sie zu dieser Bildauswahl inspiriert hatte. Wieder legte er den Kopf schief. Der Geruch des Duschbads stieg ihm in die Nase und er musste fast lächeln. Ja, er mochte dieses auch sehr gern. "Haben die Bilder eine Bedeutung?" Wenn man sich so etwas machen ließ, dann musste es doch etwas bedeuten. Immerhin ging es nicht beim Reinigen des Körpers weg, wie es schien. Langsam ließ er ihren Arm wieder los.
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Rae Black
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Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   13.11.16 13:22

Mit einem Grinsen nahm ich wahr das er dieses Wort mochte. Warum genau dieses konnte ich nur erahnen, aber er wusste auf jeden Fall was ich damit gemeint hatte. In der Ansicht waren wir und wohl sehr einig. Auch wenn ich nie viel von Gott und Dingen wie der Kirche, einer Beichte gehalten hatte verstand ich nicht das es Menschen gab die schlechte Dinge taten, diese dann beichteten und genau so weiter machten. Scheinbar glaubten manche das eine Beichte auslöschte was geschehen war. Ein ziemlich naiver Gedanke, der wohl eher eine Lüge war die solche Menschen sich immer wieder einredeten bis sie selbst daran glaubten. Dann sollten sie doch gar nicht beichten gehen, wenn es ihnen nicht leid tat. Aber es war nicht meine Sache, daher war es mir eigentlich auch egal.
Wie Amatiel es sagte klang es so einfach. Er hatte gar nicht mal so unrecht. Wenn die reichen Menschen ihr Geld mit den Ärmsten teilen würden wäre die Armut weniger. Aber welcher Mensch mit viel Geld würde freiwillig etwas davon abgeben? "Die meisten Menschen würden von ihrem Geld nichts abgeben. Sie sind geizig, essen lieber teures Essen statt armen Menschen ein normales zu geben.. So sind die meisten leider." Sicher machten sich viele auch über Leute mit weniger Geld lustig. Umso besser war es wirklich das auch Menschen mit viel Geld starben, wie einer der sein Leben lang nichts besessen hatte.

Wieder glitt meine Hand durch meine Haare und ich lächelte verlegen. Der Engel hatte festgestellt das ich anders war, auch ohne Piercings. Da hatte er Recht, immerhin war ich ein halber Engel. Das konnte man schon als ziemlich anders betiteln. "Ja, ich bin ziemlich anders. Früher habe ich mit Kontaktlinsen versucht meine Augen zu verstecken, oder mit Brillen.. Aber mittlerweile mag ich sie. Sie sind besonders." Eigenlob stank, aber das ich meine Augen mittlerweile wirklich schätzen gelernt hatte gehörte für mich eher zum Selbstvertrauen. Seine Anmerkung dämpfte die Situation kurz, aber eben nur kurz. Ich hatte diese Engel, seine Brüder getötet. Aber nicht ohne Grund, das wusste wohl auch er. Jedenfalls hoffte ich es.

Sein Blick blieb misstrauisch und hing weiterhin auf meinen Brüsten. Ich musste wirklich darüber schmunzeln. Man hatte mir bisher noch nie so intensiv auf diesen Körperteil geschaut, zumindest nicht ohne danach meine Schlagfertigkeit abzubekommen. Für ihn musste das wohl wirklich interessant sein, vor allem nach der Information das man mit diesem Körperteil Babys ernähren könnte. Immerhin schien er weiterhin misstrauisch gegenüber Brüsten zu sein, zumindest verriet das sein Blick. "Okay." Inwiefern er also den Körper kannte war mir nicht klar. Vielleicht wäre es aber gut, wenn er ein wenig wusste? Ich räusperte mich kurz, setzte mich aufrecht hin. "Du brauchst das vermutlich nicht wirklich wissen, aber.. Wenn du immerhin eine Vorstellung hättest.." Das Gespräch glich dem üblichen das die Eltern mit einem führten, wenn sie glaubten das es an der Zeit wäre. "Ich will dir nicht groß erzählen was die Menschen damit alles tun.. Aber zumindest den Unterschied zwischen Mann und Frau." Es war verdammt befremdlich. "Wie du festgestellt hast haben Frauen Brüste. Männer haben keine. Du hast mit Sicherheit auch schon mal deinen Körper genauer angeschaut und weißt, das du zwischen den Beinen etwas hast." Wieder räusperte ich mich. Ich war wirklich nicht das Typ Mädchen das sich mit den männlichen Geschlechtsteilen bestens auskannte. Aber ich kannte zumindest die Grundlagen. "Frauen haben das nicht." Ich kratzte mich am Kopf. Wie sollte man sowas erklären? Vermutlich reichte es wenn er wusste, das es doch Unterschiede gab.

Lächelnd nickte ich. Tattoos waren wohl genau so wie Piercings, zumidest der Grund weshalb man sie besaß. "Meistens. Tattoos und Piercings sind von der Gesellschaft noch immer nicht wirklich akzeptiert. Man ist eben auffallend anders." Sein Blick hing nun auf meinem Arm, wieder ziemlich fasziniert. Seine Hand lag nun ganz sanft auf meinem Arm und fuhr über die Farbe. Den Übergang von der ungezeichneten Haut und dem Tattoo fuhr er mehrmals nach, jedes mal ein wenig überraschter. Es wirkte als würde jemand ein Bilderbuch 'lesen'. Ich musste zugeben das diese Berührungen irgendwie gut taten. Es war schön, wie sein Finger zärtlich über meine Haut fuhr. Es war seltsam. "Ja, haben sie. Auf dem Arm.. Das Mädchen bin sozusagen ich. Es hält sich für klein, schwach und unwichtig. Dann sieht es im Meer ihr Spiegelbild. Und das ist ein Wolf. Ein einsamer, aber ein starker und mutiger. Ich habe irgendwann gesehen das ich nicht dieses schwache und unwichte Mädchen bin. Sondern mutig, stark. Immerhin lebe ich noch." Ich sah kurz auf den Tisch und überlegte ob ich ihm auch das Tattoo auf dem Rücken zeigen wollte. Es war ziemlich privat, mit das einzige was ich wirklich schützte. Vielleicht ähnlich wie seine Flügel, mit dem Unterschied das ich seine gesehen hatte. Ich erhob mich, drehte mich um und streifte das Top runter, bis es an meiner Hüfte hing und man die gesamten Flügel sehen konnte. Ich schloss einen Moment die Augen. "Das ist das wichtigste und bedeutet mir sehr, sehr viel." Ich hatte gar nicht gemerkt, das ich flüsterte.
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Amatiel
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Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   13.11.16 14:10

Er nickte wieder. Menschen würde er wohl nie verstehen können. Aber es war irgendwie beruhigend, dass es auch Leute wie Rae gab, die bei Menschen aufgewachsen waren und es auch nicht konnten. "Wir haben alle unsere Fehler.", meinte der Engel dann leise. "Die Frage ist ob wir anderen damit schaden oder nicht." Er erinnerte sich an die Bibelstelle an der Jesus dazu aufforderte, dass derjenige den ersten Stein werfen sollte, der ganz ohne Sünde sei. Da würde man vermutlich niemanden finden. Höchstens Kinder, aber wenn er an das Kind im Supermarkt dachte, war er sich da auch nicht sicher. Die Welt war nun einmal verdorben und ein einzelner konnte sie auch nicht verbessern. Vielleicht musste man einfach damit leben, dass es nie wirklich Frieden geben würde oder das viel Ungerechtigkeit in allem lag. Immerhin war dies schon immer so gewesen. "Am Ende bekommt jeder das, was er verdient.", meinte er nur.

Amatiel lächelte kurz. "Wir müssen akzeptieren, was wir sind.", meinte er dann. "Alles andere würde uns schaden." Er würde auch nie das abwerfen können, was er war. Er konnte die Menschen imitieren, aber er würde nie einer von ihnen werden. "Ich könnte so tun als wäre ich ein Mensch, aber ich würde weiterleben während mein Umfeld stirbt. Jedes Mal wieder. Alles, was ich mir als menschliches Leben aufbauen würde, würde immer wieder zerstört werden." Er hatte durchaus nachgedacht über all das und seinen Aufenthalt auf der Erde. "Also versuche ich mich anzupassen, aber mich nicht allzu sehr daran zu gewöhnen." Der Priester hatte wirklich vieles kommen und gehen sehen, aber vielleicht hatte er auch Bedenken, dass er irgendwann menschlich genug denken könnte um unter der Vergänglichkeit, die ihn umgab zu leiden. "Wir sind, was wir sind." Er betrachtete ihre Augen. Nein, die musste sie wirklich nicht verstecken.

Sein Blick war irritiert und etwas skeptisch. Das Gespräch ging in einer Richtung, die irgendwie verwirrend war, weil offenbar auch die Rothaarige mit den Worten kämpfen musste. Wieso wollte sie über etwas reden, was ihr offenbar so unangenehm war? Es war ihm auch irgendwie unangenehm. Vermutlich hatte die Sache mit den Brüsten irgendwie nachhaltigen Eindruck hinterlassen. "Wir müssen nicht darüber reden.", meinte er dann. "Es scheint dir unangenehm zu sein." Natürlich wusste er, dass die Körper unterschiedlich waren, aber nur der Zweck dieser Unterschiede war ihm nicht allzu bekannt. "Ich weiß, dass Männer und Frauen anders sind. Sonst gäbe es ja nur Männer oder nur Frauen.", erwiderte er. "Frauen müssen anders sein, weil... weil Menschen sich ja auch vermehren müssen...denke ich." Der Satz kam zögerlich hervor. Nein, er kannte die Details und Praktiken, die zur Vermehrung führten nicht, aber er war sich bewusst, dass es irgendetwas mit Körpern und den Unterschieden zu tun haben musste. Der Priester kam trotzdem nicht umhin an sich herabzublicken und sich zu fragem, wie Paul wohl damit umgegangen war. Es gab darüber keine Aufzeichnungen in seinen Tagebüchern. Amatiel hatte es einfach als Teil der Hülle akzeptiert. Es hatte keine beunruhigenden Auffälligkeiten, die ihm bekannt waren. Es war einfach da.

"Aber warum hast du dann nicht nur den Wolf?", fragte er dann. Wenn sie nicht dieses Mädchen auf ihren Arm war... "Offenbar scheint es das Mädchen ja doch noch zu geben.", stellte er nachdenklich fest. "Sonst hätte sie keinen Platz in diesem Bild." Er kannte sich nicht mit der menschlichen Gefühlswelt aus und schon gar nicht mit der der Nephilim. Aber das war das, was ihm dazu einfiel. "Aber du hast recht. Der Wolf ist stärker." Und ja sie lebte und sie war alles andere als schwach. Für einen Moment irritierte es ihn, dass sich umdrehte und vor allem, dass sie die Kleidung so weit entfernte, dass er mehr Haut sehen konnte. Aber als er die Flügel erkannte, wusste er warum sie das getan hatte. Kaputte Flügel, unvollkommene Flügel. Des Tattoo berührte ihn irgendwie. Er kannte das und er konnte es verstehen. Sie hätte nicht einmal was dazu sagen müssen. Amatiel hatte gar nicht bemerkt, dass er aufgestanden war. Seine Finger fuhren vorsichtig die filigranen Linien auf dem Rücken nach. "Sie sind wunderschön.", meinte er dann leise.
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Rae Black
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Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   13.11.16 15:15

"Ich hoffe jedenfalls das jeder das bekommt, was er verdient. Auch, wenn ich dann vermutlich nicht die schöne Seite zu sehen bekomme.. Aber das ist nur fair." Ich wusste das ich mit meinem Leben nie etwas schönes erwarten könnte. Von Anfang an war mein Leben in eine Richtung gelenkt in der es enden wird. Auf der Flucht, verhasst und ungewollt. So war das Leben als Nephilim nun einmal. Aber der Engel hatte auch Recht mit dem was er sagte. Man musste sich nehmen wie man war, als was man eben geboren oder geschaffen wurde. Man konnte immerhin nicht ändern, was man war. "Das stimmt.. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht einmal ob ich ein normaler Mensch sein wollen würde wenn ich die Chance dazu hätte. Ich bin zwar als Halbengel ein verhasstes Wesen, aber.. Irgendwie doch besonders." Vermutlich würde ich weiterhin sein wollen was ich war, nichts Halbes, nichts Ganzes. Irgendwie war es traurig zu wissen das er erneut Recht hatte. Er würde jeden überleben und würde immer wieder verlieren was er haben würde. Vermutlich war das auch für einen Engel nichts Schönes. "Vermutlich ist es das Beste was du machen kannst." Sein Blick glitt in meine Augen. Ich lächelte leicht.

Amatiel bemerkte wie sehr ich versuchte die richtigen Worte zu finden. Es war irgendwie lustig das ich brennend darüber nachdachte wie ich jemandem irgendwie erklären konnte,.. Einem Engel erklären konnte wie Frau und Mann funktionierten. Im Endeffekt erklärte ich nichts, sondern merkte nur an das Frauen sich von Männern unterschieden. Aber das wusste er sicherlich auch schon. Ich schmunzelte. Die Begründung war ziemlich amüsant, aber schlicht und einfach hatte er Recht. Im Endeffekt unterschieden sich Frau und Mann grundlegend von den Geschlechtsteilen. Die ganzen anderen körperlichen Unterschiede musste ich nun nicht aufführen, das war für den Engel wohl unnötiges Wissen. Sein Blick glitt an sich hinunter und ich grinste. Ich fragte mich gerade, ob der Körper soweit funktionierte das auch Amatiel,.. Rae. Bitte. Reiß dich zusammen, verdammt. Ich fragte mich tatsächlich ob der Engel in Pauls Körper das tun konnte, was ein Mensch tun konnte. Ob er es genau so spüren würde. Konnte ein Engel das Verlangen haben und es spüren?

"Das Mädchen lebt noch. Ja, es steht vor dir." Ich lächelte leicht. "Dieses Mädchen ist immer da. Ich denke oft das ich schwach bin, unwichtig, unnötig.. Selbsthass. Wenn man von den meisten Menschen und Wesen gehasst und verachtet wird überträgt man es wohl auf sich selbst. Dieses Bild hilft mir aber mich zu erinnern das ich nicht dieses schwache Mädchen bin, sondern stark genug. Es hilft mir." Ja, es half mir immer wieder. Ich sah es jeden Tag und erinnerte mich daran warum ich es besaß. Jeden Tag sagte ich mir selbst, das ich nicht schwach war.
Ich sah nicht wie er mich ansah als ich mich umdrehte. Ich konnte seine Reaktion auf meinen Rücken nicht sehen, sah nicht was er gerade tat. Erst als ich ihn wieder hinter mir spürte wusste ich das er aufgestanden war. Wieder berührte sein Finger ganz vorsichtig meine Haut und fuhr das Bild entlang. Es kitzelte leicht, ich lächelte. Ich wusste nicht weshalb, aber es war schön wenn er meine Haut so sanft berührte. Ich schluckte und lächelte aufrichtig. "Dankeschön." Das er es sagte bedeutete mir ungewöhnlich viel. Ich war zwar nur ein halber Engel, daher eben diese Flügel.. Zerstört, so wie ich es innerlich war. Sie waren das Einzige, was zeigte wie es in mir aussah. Vielleicht ging es ihm da wie mir. Ich hatte gemerkt das er seine Flügel versteckte und es unangenehm war das ich sie gesehen hatte. Sie waren so kaputt wie meine, allerdings waren seine echt. Das tat mir immer noch unendlich leid für ihn. Erst eine ganze Weile später, als er von mir abgelassen hatte zog ich das Top wieder richtig hoch und drehte mich zu ihm. Er stand noch vor mir, also sah ich ihm direkt ins Gesicht. Ich konnte ihn wieder riechen. Ich wusste nicht weshalb, aber ich hatte wieder dieses Gefühl wie auf dem Klavierhocker.. Ich lächelte verlegen.
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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   13.11.16 16:59

"Das weiß man nie bis es so weit ist.", erwiderte er. Er konnte ihr nicht sagen, was auf sie wartete. Aber er wünschte ihr, dass es für sie eine glückliche Fügung geben würde. Versprechen und wissen konnte er es nicht. Deshalb sagte er nichts weiter dazu. Es war traurig, dass sie sich als verhasst ansah und noch trauriger, dass es wohl zum großen Teil stimmte. Keine Familie, offenbar auch keine Freunde. Immer auf der Reise. Da hatte sogar er mehr Rückhalt seit er auf der Erde war erfahren. Es war eine kalte Welt. Aber sicher hatte sein Vater sie nie als solche gedacht. Sicherlich war so einiges nicht so gelaufen, wie es hätte laufen sollen. Das schien irgendwie sehr bezeichnend für die momentane Lage zu sein. Überall nicht nur auf der Erde.

Er war fast froh, dass dieses Gespräch so kurz war. Nicht sonderlich informativ, aber irgendwie auch so unangenehm, dass er auf weitere Einzelheiten gerne verzichtete. Amatiel schwieg etwas betreten. Über seinen Körper hatte er nie groß nachgedacht. Nur wie er ihn so gestalten konnte um nicht aufzufallen und weiter wie Paul zu wirken. Kleidung und Haare, mehr Gedanken waren da nie gewesen. Und bis heute war er auch nie einem menschlichen Wesen so verdammt nah gekommen. In dem Fall einem fast menschlichen Wesen. Das war verwirrend gewesen. Er rief sich das Gefühl zurück ins Gedächtnis, als sie seinen Rücken berührt hatte, seinen Nacken. Oder auch die Umarmung. Ohne Körper ging das nicht. Es waren angenehme Berührungen gewesen, warm und behutsam. Das war so fernab von der Grausamkeit der Welt gewesen. Es war schön gewesen. Aber er hatte so etwas noch nie auf der Straße oder der Kirche beobachtet. Machte man so etwas nicht in der Öffentlichkeit? Das würde er sich später fragen, wenn das seltsame Gespräch in weiter Ferne war. Sie grinste. Er wusste nicht ob das mit seinen Worten zu tun hatte. Er musterte sie nur kurz fragend.

Rae erklärte das mit dem Mädchen. Sein Blick ruhte die ganze Zeit dabei auf dem Bild. "Du bist nicht schwach. Du bist nicht böse.", meinte er mit ruhiger Stimme. Der Engel lächelte leicht. "Du bist auch niemand, der Verachtung verdient. Denn du bist gut." Sie wirkte bescheiden und eigentlich auch vernünftig. Die Nephilim war wohl eines der Wesen mit der er die letzten Monate die meisten Worte gewechselt hatte. Und er hatte gelacht und gelächelt. Aber nicht weil er es musste, weil es die Höflichkeit erforderte, sondern weil es sich richtig angefühlt hatte. Das Tattoo mit den Flügeln war wirklich besonders. Ein Mensch würde es nie verstehen und nie fühlen können. "Scheint als könnten wir beide nicht damit fliegen.", flüsterte er dann. "Aber wir wissen, dass sie da sind." In der ein oder anderen Weise. Er konnte diese Zerrissenheit und Zerstörtheit nachempfinden. Immerhin war er seit dem Fall auch in einer anwährenden Krise mit sich selbst und dem Himmel und den Menschen. Sie zog ihre Kleidung wieder hoch und drehte sich herum. Es war ein eigenartiges Gefühl. Vermutlich hatten sie beide mehr preisgegeben, als gut für sie war oder als sie je preisgeben wollten. Aber das machte sie gleich. Keiner war besser oder schlechter. Es war etwas Ehrliches in dieser Situation. Vielleicht war es auch das, was ihn dazu veranlasste sie wieder in eine Umarmung zu ziehen. Er wusste nicht, wie er sein Mitgefühl in Worte packen sollte, aber die Umarmung hatte schon vorhin sehr gut funktioniert. Sie fühlte sich immer noch warm an.
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Rae Black
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Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   13.11.16 18:06

Grinsend nickte ich. Ich würde nicht vorher erfahren was mein Ende sein würde, ehe es eben soweit war. "Ich würde es aber auch nicht wissen wollen wie ich ende, oder was danach kommt." Vermutlich würde das alles versauen. Ich wollte mich überraschen lassen was nach meinem Tod kommen würde. "Aber da ich ja ein Monster bin, werde ich wohl dahin wandern wo jedes Monster hin geht. Damit kann ich umgehen. Mein restliches Leben verlief bisher nicht anders." Ich lachte leise und seufzte. Ja, ich rechnete damit in die Hölle oder Schlimmeres zu fahren. Wohin sollte man als Monster sonst gehen? Aber ich wollte nicht wirklich weiter darüber nachdenken. Mein Leben war schon genug von Angst und Schmerz erfüllt, da musste ich nicht auch noch daran denken das es danach genau so weiter gehen würde. Also verdrängte ich die Gedanken wieder, ehe sie sich fest setzen konnten.

Im Grunde hätte ich mir dieses Gespräch auch sparen können. Vermutlich hatte dieses Gespräch den Engel eher weiter verstört und verwirrt statt die erhoffte Klarheit zu schaffen. Irgendwie war es noch seltsamer gewesen, einen Engel aufzuklären über die menschliche Sexualität als diesem Engel so nah zu kommen wie noch keinem anderen wesen zuvor. Ich hatte bisher nie das Bedürfnis gehabt irgendjemandem so nah zu kommen wie Amatiel. Bisher betrachtete ich das immer als unangebracht, unnötig und unangenehm. Aber bei diesem Engel war es anders. Ich fühlte mich in seiner Nähe wohl, ich mochte seinen Geruch und seine Blicke. Wie er mein Piercing berührt hatte und meine Tattoos sanft lang gefahren war hatte sich gut angefühlt, schön.

Mein Blick lag am Boden, ich sah erst wieder zu ihm auf als seine Worte mich erreicht hatten. Er blickte meinen Arm an und lächelte leicht. Das Amatiel sagte ich sei nicht schwach oder böse, sondern gut und würde keine Verachtung verdienen war wirklich ein Gefühl als würde man einen heißen Glühwein mit Schuss trinken. In mir erwärmte sich alles und ich bekam leicht rosane Wangen, lächelte ihn mit glänzenden Augen an. Meine Tattoos hatten ihn ebenso wie das Piercing ziemlich fasziniert. Das Tattoo der Flügel jedoch schien ihn nicht nur zu faszinieren, sondern er wirkte nachdenklich. Vielleicht sah er sie wirklich als meine Flügel an, so wie er seine kaputten Flügel bei sich trug. Irgendwo fand ich es auf eine Art amüsant das ich dieses Tattoo schon ein paar Jahre hatte, und jetzt diesem Engel mit beinahe den gleichen Flügeln in echt begegnete. Allerdings war eben diese Tatsache auch ziemlich traurig. Ich lächelte schwach. "Vermutlich nicht.. Aber es zählt nicht was man damit tut, oder wie sie aussehen.. Sondern das sie da sind. Nur weil etwas kaputt ist, heißt es nicht das es weniger wert ist." Ich sah wieder zu ihm, blickte ihm ins Gesicht oder besser in seine wahre Gestalt. "Deine Flügel sind auch wunderschön." flüsterte ich leise. Ich hoffte es war ihm nicht unangenehm das ich sie ansprach. Das er mich erneut umarmte überraschte mich wirklich. Aber es freute mich. Ich legte meine Arme auch um ihn, lehnte mich in seine Arme und legte den Kopf an seine Halsbeuge, schloss einen Moment lang die Augen und hielt die Luft nach einem tiefen Atemzug an. Ich hatte seinen Duft in der Nase, spürte seine Wärme und lächelte. Ich spürte wieder dieses warme Kribbeln auf meinen Lippen, als hätten wir den Kuss vorhin gerade erst gelöst. Wie konnte eine Umarmung so gut tun, sich so vertraut und angenehm anfühlen?
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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   13.11.16 19:29

Über manche Dinge sollte man wirklich nicht nachdenken. Es war alles in allen ein sehr schöner und interessanter Tag gewesen bisher. Da sollte man so etwas nicht durch Grübeleien über das eigene Ableben beenden. Der Engel hatte den Tag wirklich genossen. Es war durchaus nicht der übliche Tagesablauf gewesen. Dabei hatte alles so gewöhnlich angefangen. Aber es war nun einmal nichts gewöhnlich in diesem Leben und auf der Erde. Es war alles in Bewegung und früher oder später driftete alles aufs Ende zu. Umso besser, dass sie andere Themen hatten über die sie reden konnten. Ob es nun verkorkste Künste am Klavier oder Kartoffeln waren. Oder die merkwürdigen Metallverzierungen in ihrem Gesicht und deren Wirkung auf andere. Der Engel hatte dazu keine Meinung. Immerhin waren ihm diese Werte nie aufgedrückt worden. Er war damit nicht aufgewachsen. Er störte sich nicht daran. Vielleicht würde er anders darüber denken, wenn er sie ohne diese Dinge kennengelernt hatte. Aber er kannte sie nur so.

Rae errötete, was ihn wieder etwas verunsicherte. War es ihr unangenehm, was er gesagt hatte? Ihre Reaktion war schwer zu verstehen. Wieder versuchte er sich zu erinnern in welchen Situationen Menschen so etwas machten. Er fand auf die Schnelle keine Antwort. Also ging er fast davon aus, dass er wohl etwas Falsches gesagt hatte. Amatiel schwieg betreten und wusste nicht, was er sagen oder tun sollte. Ein nachdenklicher und besorgter Ausdruck schlich sich in seine Gesicht. Er hatte das Gefühl, dass es nicht wirklich einfacher wurde die Gedanken von jemanden zu erahnen, wenn man mehr über ihn wusste. Im Falle der Nephilim wurde es irgendwie schwerer. Der Priester war dankbar, dass sie das Wort ergriff und redete. Dann musste er nicht nach einer verlegenen Aussage rudern, von der er nicht wusste ob sie Sinn machte. Vielleicht hatte sie Recht. Aber ihre Funktion hatten sie verloren. Kein Fliegen mehr, kein Teleportieren. Kein einfacher Weg in den Himmel. Eine traurige Erinnerung an das vor langer Zeit gewesen ist und an den Fall. Amatiel wusste nicht ob die Erinnerung an das Schöne jemals das überstrahlen konnte, was er im Moment darin sah. "Menschen sagen, dass die Zeit alles heilt. Aber es gibt Dinge, die nicht wieder kommen." Dazu zählten eben auch flugfähige Flügel. Er spürte, dass sie durch seine Hülle schaute. So mussten sich Menschen fühlen, wenn sie sagten, dass sie sich nackt fühlten. Das was ihm an der Sache unangenehm war, war diese ganze Nachdenken, was damit folgte. Fragen auf die er keine Antworten fand. Meistens ein Warum, welches sich dann immer weiter in ihn bohrte. Er versuchte das oft von sich zu schieben. Es brachte ihn einfach nicht weiter. "Danke.", flüsterte er nur leise.

Die Umarmung tat wirklich gut. Ebenso wie die Stille. Er mochte die Nähe und die Wärme, die es mit sich brachte. Der Dunkelhaarige spürte wie sie sich etwas an ihn lehnte. Es war fast so angenehm wie der Moment auf dem Klavierhocker. Er hatte die Augen geschlossen und nahm einfach weiter die Eindrücke auf. Jetzt, wo sie nur noch das Top trug, spürte er ihre Silhouette deutlicher. Sie war recht zierlich. Umso beeindruckender war es, dass Rae bei der Army gewesen war und was für Kräfte in ihr schlummerten. Er wusste das, andere ahnten es nicht einmal. Und er hatte auch ihre verletzliche Seite kennengelernt. Das kleine Mädchen. Er hielt die Umarmung eine Weile bevor er wieder aufblickte und sie kurz nachdenklich musterte. Amatiel blickte wieder auf ihre Lippen und dachte an dieses weiche Gefühl zurück. An die Wärme und das Kribbeln. Er streichelte wieder leicht über ihren Rücken, da wo er ihr Tattoo vermutete. Er fühlte sich gerade richtig wohl. Der Engel blickte ihr kurz in die Augen, versuchte irgendwie etwas daraus zu lesen und näherte sich ihr wieder etwas. Es ging fast wie von selbst. Es überraschte ihn etwas, dass er sie tatsächlich küsste.
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Rae Black
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Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   14.11.16 0:57

Der Gedanke daran das Amatiel nicht vertraut mit der Art des Denkens eines Menschen war beruhigte mich irgendwie sehr. Menschen waren meist voller Vorurteile, ließen sich in ihrer Meinung beeinflussen und mochten nichts was nicht der Normalität entsprach. Das war für mich natürlich immer schon ein großer Nachteil gewesen. Schon immer fiel ich mit meinen Haaren, meiner blassen Haut und vor allem den Augen auf. Ich wusste schon immer wie es war ausgegrenzt zu werden, allein zu sein und gemieden zu werden. Als Kind war es schon schwer von anderen Kindern gehänselt zu werden, nur weil man die Einzige mit rotem Haar war, mit solch außergewöhnlichen Augen oder dieser 'kränklichen Blässe'. Mit den Tattoos und den Piercings bestärkte ich das natürlich alles, doch ich mochte dieses auffällige und andere Auftreten mittlerweile. Ich kannte es nicht anders als allein zu sein. Dennoch war ich sehr froh das der Engel diese Gedanken der Menschen nicht kannte und somit teilen konnte.

Sein Schweigen und dieser angestrengt nachdenliche Blick ließ mich die Augenbraue heben. Ich lachte leise und sah ihn an. "Du hast nichts falsches gesagt.. Manchmal werden Menschen auch rot, wenn sie verlegen sind. Sich schämen, oder sich sehr über etwas freuen." erklärte ich ihm leise. Es war schon ziemlich niedlich wie er sich bei jeder Reaktion die er sich nicht ganz erklären konnte Sorgen zu machen schien und innerlich sicher darüber nachdachte, was diese Reaktion bedeuten könnte. Ich fand es immer schöner das er so unwissend war was die Menschen anging. Er lernte gleich einen seltsamen Menschen kennen, der absolut nicht dem Leitbild eines Standards entsprach kennen. Und ich lernte den Engel immer weiter kennen. Auch wenn ich nie gedacht hätte jemals zu sagen das ich einen wirklichen Engel mag. Sehr mag.
Der übliche Spruch der Menschen schien auch ihm bekannt zu sein. Es hieß zwar Zeit heilt alle Wunden, aber ich glaubte nie daran. Ich wusste das eine Wunde nie ganz heilen würde, zumindest eine Narbe blieb. Und Narben konnten immer aufreißen. "Ja, ein schönes Sprichwort.. Aber ich glaube das nicht. Die Zeit hilft dir nur damit leben zu lernen. Die Wunde wird zu einer Narbe. Du weißt das es diese Wunde gab, du siehst das sie da war.. Und Narben können immer wieder aufreißen." sprach ich ein wenig heiser. Ich wusste das er seine Flügel meinte. Auch die Zeit würde ihm seine prachtvollen Flügel wohl nicht wieder geben. Aber das wollte ich ihm nicht so sagen, er wusste das wohl selbst am besten. Ich lächelte schwach.

Ich musste sehr an den Moment auf dem Klavierhocker denken und schmunzelte wieder an seiner Brust. Diese Nähe zu ihm tat so unfassbar gut. Ich vergaß für diese Momente alles um mich herum, vergaß all das Leid in der Welt und dachte nicht daran das das Leid morgen wieder weiter ging. Seine Arme wirkten auf mich wie ein Rückzugsort, ein ganz persönlicher. Mein ganz eigener. Ob es daran lag das er ein Engel war, oder ob ich einfach das mochte was seine Eigenarten waren.. Ich glaubte fest daran das es Zweiteres war. Bisher hatte ich mich bei einem Engel noch nie wohl gefühlt. Nach einer ziemlichen Weile die für mich wie eine angenehme Ewigkeit schien ließ er mich nicht ganz los. Er ging einfach ein wenig zurück und sah mir ins Gesicht, schaute auf meine Lippen. Seine Hand an meinem Rücken strich wieder sanft über mein Tattoo. Seine Augen wanderten von meinen Lippen in meine Augen, und für eine Sekunde war ich wie gefesselt von diesem Blick. Paul hatte zwar schöne Augen, doch ich sah in diesen Augen nicht diese Hülle. Ich sah mehr diesen Engel, das was in dieser Hülle war. Ich erwiderte den Blick sanft und verlor mich in diesem, bis sein Gesicht näher an meines kam. Ich hielt den Blick, spürte dann seine weichen lippen wieder auf meinen und schloss die Augen. Durch meinen Körper zuckte sofort eine Art Schlag, ein Kribbeln und eine Hitze. Ich drückte sanft meine Lippen auf seine und vertiefte den Kuss augenblicklich, strich mit meiner Hand ebenfalls über seinen Rücken. Mein Herz schlug unglaublich schnell und fest, die Hitze stieg wieder in mir auf.
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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   14.11.16 1:33

Wie so oft an diesem Tag lauschte er ihrer Erklärung. Es verunsicherte Amatiel trotzdem. "Schämst du dich oder freust du dich?" Er hoffte ja auf Letzteres. Alles andere hätte sicher trotzdem mit ihm und seinen merkwürdigen Verhalten zu tun, welches er nun einmal an den Tag legte. Er war nun einmal kein Mensch. Dennoch rätselte der Engel worüber sie sich freuen könnte oder was den Scham hervorrufen würde. Vielleicht würde er es noch erfahren, vielleicht auch nicht. Das Denken einer anderen Person war immer sehr kompliziert. Man musste so viel auf die Art achten, wie sie ihren Gesichtsausdruck änderten oder wie sie den Körper anspannten. Es waren viele Feinheiten, die man so entdecken konnte. Das war sehr oft sehr hilfreich für ihn und doch stieß er oft an seine Grenzen. Dennoch hatte sie seinen Gedanken erraten und gelacht. Also tippte er schon irgendwie auf Freude.
Der Priester konnte nur Wahres an ihren Ausführungen über die heilenden Eigenschaften von Zeit finden. Allerdings hoffte er, dass seine Flügel nicht noch mehr Schaden erleiden mussten, wenn er an aufreißende Narben dachte. Die hatten genug gelitten. Das war eines der wenigen Dinge bei denen er sich wirklich als eitel bezeichnen würde. Flügel waren eben kein Spielzeug und ein Teil eines Engels, der viel ausmachte. Ein Grund mehr den amtierenden Herrscher des Himmels nicht zu vertrauen oder zu unterstützen. Er würde nicht verzeihen. Er würde nicht trauern, wenn dieser Bruder auch sterben würde. Und trotzdem würde er sich aus den Kämpfen heraushalten. Es wirkte nicht so, als würde man nach einem Sieg auch Frieden haben. "Hoffen wir, dass die alten Wunden verschlossen bleiben." Das wäre besser für alle. Alles andere würde nur schwächen. In solchen Zeiten war das tödlich. Nicht nur für die Nephilim.

Die Nähe war immer noch angenehm. Er fragte sich woran es lag. Er war bisher vielen Menschen begegnet, Männern und Frauen und doch hatte es nie in so einer Umarmung geendet. Gut ein Priester sollte auch nicht so nah an Mitglieder seiner Gemeinde herangehen und sie vermutlich auch nicht küssen. Aber das hier war anders und er konnte es nicht verstehen. War es die Tatsache, dass sich ähnlich waren? War es der himmlische Teil von ihr, der das verursachte? Amatiel hatte keine Antwort dafür. Aber vielleicht brauchte er die auch nicht. Eine Weile hielt er den Blickkontakt mit ihr. Sie wirkte so entspannt. Ganz anders als er sie heute in der Kirche kennengelernt hatte. Da war eine leichte Spannung gewesen, Misstrauen und vielleicht auch Furcht, dass es zu einem grausamen Kampf kommen könnte. Jetzt war da einfach nur ein Gefühl von Frieden. Erleichtert stellte er fest, dass sie ihn nicht von sich schob. Er wusste nicht einmal warum es ihn erleichterte. Sie erwiderte den Kuss und es war fast wieder so wie vor dem Klavier.
Der Engel bekam gar nicht bewusst mit, dass er sie näher an sich heranzog und seinerseits ein weniger mutiger mit dem Kuss umging. Seine Hände wanderten immer noch sachte ihren Rücken und ihre Seiten entlang. Es war ein eigenartiges Gefühl, was sich in ihm ausbreitete. Es war warm und aufregend. Und doch ließ dieses Friedliche und Vertraute nicht nach. Ein wenig breitete er seine Flügel wieder aus. Eher unbewusst. Aber gerade hatte er eh nicht das Gefühl, als hätte er das hier unter Kontrolle. Was war das nur? Er unterbrach den Kuss kurz und sah sie etwas überrascht an. Er wunderte sich einfach über all das und auch über sich selbst. Wo kam dieses Kribbeln her? Er strich ihr wieder über die Wange und schob eine verirrte Haarsträhne von ihr beiseite bevor er etwas verlegen lächelte und sich wieder ihren Lippen näherte.
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Rae Black
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Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   14.11.16 2:32

Noch während ich ihn mit diesem schüchternen Lächelnd musterte schien er ein wenig erleichterter zu sein. Oder es kam mir nur so vor. "Ich freue mich." Mit meiner Hand strich ich mir verlegen über meinen Arm und sah ihn weiterhin an. "Manchmal kann man sich aber auch schämen, ohne das es schlecht ist. Dann ist man verlegen.. Wenn du mir ein Kompliment machst und ich mich sehr darüber freue, nicht damit gerechnet habe oder es einfach sehr schön finde es von dir zu hören.. Kann ich verlegen sein." Und ja, das war ich. Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet so etwas von ihm zu hören, doch umso schöner war es das es eben doch so war. Er schien in einigen Punkten schon einordnen zu können was ein bestimmter Ausdruck im Gesicht sein könnte. Zumindest glaubte ich das er wenigstens ein paar Situationen eher einschätzen und verstehen konnte. Alles in Allem schien er schon ganz gut zurecht zu kommen. Zumindest in dieser Situation.
Ich nickte nur leicht und schloss eine Sekunde lang die Augen, atmete tief ein. "Ja, hoffen wir es." Wenn all meine Narben wieder aufreißen würden wäre das mein absoluter Untergang. Das wäre wohl der Moment in dem ich einfach nur noch zusammen brechen würde und unfähig für den Rest der nächsten Zeit wäre. All diese Kraft die noch hinter der Mauer geschlossen war würde wie eine Lawine über mich rollen und mich schonungslos begraben. Mein eigenes Grab in mir selbst. Es war schon ziemlich viel was ich Amatiel von mir zeigte. Allein das er meine Flügel gesehen hatte und mich durch die Gespräche von meiner weicheren, gefühlvolleren Seite kennen gelernt hatte war selten. Eigentlich war er neben meiner Mutter der Erste und Einzige der mich so sah.

Ich konnte nicht wirklich beschreiben was in diesem Augenblick in mir los war. Mein Kopf schien so leer wie noch nie zu sein. Kein Gedanke verirrte sich in meine Aufmerksamkeit, nur das was in diesem Moment geschah stand im Fokus. Ich war verwirrt durch dieses Gefühl von Sicherheit und dieser Vertrautheit die in seiner Nähe aufblühte. Als würde ich ihn schon lange kennen, als würde er mich kennen. Es stimmte zwar das er mich sah wie bisher kein anderer, er sah als Engel natürlich den himmlischen Teil von mir. Das was ich versteckte, was kein Mensch wusste. Er hatte meine Tattoos und die Geschichten dazu gehört, er sah meine gefühlvolle Seite und sprach mit mir über Dinge die mich und ihn beschäftigten. Alles in allem war ich ziemlich verwirrt weshalb das so war, weshalb ich mich bei ihm so wohl fühlte. Während wir uns in die Augen schauten hatte ich das Gefühl das er genau so entspannt war wie ich. Das er sich wohl fühlte und ihm die Situation gefiel, auch wenn er vielleicht nicht wirklich wusste weshalb.
Seine Arme legten sich ein wenig fester um mich und hielten mich näher an ihm fest, seine Hände strichen weiter über meinen Rücken, fuhren sachte meine Seiten entlang. Eine sanfte Gänsehaut legte sich über meinen kompletten Körper und ließ mich in den Kuss hinein lächeln bis er sich vorsichtig von mir löste. Auch ich sah ihn lächend an, lehnte mein Gesicht leicht in seine Hand die über meine Wange strich. Als er meine Haarsträhne zurück legte sah ich ihm wieder in die Augen, konnte sehen das er sich meinen Lippen wieder näherte.

Diesmal kam ich ihm ebenfalls entgegen und küsste ihn liebevoll, fuhr mit meiner Hand wieder zärtlich durch sein Haar. Diese Hand glitt bis in seinen Nacken und ruhte dort, während die andere seinen Rücken hinunter wanderte und erst an seiner Hüfte stoppte, sich langsam den Weg unter sein Shirt suchte. Meine warme Hand berührte nun seine weiche Haut und strich mit den Fingerspitzen sanft über diese, glitt von seinem unteren Rücken an seine Seite. Den Kuss vertiefte ich erneut, lehnte mich weiter gegen ihn und zog mich ihm sanft an seinem Nacken entgegen. Ich wusste nicht was das alles war, warum es so war. Ich wusste nicht was es noch werden würde, was ich genau tun sollte. Ich dachte nicht nach, sondern machte einfach das was ich als richtig, für schön empfand.


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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   14.11.16 3:21

Als die Nephilim sagte, dass sie sich freute, musste er lächeln. Es war schön, wenn sie sich freute. Er mochte es, wenn sie lächelte. Dann sah man ihr das Leid nicht mehr an, was in ihr schlummerte. Sie wirkte dann glücklicher und sogar, wenn es nur für ein paar Momente war, gönnte er ihr dieses Glück. Er kannte ihr leid. Sie hatte es ihm erzählt und das war wohl tiefgründiger gewesen, als jede Beichte, die er je angehört hatte. Es war wie ein Geheimnis, welches man wohl eher mit ins Grab nehmen würde bevor man es weitergab. Aber auch er hatte mehr geredet, als er es je vorhatte. Der Engel ließ sich nur ungern in die Karten schauen. Er hatte sich nie an Diskussionen und Kämpfen im und um den Himmel beteiligt. Diese Uneinigkeit war ihm immer zuwider gewesen. "Es war nicht meine Absicht dich in Verlegenheit zu bringen.", meinte er dann leise. "Aber ich habe jedes Wort so gemeint." Wieso sollte er lügen nach all den Wahrheiten, die heute den Besitzer gewechselt hatten? Das Denken über die Narben schob er beiseite. Das war nichts, was hierher gehörte. Nicht, wenn es mal einen Moment gab, der so ruhig und wärmend war.

Für Amatiel fühlte sich das so viel besser als nur eine einfache Umarmung an. Es war vielleicht sogar noch besser als der Moment am Klavier. Es war definitiv besser. Es schien intensiver zu sein, er schien es mehr zu spüren. Dieses Kribbeln, was sich über seinen Körper legte und ihn etwas an den Händen zittern ließ. Es war neu und interessant und für den Engel einfach nur schwer einzuordnen. Es überwältigte ihn etwas, weil es so viel war und so plötzlich. Er genoss das, was auch immer es war, was hier passierte. Seine Hände fuhren weiter ihre Seiten ab. Es war interessant einen Körper so zu spüren statt ihn nur zu sehen. Rae schien auch nichts dagegen zu haben und das hatte sicher nicht nur etwas mit Höflichkeit zu tun.
Während er ihre Wange streichelte, musterte er ihr Gesicht. Es sah weich aus und fühlte sich auch so an. Ihre Augen stachen natürlich hervor, aber er fand sie schön. Er sah darin nichts Schreckliches. Es war eben ein Teil von ihr. Er mochte das Gefühl von ihren Lippen auf seinen und ihren Geruch. Natürlich war sie in seinem Bad gewesen, aber er bildete sich ein, dass da noch ein Geruch war, der überhaupt nichts mit Duschbad zu tun hatte und vielleicht einfach zu dem Halbengel gehörte. Wie auch immer es war, es war angenehm. Der Kuss wurde wieder intenstiver. Sie schien wieder wie beim Klavier die Führung zu übernehmen. Das war für ihn in Ordnung, denn er vertraute darauf, dass sie wusste, was das hier war und was es bedeutete. Vor allem vertraute er ihr. Er spürte wieder ihre Hände in seinem Nacken und beugte sich wieder leicht zu ihr herab um ihr das mit den Küssen einfacher zu machen. Immerhin war sie kleiner als seine Hülle.

Er spürte ihre Hände an seinen Rücken und kurz darauf an seiner Haut. Das war überraschend und schickte ihm leichte Schauer über den Rücken. Es war besser als bei der Umarmung und er merkte deutlich wie dieses Kribbeln stärker wurde. Allerdings irritierte es ihn nicht mehr allzu sehr. Es schien zu diesen Dingen einfach dazu zu gehören. Das dachte er zumindest, wenn er in diesem Moment noch groß dachte. Da er nicht wusste, was er so wirklich tun sollte, tat er es der jungen Frau einfach gleich. Amatiel fuhr leicht unter den Stoff ihres Tops und ließ seine Finger wandern. Er hatte die Augen geschlossen und ließ das alles einfach auf sich wirken. Sein Kuss wurde etwas fordernder, ganz von selbst. Allerdings wanderten seine Hände vom Rücken auch zu ihren Bauch, der ebenfalls warm und weich war. Über Brüste dachte er gerade nicht nach. Seine Hände legte er dann an ihren Hüften ab.
Sein Körper fühlte sich ein wenig wie betäubt an. Er konnte gar nicht alles verarbeiten, was ihm durch den Kopf ging und was er da spürte. Aber es war gut. Jedenfalls fühlte es sich gut an und das konnte doch unmöglich schlecht sein, oder? Es war einfach die Nähe, die es interessant machte. Er war noch nie jemanden so nah gewesen. Er hatte noch nie solche Dinge getan und noch nie diese eigenartige Wärme gespürt, die wie ein warmer Mantel über ihm lag oder wie eine schützende Decke, die alle Kälte und jedes Leid abprallen ließ. Wieder wanderten seine Hände übe die Haut an ihrem Rücken. Er wusste nicht ob es sich schickte so etwas an der Vorderseite einer Frau zu tun und außerdem hatte er wirklich noch ein paar Vorbehalte gegen Brüste.
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Rae Black
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Nephilim
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   14.11.16 3:59

Amatiel schien wirklich beruhigt zu sein, denn sein Blick blieb entspannt und nicht so besorgt wie kurz zuvor. Es freute mich das er scheinbar verstanden hatte was ich meinte, das es nichts schlechtes war jemanden verlegen zu machen oder ihn dazu zu bringen rot anzulaufen. Er schaffte es mit einfachen Worten. Vielleicht gerade weil ich wusste das alles ehrlich war was er sagte, weil er keinen Grund hatte zu lügen? Amatiel hatte nicht die Absicht mich zu belügen oder mir etwas vorzumachen. Auch beruhigte mich das er nichts ausnutzen würde, weil er nicht einmal in diese Richtung denken würde. Und da auch er mir ein paar Dinge anvertraut hatte ging ich davon aus das dieses Gefühl von Sicherheit und Vertrauen auf Gegenseitigkeit basierte. Diese Tatsache erwärmte meine Wangen erneut. "Dafür musst du dich nicht entschuldigen.. Es ist schön, wenn du so etwas sagst."erwiderte ich leise und lächelte ihn sanft an. "Daran habe ich nie gezweifelt. Du bist das erste Wesen zu dem ich ausnahmslos ehrlich bin." gestand ich flüsternd. Aber es war eine Tatsache die mich selbst überraschte.

Mit geschlossenen Augen wurden die ganzen Gefühle die durch meinen Körper zuckten nur noch intensiver und ließen sich mehr genießen. Seine weichen Hände glitten weiter meine Seiten entlang und hinterließen eine Wärme auf der Haut, die von einem leichten Kribbeln begleitet wurde. Dieses Kribbeln zuckte durch meinen Körper und ließ mein Herz noch schneller schlagen, noch fester als zuvor. Ich spürte deutlich wie es noch mehr Blut durch meine Adern pumpte, wie die Hitze wieder in mir aufkochte. Der Kontrast zwischen leichter Gänsehaut und der Hitze auf der Haut war seltsam, ein Gefühl welches ich noch nie zuvor hatte. Alles in allem war diese Situation so fremd und doch angenehm, schön. Sein Duft hing weiter in meiner Nase und schwebte angenehm in meiner Umgebung, wie ein sanfter Schleier. Ich fühlte mich beinahe schwerelos, während er mir ein wenig entgegen kam und ich meine Lippen besser auf seine legen konnte.

Ich spürte wie sich auch über seine Haut eine leichte Gänsehaus jagte und musste leicht grinsen. Es freute mich überraschend sehr das er auch auf Berührungen reagierte. Also schien der Engel tatsächlich diese Dinge zu fühlen, diese Dinge die der Körper gerade hatte. Diese Gefühle die auch ich spürte. Während meine Hände seinen Rücken und seine Seite entlang fuhren glitten auch seine Hände unter mein Top und fuhren zärtlich über meine Haut am Rücken, über meinen Bauch und ruhten letztendlich auf meinen Hüften. Sein Kuss wirkte fordernder und ich begann vorsichtig mit meiner Zunge über seine Lippe zu streichen, sanft und beinahe sogar ein wenig schüchtern. Ich wollte ihn nicht überfordern, ich wusste das er solche Dinge zuvor vermutlich noch nie erlebt hatte. Seine Hände glitten wieder über meinen Rücken und ich strich über seinen Bauch bis zu seiner Brust hinauf und fuhr mit der Fingerspitze sanft seine Haut entlang, drückte mich ihm leicht entgegen. Wie weit würde er wohl gehen, auf was würde er sich einlassen?
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Amatiel
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Engel
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BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   14.11.16 4:36

Es freute ihn, dass er offenbar das Privileg hatte nicht belogen zu werden. Sie war ihm keine Ehrlichkeit schuldig. Sie kannten sich immerhin nicht einmal einen Tag. Es waren Worte und Dinge gesagt worden, die vermutlich jahrelang nicht an die Oberfläche gekommen waren. Amatiel hätte es verstanden, wenn sie geschwiegen hätte. Er hätte es verstanden, wenn die junge Frau nach der Beerdigung gegangen wäre. Aber sie war geblieben und es war schön, dass sie geblieben war. "Manchmal braucht man eben Lügen.", erwiderte er. "Nicht um anderen zu schaden, aber um sich vor anderen zu schützen." Das machte er genauso. Immerhin gaukelte er anderen ein ganzes Leben vor, welches ihm nicht gehörte. Das müsste er nicht tun, aber er wollte es tun. Er mochte seinen Rückzugsort in dieser kleinen Stadt. Hier konnte er in Ruhe lernen.

Der Engel fragte sich ob sie ähnlich empfand wie er. Er hatte die Augen geschlossen. Er konnte ihr Gesicht nicht sehen. Irgendetwas in ihm wollte die Augen auch nicht öffnen. Vielleicht würde das den Moment zerstören. Vielleicht würde er sie dann nur wieder anstarren. Also ließ er alles weiter auf sich wirken. Es war unglaublich. Er kannte nichts, was er damit vergleichen konnte. Weder von der Erde noch vom Himmel. Er wusste nicht ob er das alles empfand oder seine Hülle oder er durch die Hülle. Der Priester dachte kurz nach. Es musste an der Hülle liegen. Sonst wäre schon vorher so ein Empfinden in ihm hochgekommen. Es war wie eine Blase, die sich langsam weiter aufblähte und ihn vollkommen mit dieser Zufriedenheit füllte. Mit dieser Wärme, die langsam zu Hitze wurde. Das war eine Veränderung, die ihn wieder überraschte und doch war es angenehm. Seine Hände wurden etwas unruhiger und als er über ihre Haut fuhr, wirkte es, als würde er versuchen irgendwie daran halt zu finden.

Raes Berührungen waren wie kleine Stromstöße auf seiner Haut. Es war aufregend. Auch, was dann folgte war neu. Der Engel spürte ihre Zunge an seinen Lippen. Er erinnerte sich dunkel das im Fernsehen gesehen zu haben. Es konnte nichts Schlimmes sein. Langsam öffnete er den Mund ein bisschen um ihr Einlass zu gewähren. Auch diese Empfindungen saugte der Dunkelhaarige auf wie ein Schwamm. Wieder fühlte er die kleinen Metallkugeln und musste leicht schmunzeln. Das Metall war nicht mehr kühl. Es war auch schon warm geworden von all den Berührungen. Er stellte fest, dass ihn die Berührungen auf der nackten Haut besser gefielen als die auf der Kleidung. Es wirkte näher und vertrauter. Man spürte die Wärme besser. Auch ihre Hände hielten nicht still. Als sie über seinen Bauch fuhr, hielt er kurz die Luft an und entspannte dann. Es war angenehm. Die Hände wanderten höher und er ließ das wieder auf sich wirken. Dann spürte er, wie sie näher an ihn rückte und mit ihr die Hitze.

Wieder beschloss er, dass er es ihr einfach gleich tun würde. Er ließ die Finger leicht über ihren Bauch kreisen und näherte sich dann doch vorsichtig ihren Brüsten. Das war für ihn befremdlich, aber sie hatte ihn ja auch an die Brust gefasst. Dass man das nicht miteinander vergleichen konnte, wusste er nicht. Ein wenig war ihm unwohl dabei, aber er zog das durch. Ihre Brüste waren weich, wenn auch fest. Er berührte sie nur leicht, als hätte er Angst, dass er etwas kaputt machen könnte. Allerdings stellte er fest, dass sie auch diese beiden Knuppel auf der Brust hatte. Den Sinn dahinter hatter auch noch nie verstanden. Er strich kurz darüber bevor er langsam weiter über die Haut fuhr. Auch der Kuss war in dieser Art interessant. Es war ungewohnt einen Teil eines anderen Menschen im Mund zu haben. Aber es war ein angenehmes Gefühl. Ihm entfuhr ein zufriedenes Seufzen. Kurz blinzelte er, weil das Geräusch ihn selbst etwas überrascht hatte.
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Rae Black
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Nephilim
Anmeldedatum : 20.10.16
Alter : 25
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   14.11.16 5:02

Manchmal vereinfachten Lügen vieles. Sie konnten einen vor unangenehmen Situationen schützen, jedoch war es auch einfach durch eben jene noch tiefer in Schwierigkeiten zu geraten. Wenn ich genau darüber nachdachte log ich in meinem Leben ständig. Bei der Frage nach dem Befinden fing es an und endete oft bei der Lebensgeschichte. Ich erzählte niemandem das meine Eltern tot waren, das ich anders war, das ich innerlich ein ziemliches Wrack war. Ich log ständig und das bei jedem. Nur Amatiel hatte ich an diesem Tag nicht einmal angelogen.. Wir kannten uns zwar erst seit eben diesem Tage, aber es war ein Wunder genug das nicht auch er Lügen abbekommen hatte. "Ja, manchmal vereinfachen sie vieles." bestätigte ich und legte den Kopf wieder schief. Er hatte Recht damit. "Aber.. Heute. Bei dir habe ich das Gefühl gar keine Lüge zum Schutz zu brauchen." Ich lächelte wieder und musterte ihn.

Seine Hände zitterrten als sie über meine Haut strichen, also konnte ich erahnen das der Engel mindestens genau so aufgeregt und verwirrt war wie ich. Für ihn musste das Ganze noch neuer sein, er kannte wohl die ganze Gefühls und Empfindungswelt eines Menschen noch nicht. Wenn er ähnliche Dinge wie ich spürte konnte ich mir denken was in diesem Kopf, in diesem Engel so vorging. Aber was auch immer es war, es änderte nichts daran das esihm scheinbar gefiel und er sich darauf voll und ganz einließ. Ich hätte sogar geschworen das er sich mir ein wenig hingegeben hatte, mir blind vertraut hatte was diese neue Situation anging. Und das bedeutete mir wirklich etwas, denn das zeigte mir das es kein Fehler war ihm ebenfalls zu vertrauen. Es wirkte beinahe als wollten seine Hände an meinen Hüften nach Halt suchen, so lange sie noch leicht zitterten.
Ich grinste in den Kuss hinein als ich über seinen Bauch strich, denn er hielt kurz die Luft an und zog ihn eine Sekune lang ein. Doch er entspannte sich wieder sofort und berührte mich weiter, ging auf den Kuss ein. Vorher hatte ich nie bemerkt wie schön warm er war. Doch meine Hände lagen auf seiner nackten Haut und spürten sie so wie sie war. Ohne störenden Stoff.

Seine Finger irrten sachte über meinen Bauch und auch ich musste lächeln. Diesmal kitzelte es nicht, aber es war ein Kribbeln das nun auch über den Bauch kroch. Seine Hände glitten langsam höher und berührten meine Brust, so vorsichtig als wären sie aus Glas und könnten jederzeit kaputt gehen. Vermutlich waren Brüste ihm noch immer nicht ganz geheuer, auch wenn er sich langsam traute sie intensiver zu berühren. Es wirkte ein wenig als würde er sie mit den Händen genauer erforschen, gerade als er scheinbar feststellte das auch ich Brustwarzen hatte. Gerade waren sie ziemlich angespannt, das musste auch er fühlen. Mein Körper signalisierte mir deutlich das ihm diese Situation sehr angenehm und recht war. Ein Seufzen drang aus seiner Kehle und ich öffnete einen Moment die Augen, genau wie er. Es klang wie ein zufriedenes Seufzen, daher machte ich mir keine Sorgen. Ich behielt die Augen offen und sah ihn an, lächelte. Meine Lippen lagen noch immer direkt an seinen. Ich ließ von ihm ab und griff sanft nach seiner Hand, hielt sie fest. "Komm mit." hauchte ich ihm gegen die Lippen und ging langsam vor um ins Schlafzimmer zu gehen und die ganze Sache zu verlagern. Liegend, auf einem weichen Bett würde all das sicher noch angenehmer sein als in der Küche stehend. Langsam ging ich die Treppen hoch und zog ihn hinter mir her, lächelte ihn immer wieder an. Wenige Momente später standen wir in seinem Schlafzimmer, direkt vorm Bett. Ich ließ seine Hand los, grinste und zog mir mein Top langsam aus, legte es zu Boden. Ich trat wieder näher auf ihn zu und legte die Hände zurück an seinen Rücken, zog ihm das Tshirt ebenfalls vorsichtig aus und ließ es zu Boden gleiten. Mein Blick traf wieder seine Augen, meine Hände ruhten auf seinem Rücken und meine Lippen näherten sich wieder seinen.
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Amatiel
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Engel
Anmeldedatum : 17.10.16
BeitragThema: Re: What does it mean to be an Angel? (beendet)   14.11.16 11:34

Dass ihre Eltern tot waren wusste er nicht. Er konnte es sich zwar bei dem Engel denken, aber bei der Mutter war er im Glauben, dass sie weiterhin mit dem Mann zusammenlebte, der der jungen Frau so viel Leid angetan hatte. Er musste diese Information nicht haben. Sie würde absolut gar nichts ändern. Vermutlich hätte es auch für sie nichts geändert, denn sie wäre auch dann nicht willkommen gewesen, wenn die beiden noch gelebt hätten und wer wusste schon, was dieser Mann sich dann für Schlechtigkeiten ausgedacht hätte und wie die Rothaarige nach all der Zeit reagiert hätte. Vermutlich war der Kerl es nicht wert, dass man sich für ihn den Ärger der Polizei an die Fersen heftete und weggesperrt wurde. "Nun ich glaube nicht, dass ich dir einen Grund zum Lügen gegeben habe.", meinte er nachdenklich. Menschen logen selten ohne einen bestimmten Grund dafür zu haben.

Die Unsicherheit blieb etwas. Aber es war eben die Ahnungslosigkeit und keine richtige Angst, die da in ihm war. Alles war so ungewohnt. Amatiel fragte sich ob das zu den Nachhilfestunden gehörte von denen sie vorhin geredet hatte. Er schien zumindest bis jetzt alles richtig zu machen und fragte sich, woran er merken würde, dass er etwas falsch machte und ob es so etwas wie falsch und richtig überhaupt gab. Wenn er nüchtern an die Situation heranging und sich daran erinnerte, dass sie im Haus eines Priesters waren, den er zudem verkörperte. Dann war daran sicherlich irgendetwas falsch. Doch im Moment handelte er nicht als Priester. Im Moment handelte als er selbst in einer Sache, die er absolut nicht einordnen konnte. Er spürte nur, dass es ihm gefiel und offenbar hatte auch die Nephilim Gefallen an dieser Situation. Er war immer noch vorsichtig mit ihrer Brust. Auch, wenn er zugeben musste, dass es ihn etwas faszinierte, wie sie sich anfühlten und was für eine Funktion sie hatten und das so etwas einfach an einem Körper dran sein konnte. Der Dunkelhaarige drückte ganz leicht zu, als volle er den Luftdruck an einem Reifen testen. Aber eben ganz sachte. Er dachte an den beinahe händebrechenden Handedruck zurück. Da sollte man kein Risiko eingehen.

Ja, er war durchaus zufrieden mit der Situation. Offenbar hatte sein Geräusch sie auch aufblicken lassen. Jetzt war er wohl derjenige, der etwas verlegen war. Ihre Hände verschwanden von seiner Haut und hätte sie nicht gelächelte, hätte er wohl doch geglaubt einen Fehler gemacht zu haben. Der Tonfall in ihrer Stimme verpasste ihm eine weitere Gänsehaut. Darin war etwas, was er nicht einordnen konnte, was ihn aber schlucken ließ. Irgendetwas schien sich jetzt noch einmal zu ändern. Aber er wusste nicht was. Er ließ sich durch sein eigenes Haus und die Treppen hinausführen, als wäre er hier der Fremde. Als sie dann im Schlafzimmer waren, fand sein Kopf wieder eine Verbindung zu Dingen aus dem Fernsehen. Der Priester hatte die Spannung und Blicke zwischen den Charakteren nie nachvollziehen können, aber so langsam dämmerte ihn warum Leute solche Szenen in Filme einbauten. Weil es ein gutes Gefühl war so eine Nähe zu anderen Menschen zu haben und dabei dachte er noch nicht einmal an die Aktivitäten, die solchen Momenten in den Filmen dann folgten.

Als sie ihr Top auszog sah er ihre Brüste. Diesmal gänzlich unverhüllt und auch die merkwürdigen Flecken mit den Knuppeln, die er auch hatte.Also doch nicht so unterschiedlich. Nur, dass er diese Wölbungen nicht hatte. Die genauso weich aussahen, wie sie auch waren. Er akzeptierte, dass Rae ihn ebenfalls die Kleidung vom Oberkörper entfernte. Für einen Moment musterte sie andächtig. Er spürte wieder die Hände auf ihren Rücken. Wieder versuchte der Engel etwas aus ihren Blicken zu lesen, aber er konnte es nicht greifen. Vermutlich war es auch egal. Ihre Lippen näherten sich erneut und er zog sie wieder etwas näher zu sich. Das Gefühl von nackter Haut auf nackter Haut ließ ihn kurz innehalten. Er schloss die Augen und ließ das auf sich wirken. Es war warm und sanft. Wie eine Decke. Dann küsste er sie wieder und versuchte auch das mit der Zunge wieder umzusetzen. "Mach ich das richtig?", fragte er dann kurz etwas kleinlaut. Sie war diejenige, die das alles wusste, nicht er. Seine Hände schickte er auch wieder auf Wanderschaft. Als sie wieder einmal den Rücken herabstreichelten, fuhr er damit leicht über ihren Po. Es hatte fast etwas Testendes. "Du hast auch keinen dicken Hintern.", murmelte er dann in den Kuss.
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What does it mean to be an Angel? (beendet)
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